Die Kinder im Sprachprojekt, die im August eingeschult werden, haben schon ihre Schultüten gebastelt. Und von der Freiwilligenzentrale wurden sie mit Schulranzen ausgestattet. Foto: Betreuungsverein

Plettenberg. Ein Sprachprojekt für Vorschulkinder ohne Deutschkenntnisse und ohne Kita-Platz startete im vergangenen Herbst in der Martin-Luther-Schule. Ein Team des Betreuungsvereins Plettenberg bringt den Kindern nicht nur Kenntnisse der deutschen Sprache bei, sondern führt sie auch an die Regeln heran, die sie in der Schule erwarten.

Zehn Kinder aus rumänischen, bulgarischen, polnischen und türkischen Familien werden zurzeit betreut. „Sie haben keinen Kita-Platz, weil ihre Eltern gar nicht wissen, wie sie sich in unserem System zurechtfinden können“, erklärt Christoph Wilk vom Schulamt der Stadt Plettenberg. Auf das Problem aufmerksam geworden waren Schulsozialarbeiterinnen des Diakonischen Werks bei Hausbesuchen während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020. Um diesen Kindern den Schuleinstieg zu erleichtern bzw. überhaupt erst möglich zu machen, wurde das Sprachprojekt unter dem Dach des Betreuungsvereins ins Leben gerufen. Im ersten Jahr als Modellprojekt durch Fördermittel des Landes NRW finanziert, wird es laut Ratsbeschluss mit städtischem Geld fortgeführt.

Viele Einrichtungen beteiligt

Zum Gelingen des Sprachprojekts tragen neben dem Betreuungsverein weitere Einrichtungen bei: das Diakonische Werk des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid/Plettenberg (Schulsozialarbeit), das Kommunale Integrationszentrum des Märkischen Kreises, die Martin-Luther-Schule und die Stadt Plettenberg. Darüber hinaus ermöglicht die Freiwilligenzentrale der Diakonie mithilfe von privaten Spenden, dass alle Kinder einen ordentlichen Schulranzen für den Start ins Schulleben haben können.

An fünf Tagen die Woche für jeweils zwei Stunden werden die Kinder in der Martin-Luther-Schule betreut. Kindgerecht spielerisch lernen sie deutsche Vokabeln. Mindestens genauso wichtig ist das Erlernen von Sozialkompetenzen. „Es ist eine Notlösung, ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ein guter Tropfen. Der Schulstart wird den Kindern dadurch erleichtert“, betont Torsten Jagusch, Rektor der Martin-Luther-Schule.

Vorbild für andere MK-Kommunen

Das Projekt habe tatsächlich Modellcharakter, berichtet Katharina Kreikebaum, Geschäftsführerin des Betreuungsvereins. „Inzwischen haben auch andere Städte im Märkischen Kreis Interesse, das Konzept zu übernehmen.“ In Werdohl soll es ab Oktober an vier Schulstandorten umgesetzt werden.

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