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Stadtverbandsvorsitzender Gordan Dudas begrüßte die zahlreichen Gäste beim Neujahrsempfang im Bürgerhaus am Lenneteich. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Eine Partei vor der Zerreißprobe? Beim traditionellen Neujahrsempfang des SPD-Stadtverbandes stand erwartungsgemäß die Rolle, die die SPD in den nächsten vier jahren übernehmen soll, im Mittelpunkt. „Gleich wie es ausgeht, wir müssen uns auch nach allen Entscheidungen weiter in die Augen schauen können“, warb SPD-Stadtverbandsvorsitzender Gordan Dudas für einen demokratischen und toleranten Umgang miteinander. Er richtete auch klare Worte an die Parteispitze. „Hier gibt es Personen, die gehen einfach nicht fair mit den Gegnern einer neuen Großen Koalition um.“

Acht von 15 Ortsvereinen lehnen ab

Gordan Dudas zählt sich selbst zu diesen Gegnern und hat im SPD-Unterbezirk viele auf seiner Seite. „Acht von 15 Ortvereinen geben keine Empfehlung für weitere Verhandlungen ab“, berichtete er. Von den rund 150 Mails, die in den vergangenen Tagen erhalten habe, hätten sich gerade einmal vier Absender für eine neue Große Koalition ausgesprochen.

Auch Körfkes ein großer Skeptiker

Zu den Skeptikern eines neuen Bündnisses zwischen SPD und CDU/CSU zählt auch Hans-Willi Körfkes. Der SPD-Landtagsabgeordnete, der auch im Präsidium der Landes-SPD sitzt, war Ehrengast des Neujahrsempfangs. Der 63-jährige Politiker aus Mönchengladbach nahm sich das Ergebnis der Sondierungsgespräche vor und gestand: „Als ich das Papier gelesen hatte und die Meldung kam, dass 80 Prozent der SPD-Forderungen umgesetzt worden seien, habe ich gedacht, entweder die beherrschen die Prozentrechnung nicht oder es kommen noch einige Seiten.“ Es kamen aber keine weiteren Seiten.

Werte, Haltung und Ziele nicht aufgeben

Hans-Willi Körkes: “Der Lieblingsbegriff der CDU ist der Griff in die Taschen der Bürger.” Foto: Wolfgang Teipel

Körfkes Credo ist klar: „Wer zu lange zu stark in der Mitte arbeitet, der stärkt die Ränder.“ So sei es leider ja auch geschehen. Für ihn zählen drei Punkte nämlich Werte, Haltung und Ziele. Davon besitze die SPD genug. Deshalb sei er 1969 in die Partei eingetreten. Dazu zählt er unter anderem auch mehr Steuergerechtigkeit. Von diesem und anderen Zielen, die das Leben der Menschen besser machten, dürfe die SPD nicht abrücken.

Gordan Dudas sprach sich im Bürgerhaus für eine inhaltliche und personelle Erneuerung der SPD aus. Dabei nimmt er sich selbst nicht aus. Sein Vortrag beim Neujahrsempfang war der letzte in seiner Eigenschaft als Stadtverbandsvorsitzender. Nach acht Jahren an der Spitze werde er in diesem Jahr das Amt abgeben, kündigte Gordan Dudas an.

Hier das Positionspapier des SPD-Unterbezirks Märkischer Kreis zum Sonderparteitag:Positionspapier

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