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Nezahat Baradari, René Röspel und Wolfgang Jörg kritisieren Managementfehler. Fotos: Bernhardt-Fotografie/Susie Knoll/NRW-Landtag

Hagen/Olpe. Thyssenkrupp hat die umfangreiche Restrukturierung der deutschen Standorte des Geschäftsbereichs Federn und Stabilisatoren beschlossen. Das Restrukturierungskonzept sieht die Beendigung der Fertigung von Stabilisatoren am Standort Olpe bis Ende 2021 vor. Der Standort Hagen soll produktseitig neu ausgerichtet und zu einem Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Fertigung von Federn und Stabilisatoren umgebaut werden. Von der Restrukturierung der beiden Standorte in Olpe und Hagen sind rund 490 Stellen betroffen. Rund 330 davon entfallen dabei auf den Standort Olpe. Gemeinsam mit der Mitbestimmung sollen in den kommenden Wochen Vereinbarungen über einen Interessensausgleich und Sozialplan für die beiden Standorte erzielt werden.

Nezahat Baradari (MdB), René Röspel (MdB) und Wolfgang Jörg (MdL) haben auf diesen Beschluss mit einer gemeinsamen Mitteilung reagiert. Darin heißt es: “Es ist bestürzend und für die Region schwer zu verkraften: Das Thyssen-Krupp-Werk in Olpe wird schließen und der Standort Hagen sich mehr als halbieren. Die katastrophalen Entscheidungen der Vergangenheit konnte auch die neue Geschäftsführung nicht wettmachen. Das Ergebnis war bereits lange erwartet.

Investitionen zurückgefahren

Sukzessiv wurden immer geringere Investitionen für die Standorte getätigt und dabei wichtige Instandhaltungsmaßnahmen nicht mehr umgesetzt. Das führte zwangsläufig zu Produktionsausfällen mit katastrophalen Auswirkungen für die Auftragslage.

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„Wenn bei Audi oder Jaguar die Bänder still stehen, weil nicht mehr geliefert werden kann, ist das die Bankrotterklärung gegenüber den Kunden insgesamt“, kommentiert die Bundestagsabgeordnete Nezahat Baradari (SPD) die Entwicklung. „Bei frühzeitigen Investitionen in die Fertigungsstraßen hätte es auch am Standort Olpe eine Zukunft gegeben. Federn und Stabilisatoren, beides Produkte, die in Hagen und Olpe produziert werden, werden auch in E-Autos gebraucht.“

Betriebsbedingte Kündigungen verhindern

Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Jörg (SPD) bekräftigt: „Es kommt jetzt auf alle KollegInnen und Kollegen an. Betriebsbedingte Kündigungen müssen verhindert werden. Ziel muss sein, einen starken Sozialplan zu verhandeln, der die Kolleginnen und Kollegen von Arbeit in Arbeit überführt. Qualifizierung und Weiterbildung müssen im Mittelpunkt der Vereinbarungenstehen“, so der Abgeordnete.

Röspel will klare Zusagen

„Wir brauchen jetzt klare Zusagen der Unternehmensführung“, äußert sich auch der Bundestagsabgeordnete René Röspel (SPD). „Die in Aussicht gestellten zweistelligen Millionenbeträge müssen jetzt schriftlich für den Standort Hagen zugesagt werden. Nur so können wir gewährleisten, dass alle Fertigungsverfahren weiter in Deutschland bleiben und eine Chance besteht, neue Märkte zu erschließen. Forschung und Prototypenherstellung sind dafür die Grundlage“.

Perspektive für die Beschäftigten

Alle drei Abgeordneten sind der Überzeugung, dass ein Verhandlungserfolg zum Sozialplan wesentlich zur Entspannung der Situation führen könnte. Das bedeutet, dass das Unternehmen eine schriftliche Zusage über eine zweijährige Zeitachse mit einer Perspektive für die Beschäftigten beim Auslaufen des Standortes Olpe und zur Umstrukturierung des Standorts Hagen geben muss. Darüber hinaus müssen die mittleren zweistelligen Millionenbeträge am Standort Hagen konkretisiert werden. Betriebsbedingte Kündigungen müssen ausgeschlossen werden und es muss ein gemeinsames Unternehmensziel sein, die Kolleginnen und Kollegen von Arbeit in Arbeit oder in den Ruhestand zu begleiten.

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