Grafik: KKW-Architekten

Lüdenscheid. Die Lüdenscheider Visionäre haben den Umbau des Kulturhausgartens in einen Spaß-Garten ins Gespräch gebracht und konkrete Pläne vorgestellt. Dazu nimmt der Geschichts- und Heimatverein Lüdenscheid Stellung:

Der GHV kann vieles, was Willi und Söhne vorschlagen, gut mittragen. Besonders gelungen ist der Vorschlag, den heutigen dunklen Ascheplatz in einen hellen Streetballplatz umzuwandeln. Auch gegen eine kleine Skate-Anlage im hinteren Bereich des Parks ist nichts einzuwenden, ebenso wenig gegen eine gute Ausleuchtung der Parkanlage. Angsträume entstehen durch Dunkelheit. Ob sich die Dealerszene damit verdrängen lässt, ist zu hoffen, weil sich belebte Orte schlechter für derartige Geschäfte eignen, bleibt aber abzuwarten.

Positiv sieht der GHV auch den Vorschlag, eine kleine Open-Air-Bühne zu installieren, wobei man sich im Vorfeld damit beschäftigen sollte, wie man Zerstörungen durch Dritte begegnen kann.

Kritisch sieht der GHV folgende Aspekte:

– Die Frage nach Sitzgelegenheiten im Park, ohne die keine Aufenthaltsqualität entstehen kann, müsste neu überdacht werden. Die vorgeschlagenen artifiziellen Sitzeinheiten werden nach den Erfahrungen der letzten Jahre in der Innenstadt wohl nicht lange an Ort und Stelle bleiben, die während der Lichtrouten im Kulturhauspark aufgestellten Lichtbänke waren nach einiger Zeit zerstört. Etliche Sitzgelegenheiten in der Innenstadt, z. B. im Rosengarten und im Brighouse-Park, sind oft verdreckt und die Sitzgelegenheiten der privaten Lokale werden nachts häufig befestigt, um Diebstahl vorzubeugen. Man sollte rechtzeitig nach tragfähigen Lösungen suchen.

– Die kleine Fläche, die für die etablierten modernen Kunstwerke und Installationen heimischer Künstler bleibt, soll auch noch durch eine Streetart-Wand verkleinert werden. Dann ist kein Platz mehr für neue Skulpturen, z.B. größere Leihgaben und Schenkungen. Skulpturen brauchen Raum, egal, ob sie von auswärtigen oder einheimischen Künstlern stammen, Kunst braucht Platz, wenn sie wirken soll. Streetart ist inzwischen in der Innenstadt dezentral gut vertreten und hat dort auch ihren sinnvollen Platz.

– Dreh- und Angelpunkt ist die Wiederbelebung der Gastronomie. Das ehemalige Restaurant ist nicht mehr zeitgemäß und muss komplett umgebaut werden, wenn es den verschiedenen Bedürfnissen und den heutigen Anforderungen der Bauaufsicht gerecht werden soll. Auch die Toilettenfrage könnte beim Umbau gelöst werden. Ohne Umbau kein Gastronom und ohne Gastronom wenig Publikumsverkehr. Den Umbau zum Cafe oder Bistro müsste die Stadt finanzieren und da kommt man mit den ohnehin sehr optimistisch geschätzten 300.000 Euro nicht hin.

Diese Aspekte hätte der GHV gern frühzeitig in die Planung eingebracht, aber die Initiatoren haben – trotz gegenteiliger Zusagen bei einem ersten Gespräch 2019 – keinen Gebrauch von der Gesprächsbereitschaft des GHV gemacht, was dieser sehr bedauert.

Gez. Dr. Arnhild Scholten, GHV-Vorsitzende

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