Torsten Rath (links) und Roman Kappius sind mit dem Geschäftsjahr 2020 sehr zufrieden. Foto: Sparkasse

Meinerzhagen/Kierspe. Trotz Corona ein starkes Jahr: Die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen hat 2020 ihre Bilanzsumme um sieben Prozent von 720 auf rund 770 Millionen Euro gesteigert. Dazu kam eine neuerliche Ausweitung des Kreditgeschäfts um drei Prozent auf 515 Millionen Euro. „Neuausleihungen von rund 90 Millionen Euro (Vorjahr 67 Millionen Euro) zeigen, welch starkes Vertrauen die Kund*innen auch in Krisenzeiten in ihre Sparkasse haben“, sagt Vorstandsvorsitzenden Roman Kappius. „Dass unsere Kund*innen uns vertrauen, zeigt das historische Einlagenwachstum von rund 50 Mio. Euro auf jetzt rund 470 Millionen Euro“, bekräftigte er.

Deutliche Zunahme der Telefonkontakte

Vor diesem Hintergrund blickte er jetzt bei einer Online-Pressekonferenz zufrieden auf den Jahresabschluss 2020. Die Corona-Pandemie habe das zurückliegende Geschäftsjahr allerdings deutlich geprägt, räumte sein Vorstandskollege Torsten Rath ein. Homeoffice, Schutzmaßnahmen, die Folgen der Kontaktbeschränkungen, die Zurückhaltung der Kund*innen bei persönlichen Kontakten und die daraus folgende Zunahme telefonischer Kontakte – all das habe Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen gehabt. „Rund 50 Prozent unserer Mitarbeiter*innen haben die Möglichkeit, zuhause zu arbeiten“, sagte Torsten Rath. Das werde auch genutzt.



Allerdings zöge es doch eine durchaus nennenswerte Zahl der Mitarbeiter*innen vor, von den beiden Hauptstellen und ihren Filialen aus zu arbeiten. „Das ist auch ohne Probleme möglich“, erläuterte Torsten Rath. So sei zeitweise im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet worden. Ohnehin werde zurzeit nur ein Arbeitsplatz pro Büro besetzt.

Immer Teil der Lösung

„Viele unserer Firmenkunden sind bisher verhältnismäßig gut durch die turbulente und unberechenbare Zeit der Pandemie gekommen – und da, wo schnelle und unbürokratische Hilfe gebraucht wurde, waren wir ein Teil der Lösung. Wir kennen unsere Kunden und sind regional tief verwurzelt“, so Torsten Rath weiter.

„In vielen Fällen konnte den Kreditnehmer*innen mit den KfW Corona-Hilfen oder dem Aussetzten der Tilgungen geholfen werden. Die weiteren Auswirkungen für 2021 lassen sich noch schwer abschätzen.“

Omnikanal-Strategie wird ausgeweitet

Die Sparkasse bleibt weiterhin auf allen Kanälen erreichbar und baut mit der Video-Beratung ihre Omnikanal-Strategie weiter aus. Während der Corona-Phase habe sich der Trend zum bargeldlosen Bezahlen und die Nutzung der digitalen Angebote weiter deutlich verstärkt. „Dabei definiert sich Nähe gerade im Hinblick auf die vergangenen Monate nicht mehr nur räumlich“, betonte Roman Kappius.

Ein solcher Pavillon soll den ehemaligen SB-Standort an der Grotmicke ersetzen. Foto: Sparkasse

Neuer Pavillon an der Grotmicke

Mit einem leistungsstarken Zusammenspiel aus Beratungs-, SB-Centern und digitalen Angeboten ist die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen weiterhin flächendeckend für die Menschen in der Region da.  Mit zehn Standorten und 16 Geldautomaten ist die Sparkasse deutlich präsenter vertreten als ihre direkten Mitbewerber. Zukünftig investiert die Sparkasse in einen neuen Geldautomaten mit dem Standort an der Grotmicke (gegenüber dem ehemaligen Standort). Der rote Pavillon soll zum 30. Juni in Betrieb gehen.

“Wir erkennen keine Zinswende”

Die Folgen der Negativzinsphase bereiten dem Vorstand Sorge. „Wir erkennen keine Zinswende“, beurteilte Roman Kappius die derzeitige Situation.

„Da sich Spareinlagen weder zur Vermögensanlage noch zur eigenen Vorsorge eignen, denken viele Kund*innen aktiv über Geldanlagen wie Aktien oder Wertpapiere nach – und damit liegen sie im bundesweiten Trend. Ein weiterer wichtiger Baustein zum Vermögensaufbau ist die eigene Immobilie. Zwar sind auch in unserer Region die Preise für Wohneigentum gestiegen, sie liegen aber immer noch deutlich unterhalb der Preise von sogenannten Ballungszentren“, bekräftigte Roman Kappius weiter.

Über die reine Wertschöpfung hinaus leistet die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen einen wertvollen und gesellschaftlichen Beitrag zur Stärkung der Region.

Alle Sponsorenverträge umgesetzt

So konnten 2020 viele Projekte der örtlichen Vereine durch die Sparkasse erst möglich gemacht werden. Den Vereinen fehlen, der Pandemie geschuldet, Einnahmen aus diversen Festen und oder Veranstaltungen. „Uns war es auch im vergangenen Jahr möglich, unsere regionalen Vereine zu stärken. So sind wir selbstverständlich all unseren Sponsorenverträgen, trotz ausgefallener Veranstaltungen, nachgekommen“, stellte Torsten Rath fest.

E-Autos im Fuhrpark und Fotovoltaik

„Auch beim Thema Nachhaltigkeit können wir auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Inzwischen verfügen wir in unserem Fuhrpark über drei E-Autos. Sie werden nach und nach um weitere E-Mobile ersetzt“, kündigte Torsten Rath an. Ab Juni 2021 wird die Sparkasse an den beiden Hauptstellen je eine E-Ladesäule mit zwei Ladepunkten unterhalten. Kunden können sie ganz einfach mit ihrer Sparkassenkarte nutzen. Die Solaranlagen auf den Gebäuden der Sparkasse tragen zum nachhaltigen Wirtschaften bei. Sie verfügen über eine Leistung von rund 64 kWp.

Beim Ausblick auf das Geschäftsjahr 2021 sind Roman Kappius und Torsten Rath noch sehr zurückhaltend. „Es wird vermutlich etwas schwächer ausfallen“, glauben sie. Vor allem wünschen sich beide, „dass unsere Mitmenschen und wir möglichst gut durch die Pandemie kommen.“

 

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