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Tom Saller liest am 17. Februar im Herscheider Rathaus. Foto: Anett Kuerten


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Herscheid. Der Autor Tom Saller hat mit seinem Romandebüt „Wenn Martha tanzt“ ein viel beachtetes Erstlingswerk vorgelegt. Er verbindet Musik und Literatur in einer Familien-Saga verwoben mit den Gründungsjahren des Bauhauses in Weimar zu Beginn der zwanziger Jahre. Tom Saller liest aus diesem Roman auf Einladung der VHS Volmetal am Sonntag, 17. Februar (16 Uhr) im Rathaus in Herscheid.

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Der 1967 geborene Autor arbeitet seit dem Abschluss seines Medizinstudiums als Psychotherapeut. Neben seinem Beruf spielt er Saxophon in einer Jazz-Combo.

“Als ich weiterblätterte, starrte ich auf einen Wust eng beschriebener Notenblätter. Kein liniertes, kartiertes, nein: Notenblätter. Allerdings nicht mit Musiknoten bedeckt, sondern in normaler, feminin anmutender Schrift beschrieben. Klein, nah beieinander, dicht gedrängt, als ob die Urheberin der Notizen möglichst platzsparend hätte arbeiten wollen. Immer wieder wurde das Geschriebene unterbrochen, von Skizzen, Zeichnungen und Studien. Aber es fanden sich auch fertige Porträts, die jeweils eine ganze Seite einnahmen. Ich blätterte in der Kladde herum und stieß auf ein Bild mit dem seltsamen Titel: Tanzstellung 17 B. Darüber stand eine handschriftliche Anmerkung: Habe Sie beim Tanzen beobachtet. Verzeihung.” So ein Auszug aus der Rahmenhandlung des Romans, in der ein junger Mann nach New York reist, um das Notizbuch seiner Urgroßmutter Martha bei Sotheby’s versteigern zu lassen. Es enthält bislang unbekannte Skizzen und Zeichnungen von Feininger, Klee, Kandinsky und anderen Bauhaus-Künstlern.



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Martha wird 1900 als Tochter des Kapellmeisters eines kleinen Dorfes in Pommern geboren. Von dort geht sie ans Bauhaus in Weimar – ein gewagter Schritt. Walter Gropius wird auf sie aufmerksam, Martha entdeckt das Tanzen für sich und erringt so die Bewunderung und den Respekt der Bauhaus-Mitglieder. Bis die Nazis die Kunstschule schließen und Martha in ihre Heimat zurückkehrt. In ihrem Arm ein Kind und im Gepäck ein Notizbuch von immensem Wert – für sie persönlich und für die Nachwelt. Doch am Ende des Zweiten Weltkriegs verliert sich auf der Flucht Marthas Spur.

Die Lesung mit Tom Saller findet mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Lüdenscheid statt. Der Eintritt beträgt 10 Euro.

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