Die Vitrinen stecken voller Kriegsspielzeug. Foto: Wolfgang Teipel

Märkischer Kreis. (pmk). Die Jugend im Märkischen Kreis zur Zeit des Nationalsozialismus ist Thema der Ausstellung „Führer, wir gehören dir“ im Geschichtsmuseum der Stadt Lüdenscheid. Aufgrund großer Resonanz wird die Ausstellung des Kreisarchivs bis zum 31. Juli verlängert.

Nach den ersten Monaten zeigt sich Dr. Christiane Todrowski, Kreisarchivarin beim Märkischen Kreis, sehr zufrieden. „Wir brechen große politischen Ereignisse auf die lokale Ebene, unseren Kreis, herunter. Der Zuspruch des Publikums zeigt, dass unser Konzept funktioniert. Das freut mich sehr.“ Seit dem Start der Ausstellung am 30. Januar haben bereits 35 Gruppen aus dem Kreisgebiet die Ausstellung besucht sowie Termine gebucht. Ein großer Teil davon waren mit 18 Schulklassen junge Menschen von der sechsten bis elften Jahrgangsstufe. Überwiegend kamen die Gruppen aus Lüdenscheid und dem Südkreis.

Wie lebten die Jugendlichen

Spannende Infos und Antworten, wie die Jugend in der NS-Zeit im Märkischen Kreis aussah, gab Ulrich Biroth, Kurator der Ausstellung und Kreisarchivar. Mit Propagandafilmen oder Leihgaben von Menschen aus dem Kreisgebiet wie ein Geschütz im Miniaturformat informierte Ulrich Biroth die Schülerinnen und Schüler. Großes Thema: Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs und der NS-Rassenideologie, deren sich zwischen den Jahren 1933 und 1945 niemand entziehen konnte, auf das Leben von Jugendlichen.

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Lebensgefahr beim Aufräumen

„Die Erkenntnis, dass Menschen in ihrem Alter und aus ihrer Heimatstadt beispielsweise als Flakhelfer in die Kriegsmaschinerie gerieten, brachte die jungen Menschen zum Nachdenken“, berichtete Ulrich Biroth. Auch, dass Jugendliche bei Aufräumarbeiten nach Bombenangriffen im Ruhrgebiet, zu denen damals Schulklassen aus dem heutigen Märkischen Kreis geschickt wurden, in Lebensgefahr gerieten, habe für Gesprächsbedarf gesorgt, so Biroth. Weitere in der Ausstellung nachzulesende Beispiele wie Sterilisation infolge von Meldungen von Lehrkräften an die Gesundheitsämter und den damals zugrundeliegenden Erbgesundheitsgesetzen, lösten bei den Schülerinnen und Schülern zusätzlich große Betroffenheit aus.

Erwartungen übertroffen

Die Ausstellung „Führer wir gehören dir“ läuft im Geschichtsmuseum der Stadt Lüdenscheid. Dr. Eckhard Trox, Leiter der Museen der Stadt Lüdenscheid, lobte die ausgesprochen professionelle Zusammenarbeit mit dem Kreisarchiv. „Mit einer guten Resonanz habe ich gerechnet. Doch die hohen Besucherzahlen insbesondere an den Wochenenden und die vielen Sonderführungen für Schulklassen haben meine Erwartungen doch weit übertroffen.“

Zur Ausstellung: Die Ausstellung „Führer, wir gehören dir. Jugend in der NS-Zeit im Märkischen Kreis“ vom Kreisarchiv des Märkischen Kreises erzählt mit mehr als 500 Exponaten, wie die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei eine ganze Generation manipulierte. Fotos, Filme, Objekte und Dokumente aus dem Kreis erklären, warum die I-Männchen des Jahres 1933 gegen Kriegsende als Flakhelfer bei der Luftwaffe, in Aufräumkommandos der Hitlerjugend nach Bombenangriffen im Ruhrgebiet und zuletzt im Volkssturm ihr Leben riskierten.

Noch bis 31. Juni

Anhand der vier Themenbereiche „Weimarer Republik, Schulzeit, Dienst am Volk und Kriegszeit“ werden die Besucherinnen und Besucher chronologisch durch die Ausstellung geleitet. Bis zum 31. Juli läuft die Ausstellung noch im Geschichtsmuseum der Stadt Lüdenscheid (Sauerfelder Str. 14 – 20, 58511 Lüdenscheid). Öffnungszeiten des Museums sind mittwochs bis sonntags, jeweils von 11 bis 18 Uhr.

Auch Gruppenführungen oder Führungen für Schulklassen sind unter der Woche nach Terminvereinbarung möglich. Informationen und Buchung per Telefon unter 02352 9667059 sowie per Mail unter kreisarchiv@maerkischer-kreis.de

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