Gesprächsrunde im Lüdenscheider Willy-Brandt-Haus: Bernd Schildknecht, Clemens Bien und Nezahat Baradari. Foto: Büro Baradari

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Nezahat Baradari htte kürzlich zu einem regen Austausch über lokale, aber auch bundespolitische Themen eingeladen. Mit dabei im Willy-Brandt-Haus in Lüdenscheid waren Fabian Ferber, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis und Vorsitzender des SPD-Stadtverbands Lüdenscheid, Clemens Bien, Organisationssekretär des DGB Region Ruhr-Mark und Bernd Schildknecht, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes MK.

Es waren keine leichten Themen, die zur Sprache kamen: Waffenlieferungen an die Ukraine, die Europawahlen im Jahr 2024, steigende Kosten für die Menschen, die Klimapolitik und der demografische Wandel wurden unter anderem diskutiert. Dabei stand die Sozialpolitik im Vordergrund: Bernd Schildknecht etwa verwies auf die hohen Pflegekosten für die Menschen. „Das lässt sich rein über Beiträge nicht mehr finanzieren. Da stellt sich also die Frage: ‚Wie an das Geld kommen?'“

Mehr als schwierig sei auch die Lage der Krankenhäuser. Baradari, die auch Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundes ist, weiß, dass die Strukturen in diesem Bereich schwierig sind, „aber die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, dass es zumindest eine Grundversorgung in der Nähe gibt. Deshalb bin ich sehr froh, dass es hier in Lüdenscheid sogar einen Maximalversorger mit dem Kreiskrankenhaus gibt.“ Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer, dass die Daseinsvorsorge nicht in private Hände gehört.

Anzeige

Der Transformationsprozess der heimischen Industrie beschäftigte die Runde ebenfalls: „In der Automobilzulieferer-Industrie, gerade im Verbrenner-Bereich, wird sich in unserer Region viel tun. Aber: Wir brauchen hier auch weiterhin industrielle Wertschöpfung, müssen die Arbeitskraft hier halten. Da muss auch die Politik ansetzen“, so Fabian Ferber. Bei allen Problemen, vor denen die Politik derzeit stehe, sei aber auch schon viel geschafft worden, betonte Baradari: „Unter anderem mehr Wohngeld, mehr Kindergeld und ein höherer Mindestlohn, der auch in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften erreicht wurde.“ Für die Zukunft haben alle Beteiligten ausgemacht, sich regelmäßig zu aktuellen Themen zu treffen und darüber zu sprechen.