Skurrile Typen bevölkern die Cartoons von Piero Masztalerz. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Vorsicht, diese Show könnte Spuren von Obszönität, Zynismus und Sarkasmus enthalten. Diese Warnung tauchte vor dem Auftritt von Piero Masztalerz nirgendwo auf. War aber auch egal. Das Publikum hatte am letzten Abend der Lüdenscheider Kleinkunsttage am Freitag einen Heidenspaß. Die Live-Cartoon-Show sorgte für guter Laune.

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Als dann auch noch Bürgermeister Dzewas als Dialogpartner im Sexrollenspiel gefeiert wurde, war der Bann gebrochen. Masztalerz haut einen Gag nach dem anderen raus. Seine gezeichneten Figuren sind skurrilen Typen.

Niemand ist vor seinem Zeichenstift sicher

Niemand ist vor dem Zeichenstift des gebürtigen Lübeckers sicher. Beamte, Vegetarier, Ehepaare oder auch Gott. Auch er ist ein Antiheld wie die meisten Figuren, die die Leinwand in der Garderobenhalle des Kulturhauses bevölkern. So preist er seine neuste Arbeit („Ich arbeite an irgendwas zwischen Ebola und Aids.“). Wenig später wird er von seiner Frau (bei Masztalerz ist Gott heterosexuell) zum Hausdienst herbeizitiert. Da schrumpft er zu einem bedauernswerten Schlumpf. Kacke, Kackpimmel, Fotze – bei Masztalerz geht es deftig zu, wenn er mit seinen Figuren spricht.

Songs zur Ukulele

Songs zur Ukulele. Foto: Wolfgang Teipel

Meistens werden die Cartoons von zwei Figuren aus dem Kuriositätenkabinett des Zeichners bevölkert. Zunächst wird nur eine Sprechblase eingeblendet. Masztalerz liest vor, blendet mit Verzögerung die Antwort ein und liest erneut. Das erfordert die ganze Aufmerksamkeit des Publikums. Um es nicht überzustrapazieren, streut der Cartoonist Songs zur Ukulele.

Als Roland Kaiser im Glitzerjackett verabschiedet er sich schließlich vom Publikum. Er singt „Manchmal möchte ich schon mit Dir . . .“ . Was sich zu dem ehemaligen Top-Ten-Hit auf der Leinwand abspielt, kontrapunktiert den Text des Schlagerbarden auf eine unnachahmliche Weise, wie sie wohl nur Piero Masztalerz hervorbringen kann.

Zum Abschied als Roland Kaiser im Glitzerjackett. Foto: Wolfgang Teipel

Jetzt sind die 39. Lüdenscheider Kleinkunsttage beendet. Wer den begehrten Preis, die von der Sparkasse Lüdenscheid gestiftete und mit 1500 Euro dotierte „Lüdenscheider Lüsterklemme“ erhält, entscheidet es das Publikum. Die Besucher haben an den fünf Abenden Stimmkarten ausgefüllt. Das Ergebnis dieser Abstimmung wird in Kürze bekanntgegeben.

Wer nachlesen möchte, was bei den 39. Lüdenscheider Kleinkunsttagen sonst noch los war, hier sind die Kandidaten auf einen Blick.

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