Agentur-Chefin Sandra Pawlas und Jobcenter-Geschäftsführer Volker Riecke berichten über den Arbeitsmarkt im MK. Fotos: Arbeitsagentur

Märkischer Kreis. Auch im August entwickelt sich der Arbeitsmarkt im Kreis weiter positiv: Mit 15.390 arbeitslosen Männern und Frauen sind 261 Personen weniger arbeitslos als im Monat zuvor (-1,7 Prozent). Verzeichnet werden mehr als 18 Prozent weniger Arbeitslose gegenüber August 2020. Gleichzeitig zieht die Arbeitskräftenachfrage an: wieder mehr als 5.000 sozialversicherungspflichtige Stellen im Bestand.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Märkischen Kreis im August 2021 gesunken. Insgesamt waren 15.390 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 261 Personen oder 1,7 Prozent weniger. Im Vergleich zum August des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um -3.515 Personen bzw. -18,6 Prozent (vgl. NRW: -10 Prozent). Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im August 6,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 8,3 Prozent (-1,5 Prozentpunkte).

Langzeitarbeitslosigkeit

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Märkischen Kreis im Berichtsmonat gesunken. 7.072 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 88,7 Prozent (6.270 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies -62 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 398 Personen.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren in diesem Monat 5.093 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 181 Personen bzw. 3,4 Prozent verringert. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 2.849 Personen oder 35,9 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung

Das Jobcenter Märkischer Kreis betreut aktuell in 15.719 Bedarfsgemeinschaften 21.295 erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Alter zwischen 15 und 65 Jahren. Die darin enthaltene Zahl der Arbeitslosen ist im August um weitere 80 auf 10.297 Personen zurückgegangen und fällt um 666 Personen geringer aus als vor einem Jahr. „Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften um 4,8 Prozent und die Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten um 5,0 Prozent rückläufig“, berichtet Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis und ergänzt: „Mit dem anhaltenden Rückgang wird das Vorkrisen- Niveau nunmehr deutlich unterschritten. Wir bewegen uns jetzt wieder auf einem Stand, den wir zuletzt im Oktober 2019 verzeichneten. Die Abgänge in Erwerbstätigkeit haben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark zugenommen. Insgesamt konnten rund 900 Personen mehr in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden“.

Stellenangebot

Der Bestand an gemeldeten Stellen ist erneut gestiegen und liegt im August bei 5.049 offenen, sozialversicherungspflichtigen Stellen. Das sind 366 mehr als im Vormonat und 1.790 mehr als im Vorjahresmonat. Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 1.365 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet (+167 zum Vormonat), größtenteils aus dem verarbeitenden Gewerbe.

Angezeigte Kurzarbeit

Mit aktuellstem Datenstand für Juli 2021 sind im Märkischen Kreis insgesamt 33 Anzeigen auf Kurzarbeit (alle Anspruchsgrundlagen) für rund 548 Personen eingegangen, das sind 13 Anzeigen mehr als im Monat zuvor. Unter den neu gemeldeten Anzeigen befinden sich Unternehmen, die von der Flutkatastrophe im Juli stark betroffen waren.

Tatsächliche Kurzarbeit

Nun stehen den Agenturen für Arbeit Daten über die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit im Februar 2021 zur Verfügung. In dem Monat lag der Arbeitsausfall für Personen in Kurzarbeit bei durchschnittlich 44,0 Prozent. Im Februar 2021 haben im Märkischen Kreis insgesamt 2.185 Betriebe für 16.050 Personen Kurzarbeitergeld beantragt. Das waren 1.215 Kurzarbeiter/innen weniger als im Monat zuvor.
Folgende Wirtschaftsabschnitte waren im Februar 2021 am stärksten von Kurzarbeit betroffen: Verarbeitendes Gewerbe 448 Betriebe, Handel, KFZ-Handwerk 422; Gastgewerbe 270; Baugewerbe 264; sonstige Dienstleistungen 264.

Betriebe halten ihre Fachkräfte

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich auch im August weiter fort: Meist steigt der Arbeitslosenbestand in den Ferienmonaten saisonbedingt an. Sandra Pawlas fasst zusammen: „Üblicherweise melden sich im August viele junge Fachkräfte nach Ende ihrer Ausbildung arbeitslos und die Arbeitslosigkeit steigt in den Sommermonaten. Anders in diesem Jahr: Betriebe halten ihre gut ausgebildeten Fachkräfte und senden so ein deutliches Signal: Eine Ausbildung ist ein guter Schutz vor Arbeitslosigkeit.“

Weiterhin positiv ist auch die Entwicklung auf dem Stellenmarkt: „Wir haben nun erstmals seit September 2019 wieder mehr als 5.000 offene sozialversicherungspflichtige Stellen im Bestand. Das zeigt ganz deutlich, wie sich die Lockerungen der Corona-Maßnahmen und die einsetzende Erholung des Arbeitsmarktes auswirken. Die Vielzahl der Stellenmeldungen zeigt den Bedarf der heimischen Arbeitgeber und gleichzeitig die Chancen, die sich für Arbeitssuchende dadurch ergeben.“

Auch im August hat Kurzarbeit weiter stabilisiert: „Im Zuge der Flutkatastrophe im Juli waren auch bei uns im Kreis viele Menschen und Unternehmen von den Folgen betroffen. Hier haben wir einen leichten Anstieg von neuen Anträgen auf Kurzarbeit registriert“, so Pawlas.

Für die folgenden Monate prognostiziert Pawlas: „Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt weiterhin positiv entwickeln wird. Durch beginnende Ausbildungsverhältnisse und das Ende der Sommerferien wird die Arbeitslosigkeit vermutlich weiter sinken. Das pandemische Geschehen ist natürlich weiter zu berücksichtigen.“

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