SIHK-Präsident ERalf Stoffels: "der Infrastrukturkollaps im Märkischen Südwestfalen ist perfekt.“
Lüdenscheid/Südwestfalen. „Stillstand am Lüdenscheider Bahnhof, Staus auf den Lüdenscheider Straßen und in der weiten Region – der Infrastrukturkollaps im Märkischen Südwestfalen ist perfekt“, zeigt sich Ralf Stoffels, Präsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) erschüttert über die letzte Hiobsbotschaft zur längerfristigen Sperrung der Eisenbahnbrücke in Lüdenscheid-Brügge.
In einer Pressemitteilung wird Stoffels zitiert: „Hier wird überdeutlich: Die Region ist unverschuldet in einen Ausnahmezustand geraten. Die anhaltenden Folgen des Hochwassers und die A45-Sperrung lähmen den Wirtschaftsstandort. Die Region braucht dringend Hilfe“, appelliert der SIHK-Präsident an Politik in Land, Bund und EU. „Es geht um die Zukunft der Industrieregion, um Arbeitsplätze, aber auch darum, dass der Glaube an die Handlungsfähigkeit der öffentlichen Hand nicht verloren geht“, weist Stoffels auf weitreichende Konsequenzen hin.

Sonderweg für die Region

„Wir brauchen einen Infrastrukturbeauftragten für das Märkische Südwestfalen mit weitreichenden Vollmachten und Durchgriffsrechten gegenüber den zuständigen Stellen, der auch verbindlich koordinieren kann. Das müssen deutlich mehr Kompetenzen sein, als man beispielsweise dem Bürgerbeauftragten der A45 zugestanden hat. Jetzt sollte doch endgültig klar sein, dass das Denken in Zuständigkeiten und im üblichen Verwaltungsweg endgültig an seine Grenzen stößt und spätestens jetzt ein Sonderweg für die Region eingeschlagen werden muss“, so Stoffels.

SIHK-Blitzumfrage zur A45-Brückensperrung: Unternehmen wünschen sich verbindlichen Zeitplan

Dies bestätigen auch die Ergebnisse einer aktuellen SIHK-Blitzumfrage, die die hohen Belastungen der heimischen Wirtschaft durch die Vollsperrung der A45 noch einmal deutlich macht. Dabei herrscht bei 76 Prozent der teilnehmenden Unternehmen der Eindruck vor, dass die Arbeiten an der Rahmedetalbrücke bei Lüdenscheid stagnieren. Sie wünschen sich dringend einen verbindlichen Zeitplan für den Neubau.
Längere Anfahrts- und Abfahrtszeiten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum und vom Betrieb sowie längere Transportzeiten, längere Transportwege und dadurch bedingt höhere Transportkosten sind die am häufigsten genannten Probleme.

Hälfte berichtet von Kündigungen

Knapp die Hälfte der Unternehmen berichtet von Kündigungen bei betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sogar knapp 60 Prozent geben an, dass neue Kräfte aufgrund der angespannten Verkehrslage in Lüdenscheid schlecht zu bekommen seien.
Ausgesprochen differenziert antworteten die Unternehmen mit Blick auf den vom Bundesverkehrsminister Volker Wissing installierten Bürgerbeauftragten. 66 Prozent der Unternehmen stimmten der Aussage zu, dass der Bürgerbeauftragte versuche, zwischen der Lüdenscheider Bevölkerung und den zuständigen Behörden mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg zu vermitteln. Gleichzeitig stützten 91 Prozent die darüber hinaus gehende Forderung nach einem Sonderbeauftragten mit umfassenden Kompetenzen zur Beschleunigung des Planungs- und Umsetzungsprozesses nach dem Vorbild des Brückenneubaus im italienischen Genua.
Die SIHK-Blitzumfrage zu den Auswirkungen der Sperrung der Rahmedetalbrücke erfolgte in dem Zeitraum vom 11. Juli bis zum 17. Juli. An der Umfrage nahmen 255 Unternehmen mit über 60.000 Beschäftigten teil.

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