Um das Fallbett für die Brücke zu schaffen müssen 80.000 Kubikmeter Boden bewegt werden. Foto: Sven Prillwitz

Hagen/Südwestfalen. Die Ergebnisse einer Blitzumfrage der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) zeigen die immensen Auswirkungen der A 45-Sperrung auf NRWs stärkste Industrieregion:

Jedes zweite Unternehmen berichtet aktuell von Umsatzrückgängen wegen der Sperrung. 75 Prozent der Unternehmen melden deutlich längere Anfahrtszeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zwei von drei Unternehmen berichten von gestörten Lieferketten und jedes dritte Unternehmen benötigt mehr Fahrzeuge und Fahrer für Gütertransporte. Alarmierende 16 Prozent der Unternehmen befürchten drohende Produktionsausfälle beispielsweise aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit und schlechter Anlieferungsmöglichkeiten von Rohstoffen.

Insolvenzen nicht ausgeschlossen

Selbst wenn es gelänge, die die Talbrücke Rahmede in einigen Monaten wieder für Pkw freizugeben, hätte eine langfristige Sperrung für Lkw weiterhin Auswirkungen auf die Wirtschaft, heißt es in einer Mitteilung der SIHK. Jeweils um die 15 Prozent der regionalen Unternehmen befürchteten, so die SIHK, Liquiditätsengpässe bzw. einen Eigenkapitalrückgang, etwa drei Prozent der Unternehmen könnten eine drohende Insolvenz nicht ausschließen.

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Wirtschaft aus dem Takt

SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat (hier im Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Gordan Dudas) war auch bei Spitzentreffen in Lüdenscheider Rathaus dabei. Foto: Wolfgang Teipel

„Die Sperrung und langfristige Einschränkung der A 45 als Lebensader der Region, bringt die Wirtschaft aus dem Takt. Die Erreichbarkeit der eng vernetzten Betriebe ist enorm eingeschränkt, Betriebe fürchten, Fachkräfte zu verlieren und Lieferverkehre können nicht mehr zuverlässig stattfinden. Die volkswirtschaftlichen Schäden sind enorm. Region, Land und Bund müssen jetzt alle Kräfte bündeln und alle gesetzlichen Möglichkeiten nutzen, um den Neubau der Rahmede-Brücke in Rekordzeit zu bewältigen“, fasst SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat die Umfrage zusammen.

An der SIHK-Umfrage haben sich vom 9. bis zum 14. Dezember 466 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Märkischen Kreis, Hagen und dem südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis beteiligt.

 

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