Sandmann
Fürs Foto haben sich Ulrike Tütemann, Tom Groll und Sigrid Sandmann übriggebliebene Schilder geschnappt. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Sonnenblumentanz, Glitzerkonfettiautomat oder gar Holzfußbodenabschleifgeräteverleih. Haben Sie ein Wort, das Ihnen besonders gut gefällt, das Ihnen gerade einfällt, das Sie besonders beschäftigt oder das Sie witzig finden? Oder das nur im Familienkreis verwendet wird? Dann sind Sie bei Sigrid Sandmann genau richtig.

Bis zum 26. September

Von Freitag bis zum Sonntag, 26. September, bezieht die Hamburger Künstlerin mit ihrem Wortfindungsamt Position vor dem Hauptpostamt auf dem Rathausplatz. Jeder kann bei der Kunstbeamtin sein Wort bestellen, es auf ein Schild drucken lassen und es dann an einem selbstgewählten Ort in Lüdenscheid ausstellen. Besonders gern hat es Sigrid Sandmann, wenn die eigene Aktion mit einem Foto dokumentiert wird. Das Bild kann auf ihrer Website www.wortfindungsamt.de hochgeladen werden.



Sandmann
Das Wortfindungsamt öffnet am Freitag um 15 Uhr. Foto: Tom Groll

Sigrid Sandmann im pinkfarbenen Bauwagen

In ihrem unübersehbaren pinkfarbenen Bauwagen sucht sie das persönliche Gespräch mit den Wortfindern oder -erfindern – manchmal steckt nämlich hinter einem einzigen Wort eine ganze Geschichte.

Sigrid Sandmann und die „Wunderkammer der Zukunft“ der städtischen Museen laden alle ein, sich an dieser partizipativen Kunstaktion vom 17. bis 26. September zu beteiligen.

Ulrike Tütemann und Tom Groll vom Wunderkammer-Team stellten die Kunstaktion am Donnerstag im Gespräch mit Sigrid Sandmann vor. „Die Lüdenscheider sollten sich beim Wort nehmen lassen. Es kostet auch nichts“, schmunzelt Tom Groll.

Das Wunderkammer-Team und Sigrid Sandmann hoffen auf Schlangen vor dem pinkfarbenen Bauwagen.

Seit elf Jahren unterwegs

Die Geburt des Wortfindungsamtes liegt etwa elf Jahre zurück. Damals erhielt Sigrid Sandmann von der Hamburger Kulturbehörde den Auftrag, „etwas Großes“ zu machen.

Foto: Wolfgang Teipel

Auf der Suche nach einer Idee streifte die Künstlerin durch den Hamburger Stadtteil Ottensen. Sie hörte Wortfetzen, bekam Bruchteile von Gesprächen mit und plötzlich war die Idee da. Wie wäre es, flüchtige Worte einfach mal festzuhalten. In Ottensen schlug sie ihr Wortfindungsamt zum ersten Mal auf. Und seither finden sich in diesem Hamburger Quartier Schilder mit so schönen Wortschöpfungen wie „Zahnpastazicke“, „Fluppdischwupp“ oder „Kannitverstan“ (bezeichnenderweise auf einem komplizierten Verkehrsschild an der Max-Brauer-Allee).

Sigrid Sandmann am Standort des Wortfindungsamtes. Foto: Tom Groll

Das Wortfindungsamt vor der Post ist Samstag und Mittwoch von 10 bis 14 Uhr, Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Am 26. September werden nur noch die Schilder ausgegeben, die bis dahin noch nicht abholt worden sind.

“Reset” am alten Amtshaus

Sigrid Sandmann ist in Lüdenscheid übrigens keine Unbekannte. 2010 bespielte sie mit ihrer Installation „Reset“ das alte Amtshaus. Dabei verwendete sie für Lüdenscheid typische Begriffe und Wortcluster wie „Knopf“, „Schalter“ und „Licht“.

Mehr zum neuen Projekt der „Wunderkammer der Zukunft“ auch unter https://wunderkammer-zukunft.de/projekte/wortfindungsamt

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