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Terragon
So könnte die "Seniorenresidenz Wilhelmstraße 2" aussehen (Ansicht vom Sternplatz aus). Grafik: Stephan Höhne Gesellschaft von Architekten mbH

Lüdenscheid. Gute Aussichten für das Tor zur Wilhelmsstraße: die Berliner Terragon AG will die Peek und Cloppenburg-Brache übernehmen, das leerstehende Gebäude abreißen lassen und mitten in der City eine Seniorenresidenz mit bis zu 150 Wohnungen errichten. Das Erdgeschoss des Komplexes soll durch Ladenzeilen und ein Restaurant geprägt werden. Dazu erhält die „Seniorenresidenz Wilhelmstraße 2“ einen etwa 39 Meter hohen Wohnturm.

Für Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, sind die Pläne schlüssig. Und: „Damit könnte Lüdenscheid in der Region zum Vorbild für die Innenstadtgestaltung der Zukunft werden“, sagte er bei der ersten öffentlichen Vorstellung des Terragon-Konzeptes.

Eine erste Hürde hat die Vier-Sterne-Seniorenresidenz bereits genommen. Bei einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Stadtplanungsausschuss gab die Politik m Montag grünes Licht. Am kommenden Montag könnte der Hauptausschuss die endgültigen Voraussetzungen für die Umsetzung der Pläne schaffen.

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Noch nicht Eigentümer des Geländes

Allerdings: „Terragon ist noch nicht Eigentümer des Geländes“, erklärte Matthias Klipp, bei Terragon zuständig für Akquisition. Das Unternehmen besitze aber eine Vollmacht von P&C, die Planungen voranzutreiben. Die Gespräche mit P&C verliefen vielversprechend. Matthias Klipp ist zuversichtlich. „Wir wollen nicht, dass unsere Pläne im Archiv verschwinden.“ Ganz im Gegenteil: Terragon wolle die Lüdenscheider Seniorenresidenz zu einem Referenzobjekt für vergleichbare Vorhaben in anderen Mittelstädten ausbauen.

Eine aktuelle Ansicht des P&C-Gebäudes. Foto: Sven Prillwitz

Spezialist für hochwertige Seniorenwohnungen

Die Terragon AG ist nach eigenen Angaben Deutschlands führender Spezialist für die Entwicklung barrierefreier und hochwertiger Senioren- und Pflegeimmobilien. Bislang hat das 1994 gegründete Unternehmen 21 Service-Wohnanlagen mit mehr als 2000 Wohneinheiten und sechs Pflegeheime gebaut. Von der Projektentwicklung über das Projektmanagement bis zum Vertrieb der Immobilien liegt die gesamte Wertschöpfungskette in der Hand von Terragon.

Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Lüdenscheid bezeichnete Matthias Klipp als beispielhaft. Gleich bei der ersten Kontaktaufnahme im Oktober 2019 sei Terragon auf den Standort an der Wilhelmstraße hingewiesen worden.

15.000 Quadratmeter Nutz- und Wohnfläche

Noch befindet sich das Projekt im Planungsprozess. Wie aber auf 3300 Quadratmeter Grundfläche rund 15.000 Quadratmeter Nutz- und Wohnfläche untergebracht werden könnten, sei in einem ersten Testentwurf geklärt worden. „Jetzt beschäftigen wird uns mit der Optimierung der Flächen.“

Architekt Alexander J. Pithis vom Berliner Büro Stephan Höhne Gesellschaft von Architekten, erläuterte Einzelheiten des Entwurfs. Danach befindet sich der Eingang auf der Ecke/Wilhelmstraße/Altenaer Straße. Im südlichen Bereich der Altenaer Straße schließe sich der 13-geschossige Wohnturm an. Davor liegen sechs- bzw. fünfgeschossige Baukörper. Das an der Wilhelmstraße liegende Haus Nr. 10 wird ebenfalls abgerissen. Die historisch schöne Fassade soll rekonstruiert werden.

Stellten den ersten Projektentwurf vor: Matthias Klipp und Madeleine Wloch (Terragon) und Architekt Alexander J. Pithis. Foto: Sven Prillwitz

Großer parkähnlicher Innenhof

Im Inneren des Komplexes soll ein etwa 1000 Quadratmeter großer parkähnlicher Innenhof liegen. Im Erdgeschoss zur Altenaer Straße sind ein Gemeinschaftsraum mit Bibliothek und ein Restaurant mit Außengastronomie vorgesehen. Zur Wilhelmstraße werden drei Flächen für den Einzelhandel liegen. Dazu kommt ein Tagespflegeangebot, das alle Lüdenscheider in Anspruch nehmen können.

Die weiteren Planungen sehen Wohnungsgrößen zwischen 35 und 80 Quadratmeter vor. Auf einen Quadratmeterpreis kann sich Terragon noch nicht festlegen. Vermutlich wird er bei rund 20 Euro liegen. Dazu kommt eine Servicepauschale für die Nutzung der Gemeinschaftseinrichtungen, Hausmeister usw.

Zur Terragon-Zielgruppe gehören zahlungskräftige Rentner aus dem Lüdenscheider Mittelstand. So sieht das auch Bürgermeister Dzewas: „Das ist eine Alternative für alle, denen das eigene Haus zu groß geworden ist.“

Darüber hinaus könnte das Terragon-Projekt zu einem nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor für die Region werden. Das Unternehmen rechnet mit Baukosten von rund 40 Millionen Euro. Dazu kommen die Kosten für den Grunderwerb und den Abriss.

Der Fahrplan

Nach dem Votum des Hauptausschusses will Terragon im Sommer mit den Verhandlungen über den Grunderwerb beginnen. Danach soll mit einem Gestaltungsbeirat über das endgültige Erscheinungsbild des Gebäudes begonnen werden. Danach erfolgen die Vorbereitungen für den Bauantrag, der noch in diesem Jahr gestellt werden soll. Anfang kommenden Jahres könnte das P&C-Gebäude abgerissen werden. Ende 2024 könnte die Seniorenresidenz dann bezugsfertig sein.

Für Stadtplaner Martin Bärwolf spielt die zügige Umsetzung eine bedeutende Rolle. Sie sollte parallel zur Innenstadterneuerung erfolgen. Mehr zur Zielgruppe des Unternehmens und den geplanten Angeboten hier Konzeptvorstellung_Terragon

 

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