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Dieses Fahrzeug von Basse & Selve ist eine Leihgabe aus dem Museum für Hamelner Automobilgeschichte. Fotp: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Weimar war die Republik der Gegensätze. Politischer und wirtschaftlicher Aufbruch gingen einher mit sozialen Konflikten und Gewalt. Für den wirtschaftlichen Aufbruch steht beispielsweise der Industrielle Walther von Selve, Nachfahre des erfolgreichen Unternehmers Gustav Selve aus Altena. Vom Erfolg des Unternehmens an der Lenne beflügelt, beschloss er künftig auch Autos zu bauen. Walther von Selve kaufte die Norddeutschen Automobilwerke in Hameln. Zusammen mit den Motorenwerken Basse & Selve in Altena wurden sie Teil des von Gustav Selve gegründeten Konzerns. Davon erzählen die zwei Fahrzeuge im Foyer der Städtischen Museen Lüdenscheid. Sie sind Blickfang der Ausstellung „Weimar im Westen“. Die Schau wird am Sonntag, 17. Februar, um 11.30 Uhr eröffnet.

Eintauchen in die erste deutsche Demokratie

Die Wanderausstellung des LWL-Instituts für Regionalgeschichte präsentiert in vier begehbaren Würfeln multimedial bislang unbekannte Fotos, Filme und mehr. Sie lassen den Besucher in die Welt der Weimarer Republik eintauchen. Diese Republik war die erste deutsche Demokratie. Ihr Ende wurde 1933 durch die Nationalsozialisten Hitlers eingeläutet wurde.

Auf den Spuren von Stadtplaner Finkbeiner

“Unter der Laterne . . . “: Der Song Lili Marlene war der erste deutsche Millionen-Seller. Er wurde 1939 veröffentlicht. Da war die Weimarer Republik schon lange Geschichte. Foto: Wolfgang Teipel

Museumsleiter Dr. Eckhard Trox und sein Team haben die Wanderausstellung durch zahlreiche Objekte lokaler Herkunft ergänzt. Dazu zählen auch die beiden Selve-Fahrzeuge. Zu sehen sind auch die Spuren, die der Stadtplaner Wilhelm Finkbeiner beispielsweise mit der Siedlung am Grünewald in Lüdenscheid hinterlassen hat.



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Stadtansichten der Bergstadt, gemalt von Paul Wieghardt und Ida Gerhardi, zeigen das Lüdenscheid in den 1920er Jahren ebenso wie Fotos aus dem Stadtarchiv. Einige Ausstellungsstücke sind dem Komponisten Kurt Weill gewidmet, der eine Zeit lang in Lüdenscheid lebte und ab 1920 einige Jahre als Kapellmeister des damaligen Lüdenscheid Stadttheaters tätig war.

Das Museumsteam hat eine Fülle von Material zusammengetragen. „Wir sind ein Museum und haben den Ehrgeiz, Objekte zu zeigen“, sagt Dr. Eckhard Trox. Sie werden übrigens nach dem Ende der Wanderausstellung am 27. März um weitere Stücke ergänzt und noch eine ganze Weile zu sehen sein.

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