Die Firma Seissenschmidt führt am Standort Plettenberg ein neues Schichtarbeitssystem ein. Foto: Martin Büdenbender/Komplett-Magazin

Plettenberg. Die Firma Seissenschmidt führt ein neues Schichtarbeitsmodell ein, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Dabei handelt es sich laut Pressemitteilung des Unternehmens um ein in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat ausgearbeitetes 17-Schichten-Modell, das nicht zu Lasten der Mitarbeiter gehe. Betroffen sind die Mitarbeiter/innen der mechanischen Bearbeitung am Standort Plettenberg.

___STEADY_PAYWALL___

In der Pressemitteilung heißt es dazu: Um die Kunden termingerecht zu beliefern, ist das Unternehmen bereits seit vielen Monaten auf die Unterstützung der Belegschaft in Form von Mehrarbeit an den Wochenenden angewiesen. Dies betrifft vorrangig die Belegschaft der mechanischen Bearbeitung, in welcher rund 300 Mitarbeiter beschäftigt sind.

„Ohne die freiwillige Mehrarbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an nahezu jedem Wochenende in den zurückliegenden Monaten, hätten wir die Kundenabrufe nicht bedienen können“, so Rüdiger Groos, Geschäftsführer bei Seissenschmidt. „Dies kann allerdings kein Dauerzustand sein – weder für die Mitarbeiter, noch für das Unternehmen. Somit haben wir, gemeinsam mit dem Betriebsrat, neue Lösungsvorschläge konzipiert, um langfristig eine tragbare Lösung mit einer Planungssicherheit für alle Beteiligten zu haben. Hierbei lag unser Augenmerk darauf, dass die Mitarbeiter durch das neue Konzept nicht benachteiligt sind, sondern stattdessen wieder mehr Freizeit zur Verfügung haben.“

Vier Arbeitsgruppen

Das neue Konzept, welches im ersten Quartal 2019 umgesetzt werden soll, sieht ein 17-Schichten-Modell vor, welches die Mitarbeiter in vier Arbeitsgruppen aufteilt. Für die Mitarbeiter bedeutet dies, dass sie innerhalb von vier Wochen an 17 Tagen arbeiten müssen. Zum Vergleich: Aktuell arbeiten die Mitarbeiter innerhalb von vier Wochen an 20 Tagen. Um die Differenz aufzufangen, wird das Personal um eine vierte Schicht aufgestockt. Infolgedessen können die Gesamt-Maschinenlaufzeit erhöht, die Abschreibungskosten gesenkt und somit die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden.

Arbeitszeiten von Sonntag bis Samstag

Das 17-Schichten-Modell sieht es vor, sonntags mit der Nachtschicht zu beginnen, die Arbeitsstunden am Freitag von derzeit sechs auf acht Stunden je Schicht auszuweiten und samstags mit der Frühschicht zu enden. Für die Mitarbeiter würde sich dies beispielhaft wie folgt auswirken: Wenn die Mitarbeiter der Arbeitsgruppe A zwei Tage hintereinander Frühschicht haben, haben Mitarbeiter der Arbeitsgruppe B an diesen Tagen Spätschicht, Mitarbeiter der Gruppe C Nachtschicht und Mitarbeiter der Arbeitsgruppe D zwei Tage frei. Somit sind für jede Arbeitsgruppe einmal im Monat eine Frühschicht am Samstag und eine Nachtschicht am Sonntag vorgesehen. Darüber hinaus ist es erforderlich, eine festgelegte Anzahl an Zusatzschichten, sogenannten Einbringschichten zu verrichten, um auf die Soll-Jahresarbeitszeit zu kommen.

Mehrarbeit wird reduziert

„Die Mitarbeiter werden durch das neue Schichtmodell entlastet, da die Mehrarbeit deutlich reduziert wird. Während der Konzeptionierungsphase waren wir auch im Austausch mit den Mitarbeitern, um ihre Ideen und Anregungen in das Konzept miteinfließen zu lassen“, so Bettina Neumann, Personalleiterin bei Seissenschmidt. „Zudem haben wir die aktuellen arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse, wie beispielsweise einen Vorwärtswechsel der Schichten und nicht mehr als vier Nachtschichten in Folge, in dem Konzept berücksichtigt.“

Personal wird aufgestockt

Das neue Schichtmodell kommt für die mechanische Bearbeitung am Standort Plettenberg zum Tragen, alle anderen Bereiche sind hiervon aktuell unberührt. Da die Belegschaft der mechanischen Bearbeitung bisher auf drei Schichten ausgerichtet war, wird nun das Personal für die zusätzliche Schicht aufgestockt.

„Mit dem neuen Schichtmodell als Kalkulationsbasis konnten wir bereits die ersten Neuaufträge generieren. Das freut uns und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, schließt Rüdiger Groos ab.

Wir brauchen Dich, um die Zukunft von TACH! zu sichern. Bitte mach mit! Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here