Das Arajaquintett spielt am 17. September in der Erlöserkirche. Foto: Gehring
Lüdenscheid. Am Samstag, 17. September, um 20 Uhr wird in der Lüdenscheider Erlöserkirche ein Kammerkonzert unter dem Titel „Sehnsucht“ stattfinden. Auf dem Programm stehen mit Werken von Mozart und Brahms die zentralen Meisterwerke der Gattung Klarinettenquintett, also Streichquartett plus Klarinette.

Das Konzert ist es das Lüdenscheider Debut des Araja-Quintetts, eines hochkarätigen
Ensembles, das sich im Frühjahr dieses Jahres neu gründete und sich speziell dem reizvollen Repertoire für seine Besetzung verschrieben hat.

Mozart gelang ein Meisterwerk

Als erstes Werk steht Mozarts 1789 komponierte A-Dur-Quintett, KV 581 auf dem Programm. Seine Entstehung verdankt es der engen Freundschaft Mozarts mit Anton Stadler, dem führenden Virtuosen auf der damals noch in der Entwicklung befindlichen Klarinette. Nicht ohne zärtlichen Spott wurde Stadler vom Komponisten häufig „Riebisgesicht“ (=Johannisbeergesicht) genannt, da dieser seinen weithin gerühmten, besonders sanglichen Klarinettenton wohl nicht ohne sichtbare Anstrengung hervorbrachte. Jedenfalls schuf Mozart für seinen Freund das erste Werk überhaupt
für die Besetzung Streichquartett plus Klarinette und bei den ersten Aufführungen dürfte der Komponist selbst an der Bratsche mitgewirkt haben. Mozart gelang ein Meisterwerk, das man mit Fug und Recht als eine der schönsten musikalischen Freundschaftsgaben der Musikgeschichte bezeichnen kann.

„Abschied von der schönen Welt“

Johannes Brahms‘ Klarinettenquintett zählt zu den letzten Werken des Romantikers. Max
Kahlbeck, Freund des Komponisten und wichtigster Brahms-Biograph, hat das Quintett als
„Abschied von der schönen Welt“ interpretiert. Ein Eindruck, der sich angesichts der
gefühlssatten Harmonik und Klanglichkeit sehr unmittelbar einstellt, aber auch vor dem
Hintergrund von Brahms Leben nicht abwegig erscheint: Eigentlich hatte er etwa ein Jahr zuvormit dem Streichquintett op. 111 sein kompositorisches Schaffen als beendet angesehen. Die inspirierende Bekanntschaft mit dem Ausnahme-Klarinettisten Richard Mühlfeld bewog in jedoch, diesen Entschluss zu überdenken und einige Werke für Klarinette zu schreiben, darunter auch das melancholisch-abgeklärte Klarinettenquintett op. 115.

Elan, Inspiration und Spielfreude

Das „Araja-Quintett“ besteht aus dem Klarinettisten Andreas Hermanski, Johannes Gehring und Anna Trukhina an den Violinen, Anna-Louise Bougie an der Bratsche und dem Cellisten Roland Nitsch. Die jungen Musikerinnen und Musiker studieren bzw. studierten ihre Instrumente an der Essener Folkwang Universität der Künste, der Kölner Musikhochschule und dem „Conservatoire de Lausanne“ und können allesamt auf vielfältige Erfahrungen als Solisten, Orchester- und Kammermusiker zurückgreifen. Aus kollegialer Freundschaft und Liebe zum wunderbaren Repertoire für ihre Besetzung haben sie sich zusammengetan, um voller Elan, Inspiration und Spielfreude aufzuspielen und konnten sich bereits bei den ersten Konzerten im Frühsommer dieses Jahres über überschwänglichen Zuspruch eines begeisterten Publikums freuen.

Förderung durch NRW-Kulturministerium

Das zweite Programm des Ensembles wird nun maßgeblich unterstützt durch eine Förderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Dass das neue Programm seine Premiere jetzt in Lüdenscheid erfährt, ist dem Umstand zu
verdanken, dass die beiden Violinisten Anna Trukhina und Johannes Gehring auch als
Geigenlehrer an der städtischen Musikschule tätig und der Stadt auch künstlerisch vielfältig verbunden sind.
Der Eintritt zum Konzert in der Erlöserkirche ist frei, um großzügige Spenden wird gebeten.

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