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Kunst gegen Bares. Ein abwechlungsreicher Abend mit tollen Künstlern in der Phänomenta Lüdenscheid. Organisiert und moderiert von Nando Andreas und Melina Fuhrmann, auch bekannt als "HonigMut". Foto: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Noch gar nicht so ganz bekannt bei allen Lüdenscheidern und doch schon gut besucht. Es gibt ein neues Format in der Bergstadt, das sich “Kunst für Bares” nennt. Treffpunkt: Die Phänomenta Lüdenscheid. Ein charmanter Platz, an dem es fast ausschließlich ums wissenschaftliche Experimentieren geht. Warum dann nicht auch einmal einem kreativen Experiment die Chance geben, sich auszuprobieren?

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Ungewöhnliches Format

Ein schöner Abend mit vielen Gästen.

Mit Erfolg. Bereits das dritte Mal startete so ein kleines “Feuerwerk der Künste” im Panorama der Phänomenta.

Organisatoren und Moderatoren des Formates: Niemand geringerer als das Duo HonigMut. Nando Andreas und Melina Fuhrmann, vielen Lüdenscheidern bestens mit ihrer Musik bekannt, holten “Kunst gegen Bares” nach Lüdenscheid. Sie gingen damit durchaus ein Risiko ein, das hätte schief gehen könne.



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Wagnis wird belohnt

Ganz bei der Sache: Melina und Nando verfolgen das Geschehen von der Tür aus.

Aber gerade ein echtes Wagnis wird oft umso mehr belohnt. Das neue Format ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch von der Qualität der Künstler her ein echtes “Muss”.

Das Publikum darf hier Künstler erleben, die zum größten Teil noch nie in Lüdenscheid zu hören und zu sehen waren und die gerade an diesem Abend durchaus neue Qualitäts-Standards setzen.

Von Null auf Hundert

Torsten Schulze, Betriebsleiter der Phänomenta ist immer dann zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wird.

Die Lüdenscheider lieben es bekanntermaßen, in einer ungewöhnlichen Location einer ungewöhnlichen Live-Show zuzuschauen. Am besten, wenn sie dabei auch noch selbst aktiv werden können. Ein Beispiel dafür sind die ungebrochen erfolgreichen Poetry Slam-Veranstaltungen im Kulturhaus.

Die Phänomenta setzt da noch einmal “einen drauf”. Nicht nur ihres Turmes wegen, der mittlerweile ein echtes Wahrzeichen Lüdenscheids ist. Das Konzept Kunst und Kultur, mit wissenschaftlichem Ambiente zu vereinen geht einfach auf. Es passt, trotz oder vielleicht gerade wegen des scheinbaren Kontrastes.

Sechs Schweinchen …

Eine außergewöhnliche Location: Das Panorama der Phänomenta Lüdenscheid.

Bei “Kunst gegen Bares” geht es natürlich um Kunst, aber eben auch um echtes Bares.

Um dies anschaulich zu demonstrieren, stehen sechs (Spar-)Schweinchen für die jeweils sechs Künstler schön ordentlich aufgereiht am Bühnenrand und warten auf ihr Futter.

Die Künstler kommen aus ganz unterschiedlichen Genres. Sie treten nacheinander vor ihr Publikum und zeigen, was sie können. Das Publikum honoriert ihren Auftritt ganz am Ende mit einer monitären Gabe in das jeweils zugehörige Schweinchen. Das kann viel sein, das kann weniger viel sein. Gewinner des Battles ist derjenige, der das meiste Geld in der Spardose hat. Und der muss / will dann auch noch einmal auftreten.

… sechs Künstler

An diesem Freitagabend zeigten sechs Künstler ihr Können, die jeder für sich gut genug gewesen wären, das dickste Schweinchen nach Hause zu holen. Eigentlich schade, dass man als Zuschauer immer so schwierige Entscheidungen zu treffen hat.

Jann Wattjes

Jann Wattjes, Slam Poet, eröffnete den Abend mit humorigem Tiefgang.

Poetry Slammer Jann Wattjes aus Paderborn machte den Anfang. Intelligente Texte von großer Dynamik sind sein Markenzeichen.

Es machte Spaß, ihm zuzuhören, da er mit seinen Poetry-Texten exakt auf den Punkt trifft und mit trockenem Humor tatsächlich auch zu echtem Nachdenken anregt. Er überzeugte mit viel Tiefgang und echter Empathie.

Timothy Thomson

Timothy Thomson. Begabter Entertainer aus Lüdenscheid, der die Illusion perfekt beherrscht.

Timothy Thomson, seines Zeichens Zauberer und Entertainer bezauberte als zweiter Bewerber um “Bares” das Publikum.

Ihm zuzuschauen ist faszinierend. Der noch so junge “Meister der Illusion”, hat nicht nur seine Finger perfekt im Griff, aus denen er alles Mögliche und Unmögliche hervorzaubert, sondern auch sein Publikum, das ihm auch an diesem Abend teilweise wirklich atemlos folgte.

enkelson.

enkelson. Richtig sympatisch!

Singer-/Songwriter enkelson. betrat als dritter Künstler die Bühne. Der sympathische Düsseldorfer besticht mit beschwingten Songs, Bühnenpräsenz und einer Stimme, die auch hält, wenn es mal in die kompliziertere Tonarten geht.

enkelson. erzeugte mit seinen Texten und der lockerleichten Musik beim Zuhörer genau das richtige sehnsüchtig/poetische Feeling, das man sich für so einen Abend wünscht. Ein Musiker, den man sich gerne noch öfter anhören möchte. Und der dringend einmal mit BINYO aus Halver auftreten sollte;)

Catherine de la Roche: Kleines Powerpaket mit schöner Stimme.

Catherine de la Roche

Nach der Pause ging es weiter mit Catherine de la Roche. Wer jetzt eine dunkelhaarige Französinn erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt.

Klein und blond und eher zart, verschwand sie fast hinter ihrer Gitarre. Aber wer die Singer-/Songwriterin an diesem Abend hörte, war schon nach wenigen Takten fasziniert. Lyrisch, stimmgewaltig und mit viel Ausstrahlung präsentierte sie Songs, die echte Power haben. Und die Kraft, ein Herz zu berühren.

Mazi

Mazi. Ihm zuzuhören machte wirklich Spaß. Und ja, er hat recht. Er sieht aus wie ein indischdeustcher Iraner. Oder indischiranischer Deutscher. Oder so …

Nach ihr betrat Mazi die Bühne. Der Comedian hatte das Publikum augenblicklich in der Tasche. Sehr witzig und dabei noch richtig klug, präsentierte der Iraner, der in Deutschland aufgewachsen ist und aussieht wie ein waschechter Inder, wie es ist, Multikulti in einer einzigen Person zu vereinen.

Er hatte es drauf, ohne Frage. Das Publikum war begeistert von ihm und wollte ihn eigentlich gar nicht mehr von der Bühne lassen.

Simon Slomma

Simon Slomma. Wirbelsturm mit Gesicht und Händen. Wer ihn verpasst hat, hat tatsächlich jemanden verpasst.

Niemand hätte damit gerechnet, dass ausgerechnet Simon Slomma, der als letzter auftrat, dann das fetteste Schweinchen mit nach Hause nehmen durfte. Aber, wie es bereits geschrieben steht: Die Letzten werden die Ersten sein. Und das völlig verdient.

Simon schaffte es, die Zuhörer zum Weinen zu bringen. Vor Lachen wohlgemerkt. Unglaublich, wie es eine einzelne Person im karrierten Hemd anstellt, soviel sinnvollen Klamauk und Blödsinn in allerkürzeseter Zeit einfach mal rauszuhauen, sein Publikum wegzuhauen und dazu noch auf die Gitarrensaiten draufzuhauen. Am Schluss seines Auftrittes fragte man sich als Zuhörer ernsthaft, ob man das gerade wirklich erlebt hatte oder ob das da eben auf der Bühne eine heftige Vision von einem Wirbelsturm war, mit irgendwie obendrauf einem echt lustigen Gesicht, das auch noch singen konnte.

Täter des Wortes

Simon gewann verdient. Zweiter wurde Mazi – ebenfalls nicht überraschend – und auf Platz drei kam Jann Wattjes. Die drei “Täter des Wortes” hatten sich somit durchgesetzt.

Mit viel Charme

Das dürfen sie gerne auch noch machen: Moderieren und organisieren. Die beiden HonigMuts führten gekonnt durch den Abend.

Die beiden Organisatoren Melina und Nando machten ihre Sache gut. Nicht nur, dass die beiden immer sehr harmonisch und homogen zusammen wirken und einfach ein schönes Bild abgeben, sie moderierten auch professionell und mit viel Charme durch den Abend.

Ernstzunehmende Künstler

Melina und Nando zusammen mit dem Gewinner Simon. Elegantes Schwarz trifft auf karriertes Hemd. Schön;)

Melina und Nando haben sich in den letzten Jahren von einem Singer-/Songwriter-Duo, das nach den ersten zaghaften gemeinsamen Schritten sehr schnell Lüdenscheid und die weitere Umgebung eroberte, zu zwei ernstzunehmenden Künstlern weiterentwickelt, die nicht nur mit ihrer Musik überzeugen, sondern auch mal eben so einen Abend wuppen, als wär das “nix”.  “Kunst gegen Bares” haben sie spätestens mit diesem dritten Abend erfolgreich in die Lüdenscheider Phänomenta implementiert. Ein Format, das perfekt zu ihnen passt.

“Kunst gegen Bares” ist spannend und abwechslungsreich und dürfte auch beim demnächst geplanten vierten Mal ein Event sein, das viele Lüdenscheider in die Phänomenta locken wird.

 

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