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Am 4.April wurden nach Angaben der IG Metall überraschend und ohne Absprache sechs Maschinen verladen. Foto: IG Metall

Lüdenscheid. Die Lüdenscheider Linden GmbH hat am Wochenende Spritzgießmaschinen und dazugehörige Werkzeuge aus ihren beiden Standorten in Lüdenscheid abtransportieren lassen. Dieses Vorgehen wird von der IG Metall massiv kritisiert. Auch der SPD-Bürgermeisterkandidat Sebastian Wagemeyer bezieht zu dem Vorgang Stellung. In seiner Pressemitteilung heißt es:

“Die Situation der Automobilindustrie und weiterer Branchen ist schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Teilen kritisch gewesen. Diesen Eindruck haben viele Gespräche mit Betriebsräten, Beschäftigten aus unseren Betrieben, Arbeitgebern sowie Vertretern des heimischen Arbeitgeberverbands und der IG Metall bekräftigt.

Die Corona-Pandemie macht die Herausforderung, Arbeitsplätze zu sichern und neue Arbeit zu schaffen, noch schwieriger. Ich bin mir aber sicher: Wenn wir alle zusammen an diesem Ziel arbeiten, wird uns das gelingen. Weil sich gemeinsamer Einsatz für unser Zuhause lohnt.



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Sebastian Wagemeyer: “Der Arbeitgeber hat trotz der Verhandlungen einseitig durch den Abzug der Maschinen Fakten geschaffen.” Foto: SPD

Am Samstag hat die Firma Linden auf der Kalve Maschinen abtransportieren lassen. Wahrscheinlich sollen diese Maschinen in andere Konzernbetriebe verlagert werden. Der Betriebsrat hat sich mit der Geschäftsführung in Verhandlungen über die Zukunft der Arbeitsplätze befunden. Der Arbeitgeber hat trotz der Verhandlungen einseitig durch den Abzug der Maschinen Fakten geschaffen. Der Betriebsrat wurde von diesen Maßnahmen nicht informiert. Lüdenscheid ist durch die Wirtschaftskrise 2008/2009 gekommen, weil Arbeitgeber und Beschäftigte sowie ihre Interessenvertretungen zusammen an Lösungen gearbeitet haben. Diesen Geist der Zusammenarbeit vermisse ich bei der Linden-Geschäftsführung.

Die Beschäftigten der Firma Linden befinden sich in Kurzarbeit. Kurzarbeit ist ein Instrument, um Beschäftigung zu sichern. Deswegen unterstützt der Staat durch die Zahlung des Kurzarbeitergelds und die Übernahme der Sozialabgaben. Der ersatzlose Abtransport von Maschinen sichert keine Beschäftigung, sondern gefährdet Arbeitsplätze. Die Beschäftigten der Firma Linden sind aufgrund der Kurzarbeit, den schlagartigen Veränderungen durch die Corona-Pandemie und der Diskussion um die Zukunft der Autoindustrie besorgt. Die Kontaktsperren und behördlichen Handlungsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus  führen dazu, dass sie nicht einmal in Form eines öffentlichen Protests ihren Unmut äußern können. Auch vor diesem Hintergrund ist die Art und Weise, wie die Firma Linden am Samstag mit ihren Beschäftigten umgegangen ist, zu kritisieren.

Die Bundesregierung hat einen breiten Maßnahmenkatalog auf den Weg gebracht, um Unternehmen und Beschäftigten Sicherheit zu geben. Das kann sich sehen lassen, auch wenn es Defizite gibt. Insbesondere bei der Höhe des Kurzarbeitergelds sehe ich noch Handlungsbedarf. Mit 60 oder 67 Prozent vom Netto lässt sich die Miete, die Rate für das Haus oder das Auto oder auch der sonstige Lebensunterhalt schwierig bestreiten. Deswegen muss hier nachgelegt werden.”

 

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