Freuen sich über die Auszeichnung als HFU-Schwerpunktklinik: Prof. Dr. Markus Zarse (links) und Prof. Dr. Bernd Lemke, Direktoren der Klinik für Kardiologie, Elektrophysiologie und Angiologie am Klinikum Lüdenscheid. Foto: Kim Bruse/Märkische Kliniken GmbH

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Schwache Herzen sind in Lüdenscheid in besonders guten Händen. Die Klinik für Kardiologie am Klinikum Lüdenscheid ist Ende letzten Jahres durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit dem Prädikat “HFU-Schwerpunktklinik – zertifiziert” ausgezeichnet worden. Das bedeutet: sie bietet Expertise, Behandlungskompetenz und hält rund um die Uhr alle therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung von Patienten mit Herzschwäche vor.

Herzinsuffizienz – auch Herzschwäche (engl. Heart Failure) genannt – gehört zu den häufigsten Gründen für einen Krankenhausaufenthalt in Deutschland. Allein im Klinikum Lüdenscheid werden jährlich rund 1.700 Patienten mit diesem Krankheitsbild stationär und ambulant versorgt – und die Zahl schwer herzkranker Patienten nimmt stetig zu.

Hoher Leidensdruck

Dabei ist der Leidensdruck der Betroffenen sehr hoch: Selbst beim Liegen oder Sitzen sind sie erschöpft und kurzatmig. “Als zertifizierte HFU-Schwerpunktklinik bietet die Kardiologie am Klinikum Lüdenscheid Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche nun eine zentrale Anlaufstelle mit interdisziplinären Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten”, erklärt Prof. Dr. Bernd Lemke, Direktor der Klinik für Kardiologie, Elektrophysiologie und Angiologie in Lüdenscheid.

Vier Überwachungsplätze

An derzeit vier speziell eingerichteten Überwachungsplätzen können die Patienten in der Heart Failure Unit optimal durch Fachkräfte der Kardiologie und Intensivstation überwacht und nach ihren Bedürfnissen und Krankheitsgrad versorgt werden. “Die engmaschige und interdisziplinäre Betreuung ermöglicht es, schnell die Behandlung einzuleiten, die für den Patienten zu dem jeweiligen Zeitpunkt optimal ist. Dafür können wir auf sämtliche medikamentöse und interventionelle Therapieverfahren, wie Herzkatheter, Kreislaufunterstützungssysteme oder Mitralklappen-Clipping, bei dem eine undichte Herzklappe mit einer Klammer verschlossen wird, zurückgreifen”, sagt Prof. Dr. Lemke. “Andere Verfahren führen wir im Hybrid-OP – ein OP-Saal, in dem Ärzte an einem einzigen Ort zugleich diagnostizieren und behandeln können – des Klinikums Dortmund durch. Eine solche Operation ist beispielsweise der Katheter-gestützte Ersatz der Aortenklappe. Hierbei wird am schlagenden Herzen, ohne den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine bzw. ohne die Eröffnung des Brustkorbes, über die Leistenarterie eine neue Herzklappe eingesetzt.”

Behandlung in einem großen Versorgungsnetzwerk

Die Behandlung der fortgeschrittenen akuten und chronischen Herzinsuffizienz erfordert dabei ein hohes Maß an personellem Fachwissen und technischer Ausstattung. So sind für die Zertifizierung neben speziellen Gerätschaften, der engen Verzahnung verschiedener medizinischer Disziplinen oder die 24-Stunden-Bereitschaft einer Brustschmerz-Ambulanz (Chest-Pain-Unit) im eigenen Haus, auch spezialisierte Pflegekräfte Voraussetzung. Hinzu kommt der Aufbau eines HFU-Versorgungsnetzwerks. So kooperiert das Klinikum Lüdenscheid auf dem Gebiet der implantierbaren Herzunterstützungssysteme und der Herztransplantation sehr eng mit der Herzchirurgie des Klinikums Dortmund und der Düsseldorfer Universitätsklinik als überregionales HFU-Zentrum. Auch in der Weiterbehandlung arbeiten Klinikum sowie behandelnde Haus- und kardiologische Fachärzte eng zusammen.

“Den besten Behandlungserfolg erreicht man nur, wenn sich um jeden Patienten ein kleines Expertennetzwerk bildet”, weiß Prof. Dr. Markus Zarse, der die Kardiologie gemeinsam mit Prof. Lemke leitet. “Durch die interdisziplinäre Behandlung in einem großen Versorgungsnetzwerk können schwere Folgeerscheinungen, wie etwa ein Multi-Organversagen, verhindert und die Genesung beschleunigt werden. So profitieren unsere herzkranken Patienten durch die Auszeichnung zur HFU-Schwerpunktklinik insbesondere von der Bündelung der Versorgungsstrukturen, wodurch sich Diagnose und Therapie für die Betroffenen deutlich verbessert.”

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