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Die Hand drauf: Schulleiter Frank Bisterfeld und Kulturhaus-Intendantin Rebecca Egeling unterzeichneten den Kooperationsvertrag zwischen Schule und Kulturhaus (links Lehrerin und Ansprechpartnerin Josette Ommer). Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Das Kulturhaus will jungen Leuten einen einfacheren Zugang zum Theater verschaffen. Schülerinnen und Schüler sollen wenigstens einmal im Jahr eine Aufführung erleben. Jetzt zieht die Idee von Intendantin Rebecca Egeling Kreise. Die Städtische Adolf-Reichwein-Gesamtschule und die Grundschule Tinsberg haben kürzlich einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterschrieben. „Weitere Schulen haben Interesse signalisiert“, sagt Rebecca Egeling.

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Vergünstigte Eintrittspreise

Rückenwind für diese freiwillige Selbstverpflichtung der Schulen lommt aus der Politik. Sie hat Vorzugspreise für die Schülerinnen und Schüler der Schulen beschlossen, die einen solchen Kooperationsvertrag unterzeichnen. Für sie beträgt der Eintrittspreis für eine inszenierte Aufführung vier Euro (Grundschüler) und fünf Euro (weiterführende Schulen). Neben Theaterstücken zählen auch theaterpädagogische Workshops zu diesem Angebot. Die Regelung gilt ab Schuljahr 2019/20. Nach Ablauf eines Schuljahres soll Bilanz gezogen werden. Danach wird die Vereinbarung weitergeführt oder aufgehoben.

Seltene Einmütigkeit

Schulleiter Frank Bisterfeld ist stolz darauf, dass seine Schule zu den ersten zählt, die die neue Vereinbarung unterschrieben haben und darauf, dass alle Gremien dahinterstehen. „Wir haben mit Eltern, der SV und allen Lehrern gesprochen. Alle haben sich in seltener Einmütigkeit dafür ausgesprochen“, sagt er.

Ohnehin sei die Schule in Sachen Kultur auf einem guten Weg. Bläserklasse, Chorarbeit, erfolgreiche Schulkulturabend – all das zeichne die Adolf-Reichwein-Gesamtschule bereits aus. Dazu kommen Projekte, die Lehrerin Josette Ommer seit Jahren mit den Literaturkursen der Schule umsetzt. Jüngstes Beispiel ist die inszenierte Lesung anlässlich der Ausstellung „Home“ in den Städtischen Museen.

Programmbeirat redet mit

Der Kooperationsvertrag ist das Ergebnis einer Reihe von Treffen, zu denen Rebecca Egeling Lüdenscheider Lehrerinnen und Lehrern eingeladen hatte. Sie werden künftig ebenso wie Schülerinnen und Schüler sowie Eltern Vorschläge für die neuen Spielpläne unterbreiten können. „Wir werden eine Art Programmbeirat bilden“, erklärt Rebecca Egeling dazu. So solle die Zusammenarbeit mit den Schulen auf eine breite Basis gestellt werden.

Viele Eltern und Schüler noch nie im Theater

„So kann es gelingen, dass die Mauern um das Kulturhaus eingerissen werden“, formuliert es Markus Ignatzek, didaktischer Leiter der Gesamtschule, recht drastisch. Er verweist auf ernüchternde Ergebnisse der Kulturforschung. Das Verteilungsmuster der kulturellen Teilhabe hat sich offensichtlich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert. Noch immer bleibe die Hälfte der Menschen von öffentlich finanzierten Kulturangeboten wie Museen, Theatern und Konzerten ausgeschlossen. Es gebe zwar mehr Besuche in diesen Einrichtungen, aber nicht unbedingt mehr Besucher. Viele Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern hätten noch nie in ihrem bisherigen Leben ein Theater besucht.

 

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