Über die Talbrücke Rahmede werden nie mehr Autos fahren. Das Bauwerk bleibt gespeert und wird abgerissen. Foto: Sven Prillwitz

A45: Keine Pkw mehr auf der Talbrücke Rahmede – Neubau soll schnell kommen

 

Lüdenscheid/Südwestfalen. Wenige Tage nach dem Jahreswechsel verkündete die Autobahn GmbH Westfalen bereits an heutigen Freitagmittag die Hiobsbotschaft des Jahres: Über die Talbrücke Rahmede der A45 bei Lüdenscheid werden keine Fahrzeuge mehr fahren können, weder Lkw noch Pkw.

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Zu diesem Schluss kam am Donnerstag die Expertenrunde der Autobahn GmbH. Eine Sanierung der Brücke auch nur für Pkw würde nach aktuellen Schätzungen etwa drei Jahre dauern. „Und ob das dann auch funktioniert, ist völlig offen“, erläuterte Elfriede Sauerwein-Braksiek, die Leiterin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH.

Neue Brücke in fünf Jahren?

Stattdessen soll die alte Brücke jetzt abgebrochen werden und an derselben Stelle und im selben Linienverlauf eine neue Brücke gebaut werden. „Mit Hochdruck bauen wir dann die neue Brücke. Wir hoffen, dass sie dann in fünf Jahren steht“, so Sauerwein-Braksiek.

Weitere Schäden entdeckt

Die aktuellen Untersuchungsergebnisse, die über den Jahreswechsel zusammengetragen wurden, belegen weitere Schäden an der Brücke. Das Stahlgerüst weist nicht nur Verformungen und Beulen auf, viele Bereiche des Stahls sind stark korrodiert und haben Risse. „Deswegen war die Entscheidung richtig, die Brücke im Dezember zu sperren, so schwerwiegend das für die Menschen in der Region, für Spediteure und Pendler ist“, sage Sauerwein-Braksiek. Die großen Verkehrsmengen, aber vor allem auch die gestiegenen Gewichte in den vergangenen Jahrzehnten, seien die wesentlichen Gründe für den heutigen Zustand der 53 Jahre alten Brücke.

„Unser Hauptziel ist es, dass Lkw wieder ungehindert über die A45 fahren können, damit entlasten wir Speditionen und Logistiker und helfen der gesamten Wirtschaft“, formulierte Sauerwein-Braksiek die Vorgabe.

Der Verkehr wird nun voraussichtlich jahrelang über die Umleitungsstrecken U16/U39 geleitet. In der nächsten Woche soll eine Task Force prüfen, ob andere Umleitungsstrecken infrage kommen.

Dudas: Schwerer Schlag für die Region

„Die heutige Nachricht zur Vollsperrung der A45 aufgrund der Schäden an der Rahmedetalbrücke ist ein schwerer Schlag für unsere Region“, erklärt dazu der heimische SPD-Landtgsabgeordnete Gordan Dudas. „Diese neuen Erkenntnisse machen einen unverzüglichen Neubau notwendig und schließen nach Aussagen der Autobahn GmbH eine Öffnung für Pkw aus. Sowohl betroffene Anlieger der seit Anfang Dezember massiv belasteten Ausweichstraßen in Lüdenscheid und der ganzen Region, aber auch alle Pendlerinnen und Pendler, die zur Arbeit und zurück wollen, und gleichermaßen unsere zahlreichen heimischen Unternehmen brauchen eine schnelle Perspektive, wie es weitergeht.“

Der neue Sachstand müsse auch als Chance begriffen und genutzt werden, einen Ersatzneubau schnellstmöglich voranzutreiben. Gleichzeitig müssten alle Möglichkeiten zur Entlastung ergriffen werden. Dazu zählt Dudas sowohl Maßnahmen zum Lärmschutz der Anlieger im Einzugsbereich der Ausweichstrecken als auch weitergehende, weiträumige und optimierte Umleitungen des Verkehrs. Ebenfalls müsse auch die Bahnanbindung der RB 52 unverzüglich wieder in Betrieb genommen werden.

Die Vorschläge von vielen Anwohnern habe er aufgenommen und werde weiterhin in Düsseldorf und Berlin auf Entlastungen drängen“, kündigt der Landtagsabgeordnete an.

 

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