Vor dem Herzstück des Blockheizkraftwerkes: Annegret Dickhoff, Christoph Wippermann, Dr. Thorsten Kehe, Markus Kimmeskamp und Tim Grabowski präsentieren die Urkunde zum Gütesiegel. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Das Klinikum Lüdenscheid hat zum zweiten Mal das BUND-Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ erhalten. Damit ist die Klinik in Hellersen eins von zehn Krankenhäusern in NRW und 46 bundesweit, die die strengen Kriterien des BUND-Gütesiegels erfüllen.

„Zu unserer Verantwortung für die Gesundheit der Patienten und der unternehmerischen Verantwortung kommt auch die Verpflichtung gegenüber der Umwelt“, betonte Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken. Zudem wies er darauf hin, dass viele Dinge im laufenden Betrieb gesetzlich geregelt seien. „Für den Einsatz von Energie gibt es solche Vorschriften nicht.“ Das bedeute allerdings auch, dass sich Investitionen in Klimaschutz und Energiesparmaßnahmen or dem Hintergrund der angespannten finanziellen Lage im Gesundheitswesen rechnen müssten.

Mehr als 4,7 Mio. Kilowattstunden gespart

Licht aus, Strom gespart – so einfach ist das nicht. Was das Klinikum Lüdenscheid unternommen hat, um die BUND-Kriterien zu erfüllen, erläuterte vor der Übergabe der Urkunde durch BUND-Projektleiterin Annegret Dickhoff Tim Grabowski, Mitarbeiter aus der Technischen Abteilung des Klinikums.

So wurden durch verschiedenste Maßnahmen und Weiterentwicklungen in den Bereichen Wärmetechnik/Elektrotechnik, Energiemanagement, Raumlufttechnik und Beleuchtung zwischen 2011 und 2016 mehr als 4,7 Millionen Kilowattstunden Wärme und Strom eingespart. Mit dieser eingesparten Energiemenge könnten anschaulich umgerechnet 70 Millionen Hemden gebügelt oder auch 5.300 Jahre TV geschaut werden.

CO2-Ausstoß um 4500 Tonnen verringert

Zudem wurde in diesem Zeitraum der klimaschädliche Ausstoß von CO2-Emissionen um 4500 Tonnen verringert. Tim Grabowski veranschaulichte auch diese Zahl: „Eine Tonne CO2 entspricht etwa dem Volumen von 6000 Müllbeuteln.“

Geschafft haben das die Techniker unter anderem mit dem Bau eines gasbetriebenen Blockheizkraftwerks und der Erneuerung der Kühltürme im Bereich der Großkälte. Außerdem wurden die Dachflächen in den Häusern 1 bis 5 mit energiesparende Dämmung isoliert, zentrale Raumluftanlagen mit Wärmerückgewinnung ausgestattet sowie Sonnenschutzpanelen mit Solarzellen installiert.

Energiekosten spürbar gesenkt

Alle Maßnahmen haben sich auch finanziell bemerkbar gemacht. So ist es gelungen, die Energiekosten des Klinikums um etwa 340.000 Euro pro Jahr zu senken.

Auch vor dem Hauptgebäude des Klinikums macht sich die Urkunde zum Gütesiegel “Energie sparendes Krankenhaus” gut. Foto: Wolfgang Teipel

„Klimawandel und Gesundheit sind ein großes Thema“, sagte BUND-Projekt-Leiterin Annegret Dickhoff am Montag. Ihr Anliegen sei es, Krankenhäuser, die in großem Umfang Energie einsparten und ihren Kohlendioxidausstoß verringerten, auszuzeichnen und damit Nachahmungseffekte zu initiieren. Gleichzeitig räumte sie ein, dass es nicht leicht sei, die BUND-Kriterien zu erfüllen. Zudem überprüft der  BUND sie nicht selbst. Zur fachlichen Kontrolle werden externe Gutachter der regionalen Energieagenturen herangezogen.

Suche nach weiteren Einsparmöglichkeiten

Markus Kimmeskamp, stellvertretender Leiter der Technischen Abteilung, Tim Grabowski von der Betriebstechnik und das gesamte Team ist hoch motiviert. Es sei nicht leicht, weiter Einsparungen im großen Stil zu erzielen. Dennoch arbeitet die Technische Abteilung des Krankenhauses kräftig daran. So gibt es beispielsweise die Überlegung, Elektromobilität in den Fuhrpark einzubauen. Dabei sollen Überkapazitäten des Blockheizkraftwerkes genutzt werden, um künftige Elektrofahrzeuge über Nacht zu laden. Auch der Bau von Photovoltaik-Anlagen auf den Dachflächen von Haus 1 bis 5 sowie eine weitere Umstellung der LED-Beleuchtung in den Außenanlagen zählen zu den weiteren Überlegungen.

 

 

 

 

 

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