Bernd Gieseking spottet gern. Der Kabarettist kann aber auch ganz anders. Foto: Wolfgang Teipel

Schalksmühle. Bernd Gieseking spottet über Tatorte mit Til Schweiger, den DFB und die Bundeskanzlerin. Der in Dortmund lebende Kabarettist kann aber auch anders. Attacken gegen asylsuchende Flüchtlinge sind „Angriffe auf die Zivilgesellschaft“. Für eine Weile wurde der Bernd Gieseking beim Neujahrsempfang der Gemeinde Schalksmühle ganz ernst. „Wir sind ein Land voller Engel“, sagte er und meinte damit die vielen Ehrenamtlichen, die sich um Menschen kümmern, die vor Krieg, Verfolgung und Elend nach Deutschland geflohen sind. Dafür gab’s im Rathaus jede Menge Beifall.

Überraschende Pointen

Giesekings satirischer Jahresrückblick „Ab dafür“ ist eine gelungene Mischung aus Chronik und Kommentar, mit schrägen Sichtweisen und überraschenden Pointen auf die Kabarett-Bühnen bringt. Beispiel gefällig? Zum Jubiläum 25 Jahre Wiedervereinigung fällt dem Mann aus Dortmund Folgendes ein: „Die Wiedervereinigung wollte ich natürlich auch. Aber musste es den unbedingt die DDR sein, ich hätte lieber Luxemburg oder die Schweiz gehabt“. Da mussten auch die mit Verspätung eingetroffenen Ehrengäste aus der Landes- und Bundespolitik kräftig schmunzeln.

Bürgermeister: „Vieles dauert zu lange“

Ernstere Töne schlug Bürgermeister Jörg Schönenberg. Der Umbau des Rathausplatzes, die Erneuerung des Volmeparks, die Einweihung des Kunstrasen-Sportplatz Kuhlenhagen, das und mehr habe Schalksmühle 2015 bewegt. Leider könnten andere projekte nicht so zügig umgesetzt werden. Vieles dauere ihm zu lange, auf andere Dinge habe die Gemeinde nur einen geringen Einfluss. Als Beispiel nannte der Rathauschef den geplanten Neubau des Edeka-Marktes in Dahlerbrück. Er sei aber zuversichtlich, dass sich an der Volmestraße noch einiges bewegen werde.

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Thema Wohnraum eine Herausforderung

Eine besondere Herausforderung sei das Thema Wohnraum für Flüchtlinge. Bislang sei gelungen, die Neuankömmlinge dezentral in Wohnungen unterzubringen. Das sei künftig nicht mehr möglich. Deshalb habe sich die Gemeinde entschieden, Notunterkünfte in Leichtbauweise auf dem Jahnplatz anzusiedeln. „Das Ganze ist ein offener Prozess, über den wir zeitnah informieren werden“, versicherte der Bürgermeister.

Primusschule eine „Erfolgsstory“

Die Entwicklung der Primusschule sei eine „Erfolgsstory“. In diesem Jahr werde mit dem dritten und letzten Bauabschnitt begonnen. Die Schule sei für den Bildungsstandort von hoher Bedeutung. Gleichzeitig hob er den Stellenwert der Grundschule Spormecke, der Kitas, von VHS, Musikschule und der Katholischen öffentlichen Bücherei hervor. „Das alles muss weiter gefördert werden.“

Sternsinger sammeln für Bolivien

Gern präsentiert die Gemeinde bei ihren Neujahrsempfängen talentierten Nachwuchs aus der Musikschule Volmetal. Am Sonntag spielte die junge Pianistin Michelle Kramny Jazz und Pop, darunter das ergreifende „Tears in Heaven“ des Gitarristen Erich Clapton. Traditionell nutzten die Sternsinger den Neujahrsempfang, um ihre Spendendosen zu füllen. Der Erlös ihrer Aktion geht nach Bolivien.

 

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