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Der Vorstand der Bürgerinitiative Gegenwind Plettenberg e.V. überreichte Unterschriftenlisten gegen Windenergieanlagen in Waldgebieten. Vorne v.l.: Bürgermeister Ulrich Schulte und Gegenwind-Vorsitzender Robert Lützenkirchen, hinten v.l. Stadt Planer Hartmut Engelkemeier sowie die Gegenwind-Vorstandsmitglieder Dirk Brockhaus und Dr. Nobert Freiburg. Foto: Bernhard Schlütter


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Plettenberg. Die Bürgerinitiative Gegenwind Plettenberg hat am heutigen Dienstag (23. Januar) Unterschriftenlisten gegen den Bau neuer Windkraftanlagen an Bürgermeister Ulrich Schulte überreicht. Derweil hat die Stadt dem Bauantrag der Firma PNE Wind AG für fünf Windräder per Dringlichkeitsentschluss das gemeindliche Einvernehmen versagt.

Im Zeitraum von etwa einem Jahr seit Dezember 2016 hat Gegenwind ca. 1250 Unterschriften gesammelt. “Beteiligt haben sich Personen aus Plettenberg und Umgebung, teilweise auch Besucher aus anderen Regionen, die die Attraktivität unserer Landschaft zu schätzen wissen”, berichtete Robert Lützenkirchen, 1. Vorsitzender von Gegenwind e.V. Zusammen mit seinen Vorstandskollegen Dirk E. Brockhaus und Dr. Norbert Freiburg brachte er die Unterschriften ins Rathaus. Zusätzlich führten sie etwa 260 Teilnehmer an einer Online-Abstimmung auf, wobei sie Doppelbeteiligungen hier nicht ausschließen können.

Bauantrag widerspricht gültigem FNP

Bürgermeister Ulrich Schulte und Stadtplaner Hartmut Engelkemeier erläuterten, dass der bestehende Flächennutzungsplan (FNP) rechtsgültig sei, solange das Aufstellungsverfahren für einen neuen FNP laufe. Das sei auch der Grund dafür, PNE das gemeindliche Einvernehmen zu versagen. Dieses gelte zunächst für die beantragten fünf Anlagen, die sämtlich außerhalb der jetzt ausgewiesenen Vorrangflächen für Windkraftanlagen lägen. Der Dringlichkeitsbeschluss sei wegen der rechtlichen Frist notwendig. Er wurde von allen Ratsfraktionen unterschrieben (nötig wäre nur ein Ratsmitglied neben dem Bürgermeister) und muss in der Ratssitzung am 30. Januar (öffentliche Sitzung, Beginn: 17.30 Uhr) bestätigt werden (Sitzungsvorlagevorlage).



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Ob die Aufstellung eines neuen FNPs weiterverfolgt wird, hängt von der Entwicklung auf Landesebene ab. “Wir werden den neuen Windenergieerlass der Landesregierung abwarten. Dann sollten wir eine neue Grundsatzentscheidung treffen”, kündigte Ulrich Schulte an. Durchaus möglich, dass dann ein Schlussstrich unter das FNP-Verfahren gezogen und der jetzige in Kraft bleibt.

Noch kein Grund zur Entwarnung für Windrad-Gegner

“Wir erwarten, dass es bei Abwägung aller Kriterien nicht zur Ausweisung neuer Vorranggebiete für Windenergieanlagen im Flächennutzungsplan der Stadt Plettenberg kommt”, betonte Lützenkirchen. Die Bürgerinitiative Gegenwind werde die Entwicklung beobachten und mit allen nötigen und möglichen Maßnahmen gegen den Bau von Windkraftanlagen in den Waldgebieten Plettenbergs vorgehen, sieht Dirk Brockhaus noch keinen Grund für eine Entwarnung aus Sicht der Windrad-Gegner.

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