Die Schleusinger Delegation und die Plettenberger Gastgeber auf dem Spielplatz der Städtepartnerschaft (zwischen Bludenzer und Schleusinger Straße). Bild: Stadt Plettenberg

Plettenberg. Wer sich Freunde nachhause einlädt, will diese natürlich richtig verwöhnen, es soll an nichts fehlen. Das war auch das Ziel von Plettenbergs Verwaltungsleitung unter Bürgermeister Ulrich Schulte. Die Vier-Täler-Stadt feiert dieses Jahr 625. Jubiläum und die Plettenberger Woche wurde extra verlängert. Da lag es nahe, zur gleichen Zeit die Delegation aus der thüringischen Partnerstadt Schleusingen zu beherbergen. Denn da war das Feiern des 30. Jubiläums dieser Partnerschaft schon zwei Jahre überfällig.

Es musste also ordentlich was nachgeholt werden und das wurde es auch. Wie das unter Freunden so ist, muss das auch überhaupt nicht steif – sondern darf gern mit viel Spaß verbunden sein. Am Donnerstag (25.8.), noch vor der Eröffnung der Plettenberger Woche, weihten die beiden Bürgermeister André Henneberg (Schleusingen) und Ulrich Schulte eine neue Attraktion auf dem Spielplatz Grünestraße ein. Das so genannte Yalp Memo ist eine interaktive Spielplattform. Allerdings nicht wie eine Spielkonsole, sondern die Säulen mit ihren digitalen Bedienelementen sind Basis für verschiedenste Spiele, die gleichzeitig Körper und Gehirn in Fahrt bringen. So traten auch die Bürgermeister im direkten Duell gegeneinander an und hatten beim Rennen sichtlich Spaß!

Etwas mehr Ernst war dann aber im direkten Anschluss bei der feierlichen Eröffnung der Jubiläums Plettenberger Woche gefragt. Bürgermeister Ulrich Schulte und sein Schleusinger Amtskollege André Henneberg betonten beide die Wichtigkeit der gemeinsamen Städtepartnerschaft. Auch, wenn die Wiedervereinigung lange vollzogen sei, habe man so viele Freundschaften geschlossen und ein Wissensaustausch sei weiter enorm wichtig. Zum Ende seiner Rede schenkte André Henneberg seinem Gastgeber noch

Anzeige
Die Städtepartner-Gruppe wird bei der Linamar Plettenberg GmbH von Torsten Neuhaus durch die Standorte im Elsetal geführt. Bild

einen Gutschein über die Pflanzung eines Feldahorns „…wo der hinkommt, könnt ihr euch dann noch selbst aussuchen.“ Die feierliche Eröffnung wurde von einem Grußwort des mitteldeutschen Bürgerrechtlers Rainer Eppelmann (vom stellv. Verwaltungsleiter Matthias Steinhoff verlesen) und dem Konzert der jungen Bläserphilharmonie NRW abgerundet.

Der Freitag startete mit einer Sightseeing-Tour durch die Vier-Täler-Stadt. Dicht gedrängt im Bulli des Jugendzentrums ging es durch alle Täler, über viele Berge bis zur Oestertalsperre. Während dieser Rundfahrt stoppte die Gruppe dann auch am Spielplatz zwischen der Schleusinger und der Bludenzer Straße (Bludenz ist ja ebenso Partnerstadt). Dort wunderte sich Plettenbergs Bürgermeister erst noch, dass dort städtisches Personal vor Ort war. Nach einem sanften Hinweis seitens der Delegation fiel dann aber auf, dass der am Vortag geschenkte Gutschein für die Pflanzung eines Feldahorns bereits eingelöst war. Um Bürgermeister Ulrich Schulte zu überraschen, hatten die Schleusinger alles schon mit der Verwaltungsleitung hier bei uns „eingestielt“. Die Überraschung war mehr als gelungen und gemeinsam schaufelten beide Bürgermeister letzte Erde über das Wurzelwerk des Feldahorns.

Nach dieser Überraschung fuhr die Gruppe im Bulli weiter. Ein weiterer Höhepunkt der Tour war die Besichtigung der Linamar Plettenberg GmbH, dem großen Fahrzeugteile- und

Die Städtepartner-Gruppe wird bei der Linamar Plettenberg GmbH von Torsten Neuhaus durch die Standorte im Elsetal geführt. Bild: Stadt Plettenberg

Werkzeughersteller im Elsetal. Sichtlich beeindruckt wurden alle nach einer Einführung durch zwei der drei Werke am Standort geführt, Betriebsabläufe und Herstellungsprozesse wurden erklärt und die mitunter enorm großen Maschinen vorgeführt.

Danach wurde ein Imbiss eingenommen und das war als Fundament auch nicht ganz unwichtig, denn es folgte eine Tradition der Plettenberger Woche: Der Fassanstich! Bürgermeister Ulrich Schulte hatte da natürlich auch wieder Unterstützung von seinem Amtskollegen André Henneberg – aber auch vom Landrat des Märkischen Kreises, Marco

Die beiden Bürgermeister beim traditionellen Fassanstich. Bild: Stadt Plettenberg

Voge. Um es kurz zu machen: Beim Fassanstich lief alles glatt! Die Gäste konnten gut und lange verköstigt werden. Das galt auch für das äußerst leckere Mitbringsel der Schleusinger Delegation! Original Thüringer Rostbratwürste hatten sie im Gepäck und dann auf dem Grill am offenen Ende des Rathausinnenhofs. Der Chef grillte höchstselbst die ersten Chargen für die Besucherinnen und Besucher. Anschließend wurde die Jubiläums-PleWo einfach mal genossen.

Der Samstag hatte noch mal ordentlich Programm, aber mit Einblicken, die nicht alltäglich sind. Den Start machte das Pumpenspeicherkraftwerk in Finnentrop- Rönkhausen. Die Daten allein sind beeindruckend, wie die Leistung von 140 Megawatt, dem Fassungsvermögen des Oberbeckens von einer Million Kubikmeter Wasser oder wie eben durch Höhenunterschied und Wasserfluss Energie nutzbar gemacht – oder gespeichert wird.

Später wurde über die Plettenberger Woche gebummelt und das mit Ziel Christuskirche. Auf dem Weg testeten die beiden Bürgermeister Henneberg und Schulte aber noch was Wasserspiel vor dem „Wilhelm 9“. Nass, aber nicht begossen, wurde dann die Kirchenführung wieder hochkonzentriert wahrgenommen. Als nächster Punkt stand die Besichtigung des Feuerwehrgerätehauses in Ohle auf dem Programm. Dort erläuterten Mitglieder der Löschgruppe und Fachbereichsleiter Jülich die derzeitige beengte Situation und die Pläne für den Neubau. Nach einem gemeinsamen Abendessen ging es zum Ausklang wieder auf die bei den Gästen sehr beliebte Plettenberger Woche.

Etwas wehmütig war da der Sonntagmorgen. Beim Abschiedsfrühstück gab es noch eine letzte Gelegenheit, sich vor der Abreise der Schleusinger Delegation zu unterhalten, über die vergangenen Tage und künftige Pläne zu reden. Eins ist aber klar: Die Städtepartnerschaft zwischen Schleusingen und Plettenberg soll intensiviert werden und so sind weitere Besuche und Gegenbesuche bereits in Arbeit!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here