TEILEN
RAAM-Team
In weniger als 100 Tagen geht das RAAM Team aus dem Märkischen Kreis an den Start zum härtesten Radrennen der Welt, dem Race Across America. Foto: Jannik Fischbach/raamteam 2019.

Märkischer Kreis. (pmk) In weniger als 100 Tagen, am 15. Juni um 12 Uhr Ortszeit, geht das RAAM Team des Märkischen Kreises in Oceanside, Kalifornien an den Start. Landrat Thomas Gemke ruft alle Märker auf, die Botschafter aus dem Sauerland und deren Charity-Projekt, die Palliativstation der Märkischen Kliniken in Lüdenscheid zu unterstützen.

___STEADY_PAYWALL___

Wer am härtesten Radrennen der Welt, dem Race Across America, mitmachen will, sollte sich gut vorbereiten. Seit 2017 arbeiten Teamchef Frank Lachnitt und die vier Radsportler Markus Gärtner, Julian Becker, Sven Dunker und Miki Milvoje Nilovic an ihrem gemeinsamen Traum, der sie an ihre körperlichen und mentalen Grenzen bringen wird. Von der West- bis zur Ostküste der USA sind rund 4800 Kilometer, 50.000 Höhenmeter und extreme Klimaschwankungen zu überwinden.

Rennen ohne jede Pause

Die Tour führt unter anderem durch die heißen und trockenen Wüsten Mojave und Sonora, über die kalten Gebirgszüge der Sierra Nevada,  Rockies und Appalachen und durch das schwül-heiße Tal des Mississippi. Es wird Tag und Nacht geradelt. Die vier Radfahrer wechseln sich wie bei einer Staffel ab.

Auf ihrem Weg durch zwölf US-Staaten begleitet die Rennradler ein Betreuerteam, das sich präzise wie ein Uhrwerk um die gesamte Logistik kümmert. Die Fahrer konzentrieren sich in den maximal neun Tagen und fünf Stunden, die ihnen zur Verfügung stehen, auf sich, ihren Körper und die Bewältigung der Strecke. Viel Raum zum Entspannen und Privatsphäre bietet das gemietete Wohnmobil mit sieben Schlafplätzen nicht. Jeweils fünf Teammitglieder dürfen schlafen, nach sechs Stunden wird rotiert. Schlafentzug ist vorprogrammiert. Zum Tross gehören drei weitere Fahrzeuge zur Absicherung und Versorgung der Radler sowie zur Medienbegleitung.

Frank Lachnitt: “Vom Betreuerteam hängt viel ab”

Für Teamchef Frank Lachnitt gibt es für das Rennen quer durch die USA noch einige logistische Probleme zu lösen. Foto Jannik Fischbach/ RAAM team 2019

“Vom Betreuerteam hängt viel ab”, sagt Frank Lachnitt, Krankenpfleger und Atmungstherapeut in den Märkischen Kliniken in Lüdenscheid. Er ist zuversichtlich, dass in den letzten zwei Jahren eine gute Truppe aus elf Betreuern zusammengewachsen ist. Aber: „Es sind schon viele Teams kurz vor dem Ziel zerbrochen, weil sie sich untereinander nicht mehr verstanden haben“. Daher ist Lachnitt froh, in Alexander Fink nicht nur einen guten Navigator gefunden zu haben. Der Polizeibeamte aus Schöneck soll mit seiner Gelassenheit auch als Mediator und Streitschlichter in Stresssituationen die Gemüter beruhigen.

Fachleute für alle Fälle

Zur körperlichen Regeneration und zur Prävention von Verletzungen und Überlastungsschäden der vier Hochleistungssportler legen die Physiotherapeuten Tabea Kaiser aus Lüdenscheid und Volker Stuberg aus Kierspe Hand an. „Bei Unfällen und Verletzungen ist es auch immer gut, eine Notärztin wie Susanne Weber und einen Feuerwehrmann und Notfallsanitäter wie Lars Weber dabei zu haben“, macht Lachnitt deutlich. Susanne Weber kommt aus Meinerzhagen und ist Oberärztin für Anästhesie am Klinikum Lüdenscheid.

Polizeibeamter Alexander Fink soll als Mediator die Gruppe zusammenhalten und in Stresssituationen schlichten. Foto: Jannik Fischbach/raamteam 2019

Ihr Mann Lars ist wie Handwerkermeister Sven Biehsmann aus Kierspe auch technisch und handwerklich versiert. Von Anfang an im Team ist “Kümmerin” Jana Dopatka, die Partnerin von Julian Becker. Die Herscheiderin ist als Fahrerin und Navigatorin eingesetzt und sowas wie die gute Seele der Gruppe. Für die mediale Dokumentation und Aufbereitung des Teamevents sind Filmemacher Jannik Fischbach aus Olpe und Heilerziehungspfleger Axel Schneider aus Herscheid verantwortlich.

Simulationsfahrten im Winter

Um die sportliche Leistungsfähigkeit der Biker zu analysieren und zu optimieren ist Sportwissenschaftler Andreas Kramer mit an Bord. Den Trainingsstand über den Winter zu retten, war bisher das Ziel. “Die Jungs haben jeder für sich zuhause ihr Bike auf die Trainingsrolle eingespannt und Simulationen gefahren”, erzählt Frank Lachnitt, selbst leidenschaftlicher Ultrasportler.

Dank moderner Technik begeben sich die Radsportler in virtuelle Welten, treffen dort andere Sportbegeisterte und simulieren beispielsweise Berganstiege mit mehr Trittwiderstand und  Rennsituationen wie bei der Tour de France. Die Trainingsdaten der vollverkabelten Athleten landen alle auf dem Laptop von Andreas Kramer von der Sportklinik Hellersen in Lüdenscheid. Aus ihnen entwickelt der Wissenschaftler individuelle Trainings- und Leistungsziele sowie Tipps diese Ziele möglichst kräfte- und gelenkschonend umzusetzen.

Feinschliff auf Mallorca

“Jetzt geht es um den Feinschliff”, meint Lachnitt. Im Trainingslager auf Mallorca können Gärtner, Becker, Dunker und Nilovic im März endlich wieder in der realen Welt Kilometer fressen. Begleitet werden sie dabei von begeisterten Radsportlern. „Hier in Herscheid hat sich eine schönen Radsportgemeinschaft entwickelt“, freut sich der Teamkoordinator über die Unterstützung. Am 29. März geht es dann los zur 1500 Kilometer Simulation durch alle Bundesländer.

ana Dopatka und Andreas Kramer besprechen die Trainingsdaten der Fahrer. Foto: Jannik Fischbach/raamteam 2019

RAAM-Team & Friends am 14. April unterwegs

Rot im Kalender anstreichen können sich Radsportler aus der Region schon mal den 14. April: Dann will das RAAM Team & Friends wie versprochen die RAAM-Südroute im Märkischen Kreis mit möglichst vielen ambitionierten Rennradlern abfahren. Start ist um 9 Uhr am Feelgood Sportstudio, Am Mühlengraben 8 in Herscheid. Die 130 Kilometer Tour verläuft über Plettenberg, Oester, Meinerzhagen, Kierspe, Schalksmühle, Lüdenscheid und Herscheid zurück zum Ausgangspunkt. Bei rechtzeitiger Anmeldung sorgt das RAAM Team auch für Verpflegung. Spenden sind erwünscht.

Noch ist die Finanzierung des Traums nicht ganz in trockenen Tüchern. “Spritkosten und Verpflegung sowie Materialien für Transportboxen oder Ersatzteile für die Autos – also die gesamten Unterhaltskosten vor Ort – fehlen noch”, erklärt Lachnitt. Die logistische Vorbereitung kostet ihn so manche schlaflose Nacht. So viele Einzelheiten sind zu bedenken, so viele regionale Besonderheiten zu beachten.

Spenden für die Palliativ-Station

Für die ganze Crew ist „Race Across America“ aber nicht nur ein hochklassiges Sportevent, es dient auch wohltätigen Zwecken. Einen Anteil ihrer Sponsorengeldern und Werbeeinnahmen spendet das Team an den Förderverein Palliativstation des Klinikums Lüdenscheid. “Für unser Charity-Projekt sammeln wir bis zur letzten Minute”, verspricht Lachnitt. Was nach dem Rennen in Annapolis an Geld übrig ist, fließt ebenfalls komplett in Projekte des Fördervereins. Dazu gehört beispielsweise die Anschaffung eines teuren Ultraschallgeräts für die Schmerzpatienten oder die Zusatzqualifikation des Personals in Aromatherapie, die das Wohlbefinden der Patienten günstig beeinflusst.

Leistungsstarke Botschafter

Landrat Thomas Gemke begrüßt als Schirmherr die Spendenaktion. Er ist stolz darauf, dass der Märkische Kreis solche leistungsstarken sportlichen Botschafter für die Region Südwestfalen in das härteste Rennen der Welt schicken kann, und bedankt sich bei den vielen Sponsoren, Institutionen und privaten Spendern für die Unterstützung.

Weitere Infos unter www.raamteam2019.de. Ansprechpartner sind Frank Lachnitt 01703086571, frank@raamteam2019.de und Markus Gärtner 015231716788, markus@raamteam2019.de; Spenden-Konto TriSpeed-Herscheid Stichwort RAAM Sparkasse Lüdenscheid IBAN:  DE85 4585 0005 0332 6422 14.

Wir brauchen Dich, um die Zukunft von TACH! zu sichern. Bitte mach mit! Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here