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In der Kirchengemeinde Oberrahmede (im Bild), bei Veranstaltungen, in Geschäften, Restaurants und anderswo hat die Lüdenscheiderin Swanie Diehl Deckel zur Ausrottung der Kinderlähmung gesammelt. Fotos: EKKLP

Lüdenscheid. Swanie Diehl und ihr Team spenden über 100 Impfungen für Kinder, indem sie über eine längere Zeit Kunststoffdeckel in der Evangelischen Kirchengemeinde Oberrahmede sammelten.

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Dankbar für jeden Deckel

„Ich bin für jeden Deckel dankbar. Ich denke immer an die Kinder, die das brauchen.“ Mit dem Ziel, einen Beitrag zur Ausrottung der Kinderlähmung (Polio) zu leisten, hat die Lüdenscheiderin Swanie Diehl insgesamt 50.555 Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen und Getränkekartons für die Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ gesammelt und damit mehr als 100 Kindern eine Schluckimpfung finanziert.

„Das ist nicht nur mein Erfolg, sondern ein Erfolg von uns allen“, gilt ihr Dank allen, die ihr beim Sammeln geholfen haben. „Allein wäre das nicht zu schaffen gewesen.“ Aufmerksam auf die Aktion, an der sich bundesweit zahlreiche Rotary-Clubs und in Lüdenscheid der Rotary-Club Lüdenscheid-Zeppelin mit vielen Unterstützern beteiligten, wurde die Lüdenscheiderin 2016, als sie in einem örtlichen Geschäft ein großes Plakat über die „Deckel drauf“-Aktion entdeckte.



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Erstes Ziel: 5000

Ein Bericht von Klaus Majoress, Superintendent des EV. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, und Pfarrerin Bettina vom Brocke sowie Patenkind Louisa, die die Sammelaktion aus der Sekundarschule Nachrodt-Wiblingwerde kannte, verstärkten ihr Interesse an der Aktion. „Ich habe erst ganz locker angefangen zu sammeln“, erinnert sich die Lüdenscheiderin. „Ich knacke die 5 000er Stückzahl, war damals mein Ziel.“ Damit zehn Schluckimpfungen finanzieren zu können, erschien ihr allerdings schon bald als viel zu wenig.

„2017 habe ich dann angefangen, intensiv zu sammeln.“ In der Kirchengemeinde Oberrahmede, wo sie gleichsam „Mädchen für alles“ ist, im Freundes- und Bekanntenkreis, bei Veranstaltungen, in Geschäften, Restaurants und wo immer sie gerade unterwegs war, rührte sie die Werbetrommel für die Aktion. Mehr noch: Auch wildfremde Menschen, denen sie bei unterschiedlichsten Gelegenheiten begegnete – sei’s beim Baden an der Listertalsperre, bei Pro Christ, bei Freizeiten, im Bus oder in Obdachlosenkreisen – sprach sie auf Deckel an.

Der kürzeste Weg zwischen Menschen ist ein Lächeln

Ihr Lächeln und ihre freundliche Art wirkten dabei gleichsam als Türöffner. „Der kürzeste Weg zwischen Menschen ist ein Lächeln“, zitiert sie ein chinesisches Sprichwort. Vielfach verwundert und befremdet, aber nie ablehnend waren die Reaktionen. „Keiner hat nein gesagt“, berichtet die Lüdenscheiderin mit philippinischen Wurzeln. „Der liebe Gott hat mir einen Mund gegeben, um zu fragen.“

Bald schon war Swanie Diehl auch unter dem liebevoll gemeinten Beinamen „Queen of the Caps“ bekannt. „Mutig“ war ein Wort, das sie immer wieder bei Gesprächen mit den Menschen, auf deren Deckel sie es im Dienst der guten Sache „abgesehen“ hatte, zu hören bekam. Geduldig erklärte sie jedem, der es hören wollte, was es mit der „Deckel drauf“-Aktion, die inzwischen aus unterschiedlichsten Gründen – gesunkene Preise für Sekundarrohstoffe und eine geänderte Kunststoffstrategie der EU – ausgelaufen ist, auf sich hat.

Die Zeit war nicht umsonst

„Jede (Deckel)Farbe ist wie ein Mensch. Wenn wir gemeinsam etwas machen, sind wir stark“, meint Swanie Diehl.

Wie Swanie Diehl lachend eingesteht, war das Einzige, was ihr Engagement sie gekostet hat, Zeit. Zeit, auf Menschen zuzugehen, sie in ein Gespräch zu verwickeln und zum Mitmachen zu bewegen. „Die Zeit war nicht umsonst“, ist sie überzeugt. Die Deckel sind inzwischen abgegeben, die Kontakte sind geblieben. Viele nette Geschichten, an die Swanie Diehl gern zurückdenkt, haben sich am Rande der Sammelaktion ergeben. „Einer der Obdachlosen, mit dem wir über unsere Kirchengemeinde verbunden sind, hat allein 3.500 Deckel gesammelt“, erzählt sie.

„Jede (Deckel)Farbe ist wie ein Mensch. Wenn wir gemeinsam etwas machen, sind wir stark.“ Allein, beteuert sie, wäre sie nie so weit gekommen. Die Aktion habe ihr selbst nur Positives, nichts Negatives gebracht. Einen Dank für ihren unermüdlichen Einsatz erwartet Swanie Diehl nicht. „Ich will zeigen, dass jeder Mensch wertvoll ist und geliebt.“ Menschen, die ohne Hoffnung sind, habe sie eine Freude machen können. „Dafür bin ich dankbar.“

Enormer Einsatz

Klaus Majoress, Superintendent des EV. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, und Pfarrerin Bettina vom Brocke (r.) bestaunten und lobten das bemerkenswerte Sammelergebnis von Swanie Diehl.

Auch wenn ihr Dank für ihren Einsatz nicht wichtig ist, konnte sich Swanie Diehl dennoch über eine besondere Wertschätzung freuen. Klaus Majoress und Bettina vom Brocke besuchten die „Queen of the Caps“ in ihrer Kirchengemeinde, sahen sich das bemerkenswerte Sammelergebnis an und dankten Swanie Diehl ausdrücklich für ihren enormen Einsatz.

„Es ist bemerkenswert was man mit einem persönlichen, positiven und hoch engagierten Einsatz alles erreichen kann“, würdigte Klaus Majoress das Engagement von Swanie Diehl. „Unsere Kirche lebt von dem Einsatz der vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern, die mit ihrem Einsatz in unterschiedlichen Bereichen so viel Gutes erreichen. Die Sammelaktion ist dafür ein tolles Beispiel – jeder kann sich mit seinen Stärken und seiner Motivation einbringen und damit ganz praktisch anderen Menschen helfen.“ EKKLP

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