Mit einem QR-Code-Design für Geräte und Einsatzwagen klären die Johanniter u.a. in Dresden über die Folgen von Gaffen auf. Foto: Johanniter/Björn Stelley

Märkischer Kreis. QR-Codes auf Einsatzfahrzeugen, Kleidung und Ausrüstung der Rettungskräfte sollen Schaulustige, die mit ihren Smartphones zum Beispiel bei Verkehrsunfällen filmen, aufrütteln. Einen entsprechenden Antrag bringt die SPD-Fraktion in den Kreistag ein.

„Wir wollen mit der Idee die Schaulustigen aufrütteln und ihnen deutlich machen: Was ihr da macht, ist respektlos und nicht okay!“, so schildert der heimische Landtagsabgeordnete Gordan Dudas die Zielsetzung eines von ihm angeregten Antrags zum Einsatz von QR-Codes auf Einsatzfahrzeugen, Kleidung und Ausrüstung. Die SPD-Kreistagsfraktion hat diesen Antrag nun für die kommende Sitzung des Kreistages eingebracht und hofft auf die Unterstützung der anderen Fraktionen.

Mit Hilfe des QR-Codes, der von Smartphones erkannt wird, sollen die Nutzer nach Bestätigung auf eine Internetseite gelangen, welche über die negativen Folgen des Gaffens informiert und aufrüttelt, ihr Verhalten zu überdenken. „Es geht darum, das Problem ins Bewusstsein zu rufen und möglichst viele Menschen dazu zu bringen, dieses Verhalten zu ändern. Dazu macht es Sinn, auch bei uns im Märkischen Kreis zu schauen, inwieweit man diese Methode hier bei uns, möglichst mit allen Trägern der örtlichen Rettungswachen, realisieren kann“, erläutert der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Wolfgang Rothstein. „Denn auch bei uns gibt es leider immer wieder solche Probleme. Daher wollen wir prüfen lassen, ob und wie die Idee zum Schutz von Leben umgesetzt werden kann.“

„Die Idee stammt ursprünglich von den Johannitern, die in Berlin einen entsprechenden Modellversuch durchführen. Der Hintergrund ist dabei klar: Wenn ein Unfall geschieht brauchen die Opfer meist schnelle Hilfe von Rettungskräften. Störungen, Behinderungen oder gar teils tätliche Drohungen gegen Sanitäterinnen und Sanitäter, Polizei und Feuerwehr haben jedoch in den letzten Jahren zugenommen“, erläutert Gordan Dudas den Hintergrund seiner Initiative. Mit der im Modellprojekt getesteten Idee eines QR-Codes bekommen die Schaulustigen, von denen viele Fotos machen oder Videos drehen, den Hinweis per Link auf ihr Gerät und können – sofern sie bestätigen – zu einer Internetseite mit entsprechenden Hinweisen weitergeleitet werden.

„Letztlich zeigen wir damit den Schaulustigen sinnbildlich die Rote Karte. Die Idee soll daher ein Baustein sein, um möglichst viele Menschen in der Region zum Nachdenken zu bringen“, findet Wolfgang Rothstein. Es sei das Ziel, dass durch die Initiative möglichst breite Unterstützung gefunden wird. „Es geht darum, den Respekt vor Einsatzkräften und den Unfallopfern gleichermaßen zu steigern und letztlich auch Leben zu retten“, ergänzt Gordan Dudas.

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