Schleier Kopftuch

Lüdenscheid. Sandra Manß und Angelika Linnepe wollen ein Zeichen setzen. Die beiden Lüdenscheiderinnen organisieren eine Protestaktion, bei der alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich mit den Menschen solidarisch zeigen können, die im Iran gegen Menschenrechtsverletzungen auf die Straße gehen.

Die Veranstaltung findet am Samstag, 15. Oktober, ab 16 Uhr auf dem Rathausplatz statt.

Auslöser der Proteste im Iran ist der Tod der 22-jährigen Zhina „Mahsa“ Amini. Die junge Frau war verhaftet worden, weil sie sich geweigert hatte, das vorgeschriebene Kopftuch zu tragen. In der Haft kam sie ums Leben.

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„Die Proteste im Iran richten sich inzwischen nicht nur gegen den Kopftuchzwang, sondern gegen massive Menschenrechtsverletzungen durch das Regime“, sagt Sandra Manß.  „In anderen europäischen Ländern ist bereits ebenfalls Protest aufgeflammt. Deshalb wollen auch wir allen Iranerinnen und Iranern zeigen: Ihr seid nicht allein.“

Über die bloße Teilnahme an der Veranstaltung auf dem Rathausplatz hinaus können sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Haarsträhne abschneiden lassen. Die Strähnen werden gesammelt und mit einem Protestbrief an die iranische Botschaft in Deutschland geschickt.

Auch iranische Frauen schneiden sich zurzeit öffentlich oder auf Videos die Haare ab. „Das ist eine sehr starke Geste“, erklärt die kurdische Journalistin so Duzen Tekkal. Einerseits zeigten sich die Frauen öffentlich im Internet ohne Kopftuch, zusätzlich schneiden sie sich das Haar, was ein Zeichen von Trauer ist. Bei den Kurden ist es üblich, das eigene Haar auf das Grab einer verstorbenen Person zu legen als Akt des Trauerns. Es ist in dem Fall aber auch eine Geste der Selbstbestimmung, der Rebellion und des Protests.“

Teilnehmerinnen und Teilnehmer können noch vor der Veranstaltung ein T-Shirt mit einem Foto von Zhina Amini und der Aufschrift „Women, Life, Freedom“ bestellen. Es kostet 14 Euro. Telefon 01754152542 (Sandra Manß) oder 01607488088 (Angelika Linnepe).