TEILEN
Informationsgespräch zwischen Praxis und Politik: (von rechts) Kinderarzt Michael Achenbach, FDP-Ortsverbandsvorsitzender Michael Schulte, Bürgermeister Ulrich Schulte und FDP-MdL Susanne Schneider Foto: Bernhard Schlütter
Informationsgespräch zwischen Praxis und Politik: (von rechts) Kinderarzt Michael Achenbach, FDP-Ortsverbandsvorsitzender Michael Schulte, Bürgermeister Ulrich Schulte und FDP-MdL Susanne Schneider Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Zum Informationsaustausch zwischen Praxis und Politik besuchten am heutigen Donnerstag (10. September) die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion Susanne Schneider, Bürgermeister Ulrich Schulte und FDP-Ortsverbandsvorsitzender Michael Schulte den Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Michael Achenbach. Der engagierte Mediziner schilderte aus seiner Sicht eine ganze Reihe von Faktoren, die es erschweren, vor allem Hausärzte nach Plettenberg zu bekommen.

Das Sauerland und speziell der Märkische Kreis habe ein schlechtes Image unter niederlassungswilligen Medizinern, so Achenbach. „Die Region gilt als ländlich. Das schreckt viele ab. Und wer sich für eine Landarztpraxis entscheidet, ist von Plettenberg enttäuscht, weil es gar nicht so ländlich ist.“ Darüber hinaus würden Ärzte generell in Westfalen bei den Kassenabrechnungen schlechter abschneiden als in anderen Bundesländern.

Ein generelles Problem sieht Achenbach in der nicht ausreichenden Zahl von Studienplätzen. „Es wurde bisher überhaupt nicht berücksichtigt, dass viel mehr Frauen Ärztin werden. Dadurch dass Familie und Beruf vereinbart werden müssen, werden weniger Stunden gearbeitet. Wir brauchen also mehr Ärzte für die gleiche Patientenzahl als früher.“

Anzeige

Susanne Schneider nahm diese Informationen interessiert zur Kenntnis. „Es gibt kein Patentrezept. Lösungen müssen regional und lokal angepasst werden“, sagte sie. Auf Landesebene setze sie sich zum Beispiel für mehr Studienplätze ein. Als Erfolgsmodell nannte sie die Landarztquote nach der eine bestimmte Anzahl von Studienplätzen an Bewerber*innen vergeben werden, die sich verpflichten, nach dem Studium als Hausärztin oder Hausarzt in unterversorgten Regionen des Landes tätig zu sein.

Bürgermeister Ulrich Schulte arbeitet auf ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) hin, um jungen Hausärzt*innen den Einstieg zu erleichtern und attraktiver zu gestalten. Dabei soll nach Möglichkeit mit Nachbarkommunen zusammengearbeitet werden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here