Ein buntgemischtes Team aus Mitarbeitern des Quartiersmanagement der Stadt Hagen, des Werkhofs und des Hagener Jobcenters begleitet und berät gemeinsam mit ausgebildeten Betreuern, die selbst aus Südosteuropa stammen, Menschen aus Rumänien und Bulgarien beim „Mietführerschein“. Foto: Esther Schöttke/Stadt Hage)

Hagen. Bildung, Sprache, Gesundheit, Arbeit oder Wohnen – das sind einige wichtige Lebensbereiche, die maßgeblich für eine erfolgreiche Integration von zugewanderten Menschen in die Stadtgesellschaft sind. Das Quartiersmanagement im Fachbereich Jugend und Soziales der Stadt Hagen initiiert unter anderem zahlreiche Projekte für zugewanderte Menschen aus Südosteuropa.

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In Zusammenarbeit mit der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Werkhof und dem Hagener Jobcenter ist nun das Pilotprojekt „Wohnen“ am 1. Juni erfolgreich an den Start gegangen. Etliche Menschen aus Südosteuropa kommen nach Hagen auf der Suche nach bezahlbarem und angemessenem Wohnraum, um für sich und ihre Kinder eine Zukunft aufzubauen. Viele Vermieter und Nachbarn klagen jedoch immer wieder über Probleme mit Mietern aus Rumänien oder Bulgarien.

Verbesserung von Wohnverhältnissen

Das liegt einerseits daran, dass den zugewanderten Familien oftmals die „Spielregeln“ des Wohnens in Deutschland nicht geläufig sind. Andererseits geraten sie aus Unkenntnis in problematische Wohnsituationen, die eine lukrative Einnahmequelle für unseriöse Vermieter bilden. Vor diesem Hintergrund haben die Kooperationspartner der Stadt, des Werkhofs und des Jobcenters ein Konzept entwickelt, das präventiv und unter Beteiligung der Betroffenen die Verbesserung von schwierigen Wohnverhältnissen sowie der Hagener Sozialstruktur zum Ziel hat.

Mietführerschein, Wohnbegleitung und Kooperationsbegleitung

Das Pilotprojekt „Wohnen“ besteht aus drei Bausteinen: dem „Mietführerschein“, der „Klartext“ Wohnbegleitung und der Kooperationsvereinbarung „Wohnen“. Mietführerschein Menschen, die mit ihren Pflichten und Rechten als Mieter noch nicht ausreichend vertraut sind, werden im Quartiersmanagement von einem Team, das aus pädagogischen und muttersprachlichen Mitarbeitern besteht, intensiv über mehrere Wochen geschult. Nach einer erfolgreich abgelegten Prüfung erhalten sie das „Integrationszertifikat Wohnen“.

Multiprofessionelles Team

„Klartext“ Wohnbegleitung Im Werkhof nehmen Menschen aus Südosteuropa an einer Qualifizierungsmaßnahme teil und werden dadurch Mitglieder der Gruppe „Klartext“ Wohnbegleitung. Die Gruppe ist ein multiprofessionelles Team aus unterschiedlichen Fachkräften des Werkhofs, des Quartiersmanagements sowie Menschen aus Rumänien und Bulgarien. Sie sucht Familien, die freiwillig am Projekt teilnehmen, regelmäßig direkt vor Ort in ihren Wohnungen auf und begleitet sie über einen längeren Zeitraum aktiv bei der Umsetzung der Regeln, Rechten und Pflichten rund um das Thema Wohnen, die sie zuvor beim „Mietführerschein“ gelernt haben. Eine besondere Fähigkeit der Gruppe besteht darin, dass sie den eigenen Landsleuten Begleitung und Unterstützung bietet und so auf Augenhöhe „Klartext“ spricht, damit letztlich Mieter und Vermieter zufrieden sind.

Qualifizierte Ansprechpartner

Kooperationsvereinbarung „Wohnen“ Vermieter können das Angebot der „Klartext“ Wohnbegleitung im Rahmen einer Kooperation ab sofort kostenlos nutzen. So werden neue Mieter vermittelt, die bereits mit den Spielregeln des Wohnens vertraut sind, aber auch weiterhin begleitet werden. Dabei stehen den kooperierenden Vermietern zusätzlich während der gesamten Zeit qualifizierte Ansprechpartner zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es beim Quartiersmanagement der Stadt Hagen unter Telefon 02331/207-3003 und 02331/207-4570 oder per E-Mail an gabriele.schwanke@stadt-hagen.de und maximilian.adams@stadt-hagen.de.

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