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Monika Deitenbeck-Goseberg, langjährige Pastorin der Evangelischen Kirche Oberrahmede verstarb am 7. Februar plötzlich und unerwartet im Alter von 65 Jahren. Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Monika Deitenbeck-Goseberg, weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und beliebte Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Oberrahmede, ist tot. Sie starb am Freitagmorgen plötzlich und unerwartet, nur wenige Tage nach ihrem 65. Geburtstag. Monika Deitenbeck hinterlässt damit nicht nur in ihrer Familie, bei ihren Freunden und in ihrer Gemeinde eine große Lücke, sondern auch in der Stadt Lüdenscheid, in Deutschland und weit darüber hinaus.

Unermüdlicher Einsatz

Die Arbeit mit Flüchtlingen war ihr eine echte Herzensangelegenheit.

Als Pastorin der Oberrahmede gründete sie nicht nur den Obdachlosenförderkreis (OFK), sondern war auch in der Flüchtlingshilfe aktiv. Tatsächlich war sie 2015 diejenige, die den ersten Konvoi von Flüchtlingen – damals noch am Lüdenscheider Dickenberg – begrüßte und sich von da an unermüdlich für sie einsetzte.

Ihr letztes “Großprojekt” war die “Arche Lüdenscheid e.V.”, die Schwerstkranke, Sterbende und ihre Angehörige auf ihrem Weg des Abschieds berät und begleitet. Monika Deitenbeck-Goseberg und ihr Team kämpften drei Jahre dafür, dass die Arche endlich Realität wurde.

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Tragende Säule

Die Einheit unter den Christen – wie hier bei den “Gedenktagen zum 3. Oktober” in der Medarduskirche – waren ihr wichtig.

Sie war auch überkonfessionell tätig. Die “Gemeinsame Wege Initiative” und die “Gute Stube Lüdenscheid” würde es nicht geben ohne sie. Sie war bei ProChrist, bei den “Gemeindetagen unter dem Wort”, der “Allianzgebetswoche” und vielen anderen Großevents der christlichen Kirchen Lüdenscheids eine tragende Säule.

Ihr Herz schlug für die Einheit, das gegenseitige Annehmen und die Liebe unter den verschiedenen christlichen Denominationen und so war sie über Jahrzehnte hinweg ganz selbstverständlich auch eine der treibenden Kräfte in der “Deutschen Evangelischen Allianz”, mit der sie zutiefst verbunden war.

Politisch wachsam

Gemeinsam mit Lüdenscheider PolitikerInnen im bei einer Europa-Kundgebung Rosengarten. Dieses Thema ging Monika Deitenbeck-Goseberg immer etwas an.

Monika Deitenbeck-Goseberg beobachtete gerade in den letzten Jahren mit Besorgnis den Rechtsruck und die damit verbundene schleichende Demontage der Demokratie in Europa. Ihr war es wichtig, aktiv dagegenzusteuern.

Gemeinsam mit vielen Politikern der Stadt Lüdenscheid, sowie den “Gedenkzellen e.V.” und anderen Verbänden der Stadt organisierte sie Kundgebungen zum Thema “Europa”, um die Menschen aufzurütteln und ihren Blick auch politisch zu schärfen. Sie wünschte sich wachsame, mündige Bürger, die sich Freiheit und Frieden nicht einfach so wegnehmen lassen.

Der Bürgermeister und die Pastorin

Diese zwei verband echte Freundschaft: Bürgermeister Dieter Dzewas (links) und Monika Deitenbeck-Goseberg bei einem Treffen mit dem Lüdenscheider Stadtmarketing (rechts: Der Leiter des Stadtmarketings André Westermann).

Mit Bürgermeister Dieter Dzewas übernahm sie so auch immer wieder die Schirmherrschaft über ihnen beiden wichtige Veranstaltungen. Zuletzt bei der “Gedenkfeier zum 3. Oktober”, die in der katholischen Kirche “St. Josef und Medardus” stattfand und mit einem Sternmarsch und einer großen Kundgebung auf dem Sternplatz endete.

Aber auch für das kunterbunte BAUTZ-Festival trommelte sie eine Mannschaft aus Helfern zusammen, die zwei Tage lang die große Hüpfburg betreute und dann noch den “Family-Day” am Sonntag nach BAUTZ wuppte. Der Bürgermeister übernahm auch für den “Family-Day” die Schirmherrschaft und so zogen die zwei einmal mehr am selben Strang.

Brennendes Herz

Mit ihrem Jugendreferenten Daniel Scharf bei den “Gemeindetagen unter dem Wort” in der Christuskirche Lüdenscheid.

Wenn man all das aufzählen könnte, was sie für Stadt und Land getan hat, würde man fast kein Ende finden.

Auf den Punkt gebracht, kann man über ihr öffentliches Leben eines ganz gewiss sagen: Sie hatte ein brennendes Herz für Gerechtigkeit und Frieden. Sie war bereit, laut und deutlich auf Mißstände aufmerksam zu machen und scheute sich nie davor, dies aus der ersten Reihe und an vorderster Front zu tun.

Ihre Kraft kam aus ihrem Glauben

Die Kraft dazu gab ihr ihr unbeirrbarer Glauben. Und zudem eine Familie und eine Gemeinde, die vieles aktiv mittrugen, was Monika Deitenberg-Goseberg auf dem Herzen hatte. Besonders vor ihrer Familie, allen voran ihrem Ehemann Volkmar und ihrer Schwester Magdalene, kann man daher zu Recht den Hut ziehen.

Verabschiedung war geplant

Sie mochte die jungen Menschen in ihrer Gemeinde sehr und fühlte eine innige Verbundenheit zu ihnen.

Für Oktober war die Verabschiedung von Monika Deitenbeck-Goseberg als Gemeindepfarrerin geplant. Dann wollte sie noch einmal ganz neu anfangen und steckte voller Pläne. Februar 2020 sollte bereits ihr Umzug stattfinden, von der Gemeindewohnung in der Kirche Oberrahmede ins frisch renovierte Elternhaus gegenüber der Kreuzkirche.

Das Leben schreibt seine eigenen Gesetze und Biografien. Sie ist tatsächlich im Februar umgezogen, jedoch nicht in ihr Haus in der Worthstraße, sondern in ein viel weiter entferntes Land. Sie war schon seit 2018 immer wieder krank. Sehr krank sogar. Familie und Gemeinde machten sich Sorgen und hätten sich gewünscht, sie würde kürzer treten. Sich mehr Erholung gönnen. Trotzdem hätte niemand in ihrer direkten Umgebung auch nur im Traum daran gedacht, dass ihr Leben so früh endet.

Noch einmal alles geben

Monika Deitenbeck-Goseberg in der Lüdenscheider Kreuzkirchengemeinde. In dieser Gemeinde war ihr Vater Pastor, sie wurde dort groß. Ihre Verbundenheit mit dieser Gemeinde hat nie aufgehört. Sie bestand über all diese Jahre hinweg ungebrochen.

Tatsächlich schien es jedoch gerade in den letzten Monaten so, als würde sie noch einmal eine “Schippe” drauflegen. Noch einmal alles geben, was sie zu geben hatte. Ob sie eine Vorahnung hatte, dass ihr Leben bald enden würde? Das ist reine Spekulation.

Eines aber ist sicher: Sie glaubte fest an ein Leben nach dem Tod und wusste sich geborgen in ihrem Gott. Sie hatte keine Angst, zu gehen. Sie freute sich sogar darauf und predigte diese aus ihrer Sicht berechtigte Freude auf ein ewiges Leben, oft Sonntags von ihrer Kanzel.

Ihre Zuversicht

Monika Deitenbeck-Goseberg war eine lodernde Flamme. Nicht vielen Menschen ist es gegeben, in einem einzigen Leben so viel zu bewirken und so viel zu verändern. Gegangen ist sie als Ehefrau, Mutter und Großmutter, als Pastorin, Freundin und Vorbild. Sie hinterlässt tatsächlich eine große Lücke. Große Trauer. Aber auch große Dankbarkeit in den Herzen derer, die jetzt zurückbleiben und ein festes Fundament, auf dem ihre Gemeinde weiter bauen kann.

Ihr Lieblingsbibelvers war der aus dem Römerbrief 14, Vers 8: “Leben wir, dann leben wir dem Herrn. Sterben wir dann sterben wir dem Herrn. Deshalb, ob wir leben oder sterben, wir gehören dem Herrn!” Das war ihre Zuversicht. Das hat sie geglaubt.

Ruhe in Frieden, liebe Monika Deitenbeck-Goseberg. Diese Stadt und ihre Bürger werden Dich niemals vergessen …

14 KOMMENTARE

  1. DANKE Moni! Meine Afrikanische Schwester, Ich beneide die viele Menschen die dich jetzt kennenlernen durfen während ich dich hier vermisse. You fought a good fight, now go rest in peace. I’ll ALWAYS miss you but I know you’re in a good place free of pain. May the road rise to meet you AMEN!🙏🏽🙏🏽

  2. Ein wunderbarer Mensch ist gegangen. Moni hat uns viel gegeben. Das geht weiter mit!! So nah und zugewandt zu leben, war ihre große Gabe. Danke Moni! Gott tröste alle, die Dich so schmerzlich vermissen.

  3. Vielen Dank, liebe Frau Kanneberg, für diese tolle Zusammenfassung. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
    Mit Moni geht ein warmherziger, aufopferungsvoller und sehr wichtiger Mensch der Gemeinde aus unserem Leben. Sie und Ihr Vater haben mich und meine Familie mein ganzes Leben lang begleitet. Sie wird mir sehr fehlen. Rest in peace, liebe Moni 😪 und ihrer Familie wünsche ich Gottes Segen und viel Kraft in dieser sehr schweren Zeit🌹

  4. Danke das du immer für uns und unsere Familie da warst. Du hast uns allen immer sehr geholfen. Du warst eine tolle Frau und ein Vorbild für uns alle.

  5. Liebe Angehörige, liebe Pfarrgemeinde!
    Selbst mir, der ich aus Österreich (Salzburg-Land) komme, durfte mich daran freuen, bei den Allianzveranstaltungen, an den ich teilnahm, Pfr. Monika Deitenbeck -Goseberg kennen zu lernen. Welch ermutigende Gespräche durften wir führen. Nun ist Monika bei Jesus, bei IHM geborgen.
    Viel Kraft und Trost mit Jes.43/1, Christian Semrad

  6. Liebe Moni, es war so schön dich kennen zu dürfen. In den paar Begegnungen hast du mir viel gegeben. Ich freue mich für dich, dass du jetzt das schauen darfst wo nach wir uns Christen sehnen. Aber ich wäre dir auch gerne hier auf Erden noch mal begegnet. So werden wir uns im Himmel bei unserem Papa wiedersehen. Mach es gut Liebe Moni. Du hinterlässt eine große Lücke und Trauer. LG Ute

  7. Ich kenne Monika von den Allianz-Konferenzen in Bad Blankenburg. Unvergessen, wie sie bereits frühmorgens mit strahlendem Lächeln “gott-net-de”-Kärtchen und Gummibärchen auf unseren Stühlen im Chorbereich verteilte. Für jeden, dem sie dabei begegnete, hatte sie ein Wort der Wertschätzung. Mit ihrer natürlichen Herzlichkeit erreichte sie wirklich Herzen. Auch wenn durch Monikas Heimgang eine riesige Lücke hier auf Erden entstanden ist, wird das bleiben, was sie in unzählige Menschenherzen säen durfte. Wie vielen Tausenden sie wohl mit der sichtbaren “inneren und äußeren Stärkung” nicht nur den Tag versüßt, sondern gleichzeitig einen wichtigen Impuls auf die Person hin, die sie über alles geliebt hat – Jesus Christus – gegeben hat? Die Ewigkeit wird es einmal zeigen.

  8. Ich durfte als Vikar vor vielen Jahren eine Zeit mit Moni zusammenarbeiten. Sie hat mir durch ihren überzeugend gelebten Glauben Orientierung gegeben. Sie war eine gute Freundin, liebvolle Kollegin, in einigen Dingen für mich Vorbild, Begleiterin im Ringen um Glaubensfragen. Eine Persönlichkeit, vor der ich mich tief verneige. Ihr vielfältiges Wirken ist unglaublich stark, umso schmerzlicher ihr Fehlen. Ich denke in großer Dankbarkeit an sie und wünsche Volkmar und den Kindern Gottes Segen, Trost und den Beistand der vielen, die jetzt für sie da sind. Moni ist in Gottes Hand geborgen.

  9. Mein Mann und ich, wir kennen Monika Deitenbeck- Goseberg von der Allianzkonferenz in Bad-Blankenburg. Bei einem Spaziergang konnten wir zu dritt ganz persönliche Dinge besprechen. Nun ist mein Mann am 7.12.2018 heimgegangen. Als ich heute die idea-Spektrum aufschlug, war ich erschrocken, aber dann kam mir gleich der Gedanke, muß das eine große Freude gewesen sein, als mein Mann und Monika in der Herrlichkeit trafen. Auf diesen Moment freue ich mich auch. Ich wünsche Ihnen noch Gotes Segen. Christine Oberlein

  10. Ja liebe Moni du bist ein Mensch den man nie vergessen kann weil es so einen Menschen wie dich nie wieder geben wird du hattest immer ein Lächeln für jedermann du hast uns gelehrt lieben verzeihen glaube Zusammenhalt was viele von uns auch nicht kannten Liebe aber du hast uns das gelehrt wirklich gelehrt ist das Wort Liebe überhaupt bedeutet auch in der Gemeinde im täglichen Leben und der Glaube an Gott und Jesus und wer den Glauben in sich trägt wird nie enttäuscht werden wenn du sonntags gepredigt hast das war wie ein Liebeslied dieses Liebeslied hat jeden Sonntag neue Strophen hinzugekommen es war eine Wonne dir dabei zuzuhören meine liebe Moni du bist der Engel der oben im Himmelreich noch gefehlt hat und wir haben einen Engel weniger wir werden uns wiedersehen in der Ewigkeit PS Grüße und drücke meine Fellnasen hab dich lieb Moni deine Birgit

  11. Susi Löber
    Liebe Moni , du warst ein Liebenswerter Mensch , warst für mich da in meinem Leid . Wir haben uns viel geschrieben , das gab mir Kraft . Sogar Nachts hast du mir geantwortet, ich werde dich niemals vergessen. Ich hoffe deine Familie findet die Kraft , die sie brauchen . L. G. Susi

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