Fred Behrend gehörte zu den Emigranten, die 1990 Lüdenscheid als Zeichen der Versöhnung besuchten.

Lüdenscheid. Am 3. November wird Fred Behrend 96 Jahre alt. Fred Behrend war Anfang der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts jüdischer Einwohner von Lüdenscheid. Seine Familie wurde wie die anderen jüdischen Bewohner von den Nazis verfolgt und konnte 1938 ihrer Deportation durch eine abenteuerliche Flucht über Kuba in die USA  entgehen. Fred Behrend lebt seit langem in den USA. Er gehörte  zu einer Gruppe von jüdischen Emigranten, die die Stadt Lüdenscheid 1990 zum Zeichen der Versöhnung in die Stadt eingeladen hatte.

Hans Jürgen Dillmann, Verfasser des Buches „Schicksale der Jüdinnen und Juden aus Lüdenscheid“, das der Geschichts-und Heimatverein Lüdenscheid im Oktober 2021 herausgegeben hat, pflegt  noch heute Kontakt zu ihm und hat einen Geburtstagsgruß an ihn angeregt. Der Geschichts -und Heimatverein, die Gedenkzellen Altes Rathaus, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und die Stadt Lüdenscheid haben einen gemeinsamen Geburtstagsgruß  unterzeichnet und per E-Mail und per Luftpost mit den Originalunterschriften der Vorsitzenden und des Bürgermeisters an Fred Behrend geschickt. Darin heißt es:

Lieber Fred Behrend,

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Mazel tov.

Zu Ihrem 96. Geburtstag gratulieren wir Ihnen von ganzem Herzen.

Über acht Jahrzehnte ist es jetzt her, seit Sie mit Ihren Eltern, Else und Hermann Behrend, sel. A., Ihre Geburtsstadt vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten verlassen mussten. Uns sind Sie unvergessen.

Die Schoa wirft noch immer einen dunklen Schatten auf die Geschichte in Deutschland und auch auf Lüdenscheid.

Auch deshalb heißt unser gemeinsames Ansinnen: Nie wieder! Und wir stehen für die Erinnerung auch in der Zukunft!

Umso mehr haben wir uns deshalb gefreut, als Sie gemeinsam mit anderen Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheidern vor jetzt 32 Jahren Lüdenscheid wieder besucht haben und freuen uns, dass noch heute der Kontakt mit Ihnen besteht.

Ihnen noch einmal ein herzliches mazel tov!

Ad mea ve’esrim                             עָד מֵאָה וְעֶשְׂרִים

Hundertundzwanzig sollen Sie werden!

Unterzeichnet ist der Geburtstagsgruß von Sebastian Wagemeyer (Bürgermeister), Dr. Arnhild Scholten (Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins), Hella Goldbach (Gesellschaft für Christliche-Jüdische Zusammenarbeit Lüdenscheid e. V.) und Rolf Breucker ((Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus)