"Papier statt Plastik": Die Grünen in meinerzhagen starten eine Aktion für umweltfreundlichen Einkauf. Foto: Rüdiger Kahlke

Meinerzhagen. Aktueller geht es nicht. „Papier statt Plastik“ war das Thema beim Grünen-Stammtisch am Dienstagabend. Am nächsten Morgen beherrschte die Plastiktüte die Wirtschaftsseite der Zeitung. Ab April will der Einzelhandel Gebühren für die Ausgabe der Tüten einführen. Der Ortsverband der Grünen hatte zum Stammtisch Peter Schürholz, Prokurist der GSO-Verpackungen aus Drolshagen eingeladen. Er stellte die Alternative vor: Papiertüten, die nassfest sind, also auch einen Einkauf im Regen unbeschadet überstehen.

Meer und Flüsse vermüllt

Erst kürzlich hatte die Vermüllung der Meere durch Plastikteile Schlagzeilen gemacht. Inzwischen muss man gar nicht auf

Peter Schürholz vom Verpackungsspezialisten GSO stellte die neuen Tüten vor. Foto: Rüdiger Kahlke
Peter Schürholz vom Verpackungsspezialisten GSO stellte die neuen Tüten vor.
Foto: Rüdiger Kahlke

andere zeigen, wie Peter Schürholz deutlich machte. Auch der Rhein ist bereits stark durch Plastikteilchen verunreinigt. Teilweise treiben in Flüssen mehr Plastikteilchen als Fischlarven, haben Forscher der Uni Wien festgestellt. Jeder, der Plastiktüten zum Einkauf nutzt, ist ein potenzieller Umweltverschmutzer. 71 Kunststofftüten verbraucht jeder Einwohner in Deutschland pro Jahr. Das liegt deutlich über den EU-Vorgaben von 40 Tüten, die ab 2025 gelten sollen. Notfalls, so das Umweltbundesamt, soll eine Bezahlpflicht für Kunststofftüten per Verordnung eingeführt werden.

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Hardenacke: Kunden und Handel müssen handeln

Für Grünen-Sprecher Karl Hardenacke muss es soweit gar nicht kommen. Er und seine Mitstreiter setzen auf freiwillige Lösungen. Und die ist einfach: Papier statt Plastik. Hardenacke: „Da sind wir als Kunden in der Pflicht, aber auch der Einzelhandel ist gefordert.“

Peter Schürholz macht beim Grünen-Stammtisch deutlich, dass Papiertüte nicht gleich Papiertüte ist. Im Süden der Republik gebe es bereits Kommunen, die auf die umweltfreundliche und verrottbare Verpackung setzen – mit Erfolg. Als „Tütle“ hat sich die Papier-Tragetasche bereits im Süden einen Namen gemacht. In Olpe setzt das Stadtmarketing auf Papiertüten,

Als "Tütle" ist die umweltfreundlcihe Verpackung im Süden der Republik schon bekannt. Foto: Rüdiger Kahlke
Als „Tütle“ ist die umweltfreundlcihe Verpackung im Süden der Republik schon bekannt.
Foto: Rüdiger Kahlke

die gleichzeitig für den Ort werben. Inzwischen seien neue Papiere entwickelt worden, die auch bei Nässe rissfest seien. Die Tüten gibt es in verschiedenen Größen. Sie lassen sich zudem bedrucken und so als Werbeträger nutzen. Und nach dem Einkauf können sie noch als Biomüll-Tüte eingesetzt werden, um auf dem Kompost zu verrotten, listetet Schürholz die Vorteile auf.

Grüne geben Beispiel

Die Meinerzhagener Grünen werden mit gutem Beispiel vorangehen. Für die Nachhaltigkeitswoche werden sie Papiertüten ordern. Bernd-Marin Leonidas, Geschäftsführer des Stadtmarketing Meinerzhagen , der auf Einladung der Grünen an dem Treffen teilnahmen, will sich ebenfalls für den Umstieg auf Papier einsetzen. Ein Ansatzpunkt: der Wochenmarkt. Der, so die Grünen, biete sich an, Papiertüten zu nutzen – und für die Stadt zu werben. Inzwischen gibt es auch in Meinerzhagen das „Tütle“. – Für zehn Cent kann man seinen Einkauf guten Gewissens nach Hause tragen.

Mehr zum Thema:

www.gsd-drolshagen.de

www.n-tv.de/wissen/Rhein-stark-mit-Plastikteilchen-verschmutzt-article16525741.html

www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.nagold-plastiktaschen-durch-tuetle-ersetzen.138e2294-429e-4edd-8207-a44d3a69748f.html

www.facebook.com/tuetle101/posts/1632864370320102

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