Wolfgang Opitz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, rechnet noch nicht mit einer Zinswende. Foto: Wolfgang Teipel

Kierspe/Meinerzhagen. Wolfgang Opitz glaubt noch nicht an eine Zinswende. „Vielleicht sehen wir im nächsten Jahr ein wenig Licht am Ende des Tunnels“, sagte der Chef der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen in der jüngsten Sitzung des Sparkassen-Zweckverbandes. Er hält es für möglich, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Kurs leicht korrigiert. Auf höhere Zinsen müssten die Sparer aber sicher noch lange warten.

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Bislang solider Wachstumskurs

Auch der Sparkasse selbst mache das Negativ-Zinsniveau zu schaffen. Noch befinde sich das Institut auf einem soliden Wachstumskurs. Opitz Forderung für das laufende Jahr in die kommenden Jahre daher: „Wir müssen unser Kreditgeschäft noch stärker ausweiten.“ Das sei auch die langfristig richtige Strategie für die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen.

1400 neue Girokonten

Allen Widrigkeiten zum Trotz: „Dennoch kann die Sparkasse das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 mit einem erfolgreichen Ergebnis verbuchen“, so der Vorstandsvorsitzende. Betrachte man das gesamte Kundengeschäftsvolumen, das neben dem Kundenkreditgeschäft auch die Kundeneinlagen und den Kundenwertpapierbestand berücksichtigt, weise die Sparkasse für das Jahr 2017 erstmals einen Bestand von über einer Milliarde Euro aus. Zudem belegten 1400 neue Girokonten, die 2017 eröffnet worden seien, dass die Kunden der Sparkasse vertrauten.

90 Millionen Euro Neuausleihungen

Zur Kundschaft zählen viele heimische Firmen, deren gute wirtschaftliche Lage sich im Kreditgeschäft der Sparkasse widerspiegelt. „Von den Unternehmen wurden erhebliche Investitionen getätigt“, so der Vorstandsvorsitzende. Die Neuausleihungen im Jahr 2017 betrugen wieder über 90 Millionen Euro. Ein guter Teil davon ging aber auch an Privatkunden, die das Geld vor allem für den Kauf und Bau von Immobilien einsetzten.

Qualifizierte Anlageberatung

„Diese Entwicklung“, so Opitz, „bestätigt sich im Bereich des Bauspargeschäfts.“ Die Kunden nutzten die Möglichkeit, sich die niedrigen Zinsen für die gesamte Laufzeit der Finanzierung zu sichern. So erhöhte sich die Summe der abgeschlossenen Bausparverträge im letzten Jahr deutlich um 20 Prozent auf rund 17,6 Millionen Euro. Im Bereich der Vermögensbildung lag der Fokus in der qualifizierten Anlageberatung, um gemeinsam mit den Kunden passende Alternativen zu den aktuell niedrig verzinsten Sparkassenbriefen und dem Zuwachssparen zu finden.

Hohe Online-Quote

Digitalisierung und strukturelle Veränderungen haben laut Geschäftsbericht ebenfalls das letzte Jahr bestimmt. „Wir sind nicht nur über unsere klassischen Filialen, sondern auch online sehr gut erreichbar“, beschrieb Wolfgang Opitz die Entwicklung. Der Großteil alltäglicher Bankgeschäfte lasse sich heute einfach und schnell über das Internet oder mit Banking-Apps für Tablets und Smartphones erledigen. „Unsere Online-Banking-Quote liegt mit 58 Prozent deutlich höher als die unseres Verbandes mit 52 Prozent“, verdeutlichte der Vorstand die Entwicklung hin zu einer rasant voranschreitenden Digitalisierung.

Neue Zahlverfahren

Die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen verfolgt diesen Weg weiter und hat mit der Einführung neuer Zahlverfahren wie KWITT (Handy-to-Handy-Zahlung) und Paydirekt (Internetzahlsystem) weitere mobile und sichere Zahlverfahren eingeführt. Seit einigen Tagen ist auch die Echtzeitüberweisung im Onlinebanking möglich. „Am System zum Bezahlen mit dem Smartphone arbeitet die Sparkasse noch“, erläuterte er. Er rechne mit der Einführung noch in diesem Jahr.

Städte und Vereine profitieren

Vom wirtschaftlichen Erfolg der Sparkasse profitieren nicht nur die beiden Städte. So zahlte die Sparkasse rund 2,1 Millionen Euro Ertragssteuern, darunter 960.000 Euro Gewerbesteuer. Auch Vereine sowie soziale und kulturelle Einrichtungen bekommen ein Stück vom großen Kuchen ab. 2017 wurden 80.000 Euro für die unterschiedlichsten Zwecke zur Verfügung gestellt. So wurden beispielsweise aus Anlass des 25-jährigen Fusionsjubiläums 25.000 Euro allein für die Jugendarbeit in den Meinerzhagener und Kiersper Sportvereinen zur Verfügung gestellt.

Ihren Jahresüberschuss von 1,4 Millionen Euro wird die Sparkasse laut Beschluss der Zweckverbandsversammlung komplett den Sicherheitsrücklagen zuführen. Zudem stimmte die Versammlung einer personellen Änderung zu. Danach übernimmt Meinerzhagens Kämmerin Susanne Neumann als Nachfolgerin von Jens Groll den Vorsitz in der Zweckverbandsversammlung. Kierspes Kämmerer Olaf Stelse fungiert weiter als Stellvertreter.

 

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