Plettenberg. „Wenn alle den Täter suchen, wer bleibt dann eigentlich bei dem Opfer?“ Mit diesem Leitspruch hat Eduard Zimmermann, langjähriger Moderator der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY-ungelöst“ vor über 40 Jahren den Weißen Ring gegründet.

Der Weiße Ring ist die wichtigste Interessenorganisation der Opfer von Kriminalverbrechen in Deutschland und hat es sich zum Ziel gesetzt, die Opfer von Gewaltverbrechen zu unterstützen und ihnen bei der Verarbeitung der oft traumatischen Erlebnisse zu helfen.

Jörg Bora informierte auf Einladung von Christel Voßbeck-Kayser in Plettenberg über die Arbeit der Opferschutzorganisation Weißer Ring. Foto: privat

Auf Einladung der heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Christel Voßbeck-Kayser besuchte am Dienstag der Landesvorsitzende des Weißen Rings Westfalen-Lippe, Jörg Bora, Plettenberg. Hier informierte der frühere Polizeibeamte beim Märkischen Kreis und Bürgermeister von Werdohl über die Arbeit der Organisation und kam mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort ins Gespräch über Prävention und Schutz.

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„In Deutschland steht bei Kriminalverbrechen zunächst nur der Täter im Fokus – sowohl für Behörden wie auch für die Öffentlichkeit. Wer aber kümmert sich um die Opfer? Der Weiße Ring hat ein großes Netzwerk in nahezu alle Branchen und kann hierdurch schnell Hilfe leisten und Informationen erhalten. Bei 6,3 Mio Straftaten pro Jahr in Deutschland erleiden 800.000 Gewaltopfer körperliche oder seelische Verletzungen. Die Opfer leiden teils jahrelang unter den psychischen Folgen, die oft schwerwiegender sein können als der materielle Schaden. In beiden Fällen stehen wir den Opfern schnell und unbürokratisch zur Seite“, so Jörg Bora, der mit seinem Vortragsstil die Zuhörer über eine Stunde überzeugte.

Der Weiße Ring wünscht sich auch mehr Unterstützung von staatlicher Seite. Hierzu wies Christel Voßbeck-Kayser auf das neue Opferschutzgesetz hin, welches die Rechte von Opfern und die staatliche Hilfe deutlich stärkt. Auch für den Bereich Einbruchsicherung stellt der Bund jährlich 50 Mio. Euro für Nachrüstungssysteme am Haus oder einer Wohnung wie Fenster, Türen, Rollläden und anderem zur Verfügung.

„Mit der Arbeit des Weißen Rings haben die Opfer von Gewalttaten einen starken Partner an ihrer Seite. Durch die hervorragende Vernetzung und die hohe Zahl von Außenstellen sowie das starke Mitgliedsengagement, kann Menschen in der dunkelsten Stunde geholfen werden. Diese Hilfe kann Leben retten und Menschen vor lebenslangen Folgeschäden bewahren. Ich freue mich, dass wir diese Organisation haben und mit Jörg Bora einen engagierten Landesvorsitzenden, der mit seiner sympathischen und verbindlichen Art direkt auf die Menschen zugeht – egal, ob zu informieren oder zu helfen“, so die Bundestagsabgeordnete.

Im Anschluss an den Vortrag von Jörg Bora schlossen sich viele Fragen aus dem Publikum an. Das Interesse an Sicherungsmaßnahmen, Prävention, aber auch zu den Rahmenbedingungen der Hilfe des Weißen Rings ist sehr hoch.

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