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Oli Trelenborg (rechts) radelte rund 5000 Kilometer kreuz und quer durch Deutschland, warb dabei für Spenden für den Verein Flying Hope. Auf seiner vorletzten Station in Plettenberg hieß ihn Hauptamtsleiter Matthias Steinhoff willkommen. Foto: Bernhard Schlütter
Oli Trelenborg (rechts) radelte rund 5000 Kilometer kreuz und quer durch Deutschland, warb dabei für Spenden für den Verein Flying Hope. Auf seiner vorletzten Station in Plettenberg hieß ihn Hauptamtsleiter Matthias Steinhoff willkommen. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Oliver Trelenberg wohnt nur etwa 40 Kilometer entfernt von Plettenberg. Als er mit seinem Pedelec in der Vier-Täler-Stadt eintrifft, hat er jedoch fast 5000 Kilometer zurückgelegt. „Ich bin Oli“, stellt er sich vor, „und ich radel für den guten Zweck.“ 83 Tage ist er kreuz und quer durch Deutschland geradelt und hat dabei für Spenden für den Verein „Flying Hope“ geworben. Am vorletzten Tag seiner Tour ist er zu Gast im Plettenberger Rathaus, wo ihn Hauptamtsleiter Matthias Steinhoff herzlich begrüßt und ihm einen Spendenscheck mit auf den Rest des Weges nach Hagen gibt.

Oli ist alles andere als ein normaler Ausdauersportler. In seiner Kindheit körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt, wird er mit 11 Jahren zum Alkoholiker. Zwei Freiheitsstrafen, zwei Scheidungen, ein schwerer Arbeitsunfall – schonungslos ehrlich zählt der 55-Jährige die Tiefschläge seines Lebens auf. „2003 habe ich mit dem Saufen aufgehört. 2009 habe ich das Fahrradfahren für mich entdeckt.“ Radfahren entwickelt sich zu seiner großen Leidenschaft, damit kehrt auch langsam etwas Lebensmut zurück.

Aufgeben keine Option

Doch 2013 erhält er die Schockdiagnose Krebs. Er wird operiert, ein Teil des Kehlkopfes entfernt. Mit viel Glück bleibt ihm seine Stimme erhalten. Vorsichtig beginnt er wieder mit dem Radfahren und kämpft sich Stück für Stück ins Leben zurück. „Aufgeben ist keine Option“, lautet seine Devise. 2014 radelt Oli über 5000 Kilometer, obwohl er infolge seiner Krebserkrankung gerade genug Luft zum Leben bekommt; er ruft sein Projekt „Krebspatient radelt für guten Zweck“ ins Leben. „Bisher habe ich rund 30.000 Euro für krebs- und schwerstkranke Menschen zusammenbekommen“, berichtet er.

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“Mich hält das Rad in der Spur des Lebens.”

Olis Spenden-Radreise 2020 führte ihn nach Süddeutschland bis zum Bodensee, durch Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bis auf die Ostseeinsel Usedom und dann wieder Richtung Süden bis zurück nach Hagen. „Es geht mir nicht ums Kilometer fressen, sondern um eine geile Zeit auf dem Fahrrad“, sagt Oli. Und um Gespräche mit vielen Menschen, denen er unterwegs begegnet und denen er bei Interesse seinen Flyer in die Hand drückt. „Ich nehme kein Bargeld an. Die Spenden gehen auf ein Konto der Stadt Hagen“, betont er. Der Hagener Oberbürgermeister Erik O. Schulz hat wie schon in den Vorjahren auch die Schirmherrschaft über Olis Spendentour 2020 übernommen.

Flüge für schwerkranke Kinder

Nutznießer von Olis Spendentour 2020 ist der Verein „Flying Hope“. Das ist ein Pilotennetzwerk, das kostenlose Flüge für Kinder vermittelt, die aufgrund ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind und selbst nicht die notwendigen finanziellen Mittel haben. Der Verein Flying Hope unterstützt schwer kranke und benachteiligte Kinder und ihre Familien, indem er beispielsweise Flüge in Hospize, zu medizinischen Behandlungen oder Kuraufenthalten vermittelt. Für sie sind die Flüge kostenfrei. Die Piloten stellen ihre Zeit und ihre Flugzeuge zur Verfügung.

Wer spenden möchte, findet alle Angaben auf Olis Homepage.

Oli plant unterdessen schon für seine Tour 2021. „Mich hält das Rad in der Spur des Lebens“, stellt er fest und möchte die ihm verbleibende Lebenszeit genießen – und dabei weiter anderen schwerstkranken Menschen helfen.

Link zu Oliver Trelenborgs Homepage: www.oli-radelt.de

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