Das Team der Notfallseelsorge Plettenberg/Herscheid wurde mit der Ehrenmedaille der Stadt Plettenberg ausgezeichnet. Foto: privat

Plettenberg. Das Team der ökumenischen Notfallseelsorge Plettenberg/Herscheid ist mit der Ehrenmedaille der Stadt Plettenberg ausgezeichnet worden. Die Ehrung fand im Rahmen des Neujahrsempfangs der Stadt am 20. Januar in der Aula Böddinghausen statt. Stellvertretend für die 17 Frauen und Männer, die sich derzeit ehrenamtlich in der Notfallseelsorge engagieren, nahmen Klaus Salscheider und Gerd van de Loo die Medaille entgegen.

Hilfe ohne Vorbehalte

Wenn die Notfallseelsorger angerufen würden, gehe es am anderen Ende der Leitung immer um Tod und Leid, beschrieb Bürgermeister Ulrich Schulte die extremen Umstände, unter denen dieses Ehrenamt ausgeübt wird. Um das auf sich zu nehmen, bedürfe es einer großen Menschenliebe. “Diese Menschenliebe muss allumfassend sein. Wir alle lieben die Menschen aus unserer Familie oder aus unserem Freundeskreis und sind auch bereit, diesen zu helfen. Der Notfallseelsorger muss aber bereit sein, jedem fremden Menschen zu helfen, keine Vorbehalte zu haben. Er muss notfalls den größten Stinkstiefel von Plettenberg trösten, wenn dieser einen Angehörigen verloren hat. Dazu gehört schon was.” Man musse also ein besonderer Mensch sein, um das Amt des Notfallseelsorgers auszuüben, findet Ulrich Schulte. “Und ich halte es für absolut gerechtfertigt, sie für ihren Dienst am Menschen und für ihre schwere Aufgabe (…) mit der Ehrenmedaille der Stadt Plettenberg auszuzeichnen.”

Unterstützung für Einsatzkräfte

Die Notfallseelsorger stehen Einsatzkräften, Unfallbeteiligten und Angehörigen zur Seite. Klaus Salscheider erinnerte an die Anfänge der Notfallseelsorge in Plettenberg und Herscheid. Ende der 1990er Jahre sei die Idee, Einsatzkräfte durch Notfallseelsorger zu unterstützen, in der Leitung der Plettenberger Feuerwehr erstmals besprochen worden. “Es wurde schnell klar, dass es zwei wichtige Bereiche gab“, sagte Salscheider, „einmal die Unterstützung der Einsatzkräfte vor Ort bei problematischen Einsätzen mit Todesfällen oder sonstigen schwierigen Lagen und ein zweiter Bereich, die Begleitung der Einsatzkräfte nach schwierigen Einsätzen.” Dafür seien Salscheider und van de Loo als Fachberater Seelsorge der Feuerwehr Plettenberg ausgebildet und berufen worden.

Bedeutung des Ehrenamts wächst

Am 2. April 2001 ging dann die ökumenische Notfallseelsorge Plettenberg/Herscheid mit zehn Aktiven an den Start, neun davon hauptamtlich in der Kirche tätig, einer ehrenamtlich aus der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde. “Wir sind dankbar und stolz”, sagte Salscheider, “dass es seitdem keinen einzigen Tag ohne Bereitschaftsdienst gegeben hat.”

Van de Loo hob dabei die wachsende Bedeutung des Ehrenamtes hervor: Bei der Gründung 2001 sei nur einer von den zehn aktiven Notfallseelsorgern ehrenamtlich dabei gewesen – heute seien 14 von 17 Notfallseelsorgern ehrenamtlich tätig.

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