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Der stellvertretende Ministerpräsident Dr. Joachim Stamp (FDP) besuchte das Unternehmen Alcar Leichtmetallräder Produktion in Neuenrade-Küntrop. Foto: Bernhard Schlütter
Der stellvertretende Ministerpräsident Dr. Joachim Stamp (re., FDP) besuchte das Unternehmen Alcar Leichtmetallräder Produktion in Neuenrade-Küntrop und sprach u.a. mit Angela Freimuth und Carsten Hellwig über Integration in Unternehmen. Foto: Bernhard Schlütter

Neuenrade/Plettenberg. Der Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration sowie stellvertretende Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Joachim Stamp (FDP), besuchte am Donnerstag (3. September) das Unternehmen Alcar Leichtmetallräder in Küntrop. Mit FDP-Mitgliedern aus Neuenrade und Plettenberg besprach Stamp das Thema Integration in Unternehmen. Alcar-Geschäftsführer Carsten Hellwig, der darüber hinaus FDP-Ratsherr in Plettenberg ist, die FDP-Landratskandidatin Angela Freimuth sowie Bürgermeisterkandidat Jan Schäfer und Michael Hammer von der Neuenrader FDP gehörten zu den Gesprächsteilnehmern.

Deutschkurse werden wenig angenommen

Hellwig und Alcar-Mitarbeiter Turgut Kaya schilderten, dass vor allem in der Gießerei ein hoher Anteil an türkischstämmigen Mitarbeitern tätig sei, die kaum oder gar nicht Deutsch sprechen. „Die Firma bietet Deutschkurse an, aber die werden kaum angenommen“, erzählte Turgut Kaya. Unter den Mitarbeitern seien Leute, die schon 20 Jahre hier lebten. „Die kommen auch so klar im Alltag. Ein Deutschkurs ist ihnen zu mühsam.“ Die mangelhaften Deutschkenntnisse verursachten aber durchaus Probleme im Unternehmen.

Foto: Bernhard Schlütter

Passgenaue Angebote durch Case Management

In solchen Fällen müsste den Betreffenden deutlich gemacht werden, dass sie ohne ausreichende Deutschkenntnisse im Beruf nicht weiterkommen würden, meinte der Minister, der betonte, dass die NRW-Regierungskoalition von Anfang an beim Bund Integrationskurse für alle Menschen, die nach Deutschland kommen, angemahnt habe. „Zurzeit gibt es die Kurse nur für Flüchtlinge mit guter Bleibeaussicht.“ Entscheidend sei aber auch, dass die Systematik verändert werde. Stamp berichtete, dass in zwölf Kommunen in NRW ein Case Management ausprobiert worden sei. „Die Testkommunen sind begeistert und wir wollen dieses System jetzt bundesweit ausrollen.“ Dabei würden die Maßnahmen wie Integrations- und Sprachkurse auf die individuellen Voraussetzungen abgestimmt. „So können passgenaue Angebote gemacht werden“, ist Stamp überzeugt.

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Abschiebung trotz Integration “völlig irre”

Michael Hammer berichtete von einem Fall in einem Neuenrader Unternehmen, bei dem ein Flüchtling aus Armenien, der voll integriert sei und eine feste Arbeitsstelle habe, abgeschoben werden soll. „Das ist völlig irre“, stellt Minister Stamp fest und machte die Politik von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) dafür verantwortlich. Er sicherte zu, den Fall des Armeniers von seinem Ministerium noch mal überprüfen zu lassen.

Generell sprach sich Joachim Stamp für eine geregelte Einwanderung aus. „Wir sollten legale und reguläre Migration ermöglichen.“ Er kann sich z.B. eine internationale Jobbörse vorstellen, über die sich Menschen aus aller Welt bei deutschen Firmen bewerben könnten. „Dann würden sie ganz legal nach Deutschland kommen und ihren Arbeitsplatz einnehmen, statt mit Booten übers Meer zu flüchten.“

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