Sie müssen sich ab 1. April eine andere Strecke suchen. Die Nordhelle wird für Motorradfahrer gesperrt. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Nichts geht mehr heißt es ab 1. April bis Ende Oktober für Motorradfahrer auf der Nordhelle. Die Kreisverwaltung bereitet die Sperrung der Landstraße 707 für alle Biker vor.

Die Kreisverwaltung bereitet die Sperrung der Landstraße 707 für Motorradfahrer zwischen der Zufahrt zum Robert-Kolb-Turm und der Einmündung L 696 bei Herscheid-Reblin vor. Die Sperrung der bei Bikern beliebten, kurvenreichen Strecke soll künftig vom 1. April bis Ende Oktober dauern. Dies teilte die Kreisverwaltung den Teilnehmern des sogenannten “Runden Tisches Motorradlärm” bei deren jüngster Sitzung im Lüdenscheider Kreishaus mit.

Mehr Unfälle, mehr Lärm

Für den Ausschluss der Motorradfahrer auf der Nordhelle wurden mehrere Gründe angeführt: Unter anderem die steigende Zahl von Unfällen, die zunehmende Lärmbelästigung für Anwohner sowie die Lage der Strecke im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. Wie die zuständige Fachbereichsleiterin Jutta Heedfeld mitteilte, seien bisher alle Versuche, die Straße für Motorradfahrer von auswärts als Rennstrecke unattraktiv zu machen, gescheitert. “Wir haben den Parkplatz gesperrt, Rüttelstreifen in die Fahrbahn einbauen lassen, Haltverbotsschilder aufgestellt und zuletzt die sogenannten Mittelschwellen in der Fahrbahnmitte der Applauskurve angebracht. Das alles hat nicht zum gewünschten Erfolg geführt.”

Neun Verletzte in fünf Monaten

Auch die zusätzlichen Einsätze der Polizei, verstärkte Geschwindigkeitskontrollen und Informationsveranstaltungen vor Ort wie etwa “Kaffee statt Knöllchen”, hätten die undisziplinierten Motorradfahrer nicht abschrecken können. “Die Nordhelle ist eine der bestbeobachteten Strecken im Märkischen Kreis”, so die Vertreter der Polizei.

Bereits seit 2008 weist die Kreisverwaltung die Biker auf die Gefährlichkeit der Strecke über die Nordelle hin. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Bei insgesamt 15 Unfällen, dabei 14 mit Krädern, seien neun Motorradfahrer seien in der Zeit ab 20. Mai bis 1. Oktober auf der L 707 verletzt geworden. “Zwar hat es nach dem Anbringen der Mittelschwelle nur einen Unfall gegeben, die Gesamt-Unfallzahlen haben sich aber stetig erhöht”, gab Joachim Pieper von der Straßenverkehrsbehörde zu Protokoll. Von acht im Jahr 2014 über zwölf im Jahr 2015 und 13 im Jahr 2016 auf 15 im vergangenen Jahr.

Bürgermeister wollen die Sperrung

Die Nordhelle ist an schönen Wochenenden Ziel von Bikern aus Soest, Gummersbach, Hamm, Essen, Unna und anderen Ruhrgebietsstädten. Die Belastung durch die Motorradfahrer aus dem Ruhrgebiet sei um 50 Prozent gewachsen. In der Gemeinde Herscheid sowie in Meinerzhagen-Valbert sei der Ärger über die Motorradfahrer gestiegen, machten die anwesenden Vertreter der Kommunen deutlich. Die Bürgermeister wollen die Sperrung.

BVDM lässt Sperrung prüfen

Verständnis für die verärgerten Anwohner äußerten auch die Vertreter des Bundesverbandes der Motorradfahrer e.V. (BVDM) sowie der Biker Union e.V. Sie verwiesen auf die bei den Motorrädern zugelassenen dB-Grenzwerte, sprachen sich für die konsequente Verfolgung der “schwarzen Schafe” unter den Zweiradfahrern aus, machten aber ihren Protest gegen die generelle Streckensperrung deutlich. “Wir werden das prüfen und ggf. juristisch dagegen vorgehen”, kündigten sie an. Die Sperrung der Nordhelle sei die 166. Straßensperrung in Deutschland. Die Erfahrung habe gezeigt, dass es lediglich eine “Verdrängung” der Motorradfahrer auf andere Strecken gebe. Viele Sperrungen hätten einer juristischen Überprüfung nicht Stand gehalten.

Nur eine Minderheit

Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer, dass es sich in der Tat um eine Minderheit der Motorradfahrer handelt, die sich nicht ordentlich benehmen. Darunter müsse bei der Streckensperrung leider der überwiegende Teil derjenigen, die gesittet über Ebbe-Nordhang oder zu ihrem Ausflug ins Sauerland fahren, leiden. Für diejenigen Anwohner, die mit dem Zweirad zur Arbeit müssen, soll es auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung geben.

 

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12 KOMMENTARE

  1. „Zwar hat es nach dem Anbringen der Mittelschwelle nur einen Unfall gegeben, die Gesamt-Unfallzahlen haben sich aber stetig erhöht“
    Ähm? Versteht das Jemand?

    • Der Druck der Anwohner wurde den Verantwortlichen zu hoch. Da spielen die Unfallzahlen eine untergeordnete Rolle.
      Der umweltbelastende Biker muss verschwinden. Sinkende Unfallzahlen sind in punkto Anti-Biker-Kampagne nicht zu gebrauchen, eine schnelle und gründliche Lösung müsste her.

      Bei solchen Maßnahmen senkt sich mein Touring-Gemüt auf das Niveau eines Pistenrowdis: Auspuff auf und durchladen.

    • Jup: die Pöller stehen nur da “damit man es versucht hat und nun die Sperrung beantragen kann”. Tatsächlich haben es viele wirklich sehr übertrieben. Wobei natürlich um es auch Positiv zu sehen, jeder Unfall den umliegenden Krankenhäusern Umsatz bringt 😉

  2. Es wird Zeit dasman hiergegen tätig wird. Die Klientel der Motorradfahrer wird diskriminiert bis zum geht nicht mehr. Steuern dürfen wir aber zahlen. Das widerspricht dem Grundgesetz. Dann muss man halt konsequenter gegen die lauten Maschinen und gegen die Raser vorgehen. Eine Sperrung ist in keinster Weise rechtens und zu rechtfertigen.

  3. Dieser Staat wird immer mehr zur DDR!!
    Abhören, Überwachen, Denunziation, Intoleranz gegen Minderheiten aus dem eigenen Volk, aber tollerant allem und jeder Tat gegenüber Einwanderer komplett anderer Kulturen – Armes Armes Deutschland ?

    • Was hat das schon wieder mit Einwanderern zu tun?

      …Sorry…bei unqualifizierten Kommentaren kann ich leider nicht sehr to(l)lerant sein.

  4. labert nicht so einen Unfug. Die Belastung durch nicht mehr mit Punkten belegte manipulierten Auspuffanlagen und das stetige Hoch- und Runterfahren von einigen Wenigen, meistens in Kombination, ist das Problem. Haut diesen Fahrer auf den Hinterkopf und es würde schlagartig ruhiger werden um Streckensperrungen . Mit anderen Worten, WIR gehen den Anwohnern auf den Sack! Wenn es wäre, wie in der DDR, würden die Motorradfahrer an den richtigen Tagen verstärkt kontrolliert werden. Intollerant? Intollerant sind wir Motorradfahrer, denn wir sind in Summe die Störfaktoren. Die Motorradfahrer werden diskriminiert? Ey, ganz einfach, Mitgegangen — Mitgefangen. Hat schon meine Oma erzählt.

    • Ja du lebst wohl auch in Omas Geiste …
      Motorradfahrer sind steuerzahlende Verkehrsteilnehmer wie Autofahrer auch, also auch das Recht Strassen zu benutzen….
      Aber freut euch, die Anwohner werden sicher von den immer mehr werdende Tuning Autos genau so genervt sein!
      Hab da schon einige Zeit verbracht als nicht Motorradfahrer und das einzige was da gernervt hat sind die Motorsägen der “Anwohner”
      Obwohl ich mich Frage wo die da sind – aber wie immer geht’s hier wieder nur um genug Macht

  5. Alles nur neid derer die zu Doof sind Motorrad zu Fahren.Da bleibt unter Dauer Frust nur uns Bike zu Diskreditieren . Aber last euch gesagt sein uns werded ihr nicht los .

  6. Ich kann nur sagen: Endlich ist es soweit!!! Es geht nicht um die ordentlichen Tourenfahrer, doch die Rennen mit weit über 100 KM/H, überholen über die dort DOPPELT durchgezogene Linie gehören jetzt endlich der Vergangenheit an!! Super!! Die Fahrt über die Nordhelle nach Hause ist im Sommer ein richtiges Ärgernis geworden. Täglich habe ich an solchen Tagen die Polizei informiert, die außer gutem Zuspruch bei den netten Rennfahrer Kollegen nichts erreichen konnte.
    Bin kein Schleicher( SRT 10 ), aber wer mit seinem Bike ins Sauerland reist, nur um mit dem Knie – bis die Funken fliegen – um die Kurven zu knallen, dann auf dem unteren Parkplatz umzudrehen und das ganze Spiel umgekehrt nach oben immer wieder zu spielen, dem gehört der Führerschein entzogen!! Habe viele nette Vidoes als Beweis. Nein und hier handelt es sich um KEINE MINDERHEIT!!

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