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Sparkassenchef Kai Hagen begrüßte Dr. Norbert Blüm als prominenten Redner beim Sparkassenforum im Kaisergarten-Saal. Foto: Bernhard Schlütter

Neuenrade. „Die Rente ist sicherer als Europa.“ Mit der Anlehnung an seine berühmte Aussage zur Sicherheit der Rente begann Dr. Norbert Blüm seinen Vortrag „Europa in Aufruhr“ beim 10. Sparkassen-Forum im Kaisergarten-Saal. Über 400 Gäste waren der Einladung der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis zu diesem Abend mit dem ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung gefolgt.

Foto: Bernhard Schlütter

Sie wurden nicht enttäuscht. Der CDU-Politiker – Blüm bezeichnet sich selbst als „linken Konservativen“ – schlug den rhetorischen Bogen von Europa über die Wirtschafts-, Sozial- und Bildungspolitik bis hin zur philosophischen Frage „Was ist der Mensch?“. Sein Fazit: Es gibt keine Alternative zum Frieden. Ein starkes Europa wäre wichtig. Dafür bräuchte es eine europäische Regierung mit demokratischer Legitimierung, eine europäische Wirtschafts- und Verteidigungspolitik. „Nationen verlieren an Bedeutung. Sie müssen Kompetenzen an Europa abgeben, ebenso an die Regionen und Kommunen. „Wir leben lokal“, sind es aus Blüm Sicht Heimat und Regionalität, die Europa im Gleichgewicht halten.

Flüchtlinge aufnehmen

Um die Krisen vor allem in Afrika und Asien zu lösen, brauche es eine neue Weltordnung. Aktuell sei es aber wichtig, Menschen in Not zu helfen. „Wir können Banken retten, aber wenn Menschen in Not sind, ist keiner zu sehen!“ Wenn 500 Millionen Menschen in Europa nicht 5 Millionen Flüchtlinge aufnehmen könnten, „dann schließt den Laden wegen moralischer Insolvenz“.

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Den aktuellen Politikern schreibt Blüm ins Aufgabenbuch: „Politik muss kämpfen. Sie darf nicht nur dem Volk nach dem Mund reden, sondern muss Ideen und Visionen entwickeln und diese in die Tat umsetzen.“

Die Zukunft Europas entscheide sich jetzt. Bei der nächsten Europawahl müsse es tatsächlich um Europa gehen und nicht um nationale Themen, hofft Blüm.

“AKK soll CDU-Vorsitzende werden”

Für seinen Vortrag erhielt Norbert Blüm vom Publikum im Kaisergarten-Saal großen Beifall. Einer Frage aus den Zuschauerreihen musste er sich dann noch stellen: Wer sollte aus seiner Sicht Nachfolger bzw. Nachfolgerin von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende werden? Blüm wich nicht aus. „Was Europa angeht, sind Merz und Kamp-Karrenbauer auf einer Höhe. Aber ich lege micht fest: AKK (Annegret Kamp-Karrenbauer) soll Vorsitzende werden.“ Merke: Der dritte Kandidat Jens Spahn wird vom CDU-Alt-Politiker nicht erwähnt.

Nach getaner Arbeit ein Bierchen: Dr. Norbert Blüm und Kai Hagen stoßen an. Foto: Bernhard Schlütter

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