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Ein Bierchen draußen? Stadtmarketing Lüdenscheid bietet Gastronomen Unterstützung bei der Anschaffung von Heizgeräten an. Foto: NGG

Märkischer Kreis. Innerhalb von zehn Jahren haben 81 Gastro-Betriebe im Märkischen Kreis
geschlossen. Zwischen 2007 und 2017 hat damit jede achte Gaststätte, Kneipe oder
Eisdiele zugemacht. Das teilt die  Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Die Gewerkschaft verweist dabei auf Zahlen des Statistischen Landesamts NRW. Das ermittelte landesweit eine Abnahme der Gastro-Betriebe um gut elf Prozent.  Von 28000 Restaurants, Kneipen und Gaststätten im Jahr 2007 waren im vorletzten Jahr noch 24.900 geöffnet. Zuletzt zählte man im MK 545 gastronomische Betriebe.

Arbeitsbedingungen ein Teil des Problems – NRW-weiter Tarifvertrag “ein wichtiger Schritt”

Isabell Mura, Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen, warnt vor einem weiteren Kneipensterben: „Vom Fußballabend in der Bar bis zum Grünkohlessen mit dem Sportverein– die Gastronomie steht für ein Stück Lebensqualität.” Mit den Betriebsschließungen stehe nicht nur ein wichtiger Teil der Alltagskultur auf dem Spiel. Es seien auch etliche Arbeitsplätze in der Region in Gefahr. Mura macht für den Trend unter anderem die harten Arbeitsbedingungen in der Branche verantwortlich. „Nachts und am Wochenende hinterm Tresen zu stehen, das wollen viele nicht mehr. Deshalb hat die Branche schon heute mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen”, sagt die Gewerkschafterin. Ein entscheidendes Mittel gegen das „Gastro-Sterben” sei, die Branche bei Löhnen und Arbeitsbedingungen attraktiver zu machen. Mit einem
Tarifvertrag, der NRW-weit für alle Restaurants und Gaststätten gilt, habe man hier „einen
wichtigen Schritt“ gemacht. Allerdings müssten sich noch viel mehr Gastronomen daran
halten.

Betriebwirtschaftliches Know-how und Ideen sind notwendig

Die Branchenentwicklung der vergangenen Jahre verdeutlicht, dass sich die Wirte in einer schwierigen Situation befinden. Die Aufgabe Zukunftssicherung ist anspruchsvoll.
Unter anderem fehle den Wirten selbst oft ein Nachfolger, um den Betrieb weiterzuführen, so die NGG-Mitteilung. Mura: „Außerdem müssen sich die Gastronomen gegen Pleiten absichern. Dazu gehört das
nötige betriebswirtschaftliche Know-how. Genauso aber originelle Ideen, wie man eine
Gaststätte zum Treffpunkt für junge Leute macht.”

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Appell an Verbraucher – “Mal wieder in die Kneipe gehen”

Die Gewerkschaft NGG sieht dabei auch die Verbraucher in der Verantwortung. „Statt das Feierabendbier zuhause zu trinken, kann man einfach mal wieder in die Kneipe gehen. Das macht Spaß und ist geselliger“, rührt Mura die Werbetrommel für Gastronomie-Branche.

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