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Der Lüdenscheider N'Faly Kaba und Michael Wirth vom Diakonischen Werk wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem persönlichen Gespräch auf die gefährliche Lage in Guinea aufmerksam machen. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. N’Faly Kaba will die Öffentlichkeit und die Politik wachrütteln. Der Mann aus Guinea fürchtet, dass in seinem Heimatland ein Bürgerkrieg ausbrechen könnte, wenn es Staatspräsident Alpha Condé gelingt, die Verfassung des Landes auszuhebeln, um sich für eine dritte Amtszeit wählen zu lassen. Mit Unterstützung von Michael Wirth (Fachbereich Migration des Diakonischen Werkes) knüpft er zurzeit Kontakte zu Bundeskanzlerin Merkel. Ein Anschreiben ans Bundeskanzleramt mit der Bitte um ein persönliches Treffen ist bereits formuliert. „Die Politik in der ganzen Welt muss nach Guinea schauen“, sagt N’Faly Kaba.

Schwager und Gegner des Präsidenten

Sein Leben ist kompliziert. N’Faly Kaba ist seit 22 Jahren deutscher Staatsbürger und lebt in Lüdenscheid. Seine Schwester ist mit Guineas Staatspräsident Alpha Condé verheiratet. Früher zählte er zu den Unterstützern des Staatspräsidenten und war Mitglied seiner Partei, der „Rassemblement du Peuple du Guinee” (RLP).

Inzwischen hat sich zum Gegner der Politik seines Schwagers erklärt und kämpft für die Ziele der Nationalen Front zur Verteidigung der Verfassung Guineas. Im Gespräch kritisiert er üble Propaganda-Methoden und auch Gewalt. Damit ist er nicht allein. Oppositionsparteien, Teile der Zivilgesellschaft und die Gewerkschaften Guineas wollen verhindern, dass Präsident Alpha Condé 2020 eine dritte Amtszeit anstrebt.



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Das Land wird zum Pulverfass

Condé ist der erste demokratisch gewählte Präsident des westafrikanischen Staates. Er wurde 2010 gewählt im Jahr 2015 im Amt bestätigt. Aber auch unter seiner Führung blühte im Laufe der Jahre die Korruption auf. Gewalt, willkürliche Verhaftung und Einschränkung der Meinungsfreiheit sind an der Tagesordnung. Dazu kommt: Unter seiner Präsidentschaft haben sich die schlechten Lebensverhältnisse vieler Menschen nicht verbessert. Die meisten der rund 13 Millionen Guineer leben weiter in Armut. Rund 70 Prozent der Menschen müssen ihren Lebensunterhalt von umgerechnet zwei Dollar am Tag bestreiten. So entwickelt sich Guinea mehr und mehr zu einem Pulverfass.

Fluchtursachen vor Ort bekämpfen

Was hat das alles mit dem Diakonischen Werk zu tun? „Wenn wir einen Beitrag dazu leisten können, den möglichen Bürgerkrieg zu verhindern, bekämpfen wir gleichzeitig Fluchtursachen vor Ort“, sagt Diakonie-Geschäftsführerin Iris Jänicke. Diakonie und Kirche müssten sich tatkräftig im Sinne einer weltweiten Ökumene  engagieren. Mit Verlautbarungen sei es nicht getan.

Schon jetzt flüchteten immer mehr Menschen aus Guinea nach Europa, erklärt Michael Wirth. Ein Grund neben vielen anderen seien auch zunehmende ethnische Spannungen. Nachbarländer wie beispielsweile Mali böten keine Perspektiven. Deshalb sei die Demokratisierung Westafrikas so wichtig, betont Michael Wirth.

Und deshalb arbeite er als Christ mit dem Moslem N‘ Faty Kaba daran, Öffentlichkeit und Politik auf die Probleme in einem der ärmsten Länder der Welt aufmerksam zu machen.

Im Kleinen funktioniert der religionsübergreifende Ansatz sehr gut. Michael Wirth und N’Faly Kaba verstehen sich als Duo prima. Sie nennen sich lachend ab und an mal auch „schwarzer“ beziehungsweise „weißer Bruder“.

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