Bürgerzentrum
Eine schöne Torte zum Neustart des Bürgerzentrums: Darüber freuten sich am Freitag Leiterin Claudia Wrede und Bürgermeister Michael Brosch. Foto: Wolfgang Teipel

Halver. Ralf Reininghaus und seinen Schachpartner scheint der Trubel kaum zu stören. Die beiden Männer spielen ihre Partie in Ruhe zu Ende. Danach geht’s in Richtung Kuchentheke. Die Schachspieler stellen sich brav an. Schlange stehen im neuen Halveraner Bürgerzentrum. Bürgermeister Michael Brosch lässt den Blick schweifen. „Es ist rappelvoll hier“, freut sich der Rathaus-Chef. Das wünscht er sich auch für die Zukunft.

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Das Bürgerzentrum Am Park ist seit einigen Wochen Geschichte. In den Räumlichkeiten der ehemaligen Ganztagsschule an der Mühlenstraße haben Halveraner Vereine und Gruppen jetzt ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die ehemalige Mensa neben dem Schuleingang und weitere Räume sind für den Techniktreff, die Doppelkopfrunde, das neue Junior-Café, die Kantorei, den Literaturkreis, die AWO-Senioren und viele andere zur neuen Drehscheibe für ihre Aktivitäten geworden.

Hoffen auf weitere Angebote

Schachpartien unter einem Werk von Barbara von der Brück: Ihre Ausstellung zum Thema “Gedanken in Öl und Acryl” ist bis in den Februar 2019 im Bürgerzentrum zu sehen. Foto: Wolfgang Teipel

„Der Übergang von der Von-Vincke-Straße zur Mühlenstraße ist reibungslos verlaufen“, berichtet Bürgermeister Michael Brosch. „Da ist nichts angebrannt.“ Das war auch für Claudia Wrede, Leiterin des Bürgerzentrums, wichtig. Sie managt den Betrieb und hofft, dass sich im Laufe der Zeit noch zusätzliche Aktivitäten entwickeln.

„Wer eine Idee für ein neues Angebot hat, ist jederzeit willkommen“, sagt sie. Begegnen, vernetzen, beraten – das Bürgerzentrum soll sich zu einem festen Anlaufpunkt für möglichst viele Menschen in Halver entwickeln. Deshalb hat Claudia Wrede auch ein offenes Ohr für Gruppen und Vereine, die die Einrichtung bislang noch nicht genutzt haben.

Viele Möglichkeiten auf 410 Quadratmetern

Das Bürgerzentrum bietet auf rund 410 Quadratmetern ebenerdiger Fläche viele Möglichkeiten. Im großen Aufenthaltsraum steht die Theke zur Essensaufbewahrung. Ein Raumteiler, der je nach Bedarf zur Seite geschoben werden kann, sorgt für Flexibilität. Die angrenzende Küche hat eine neue Küchenzeile erhalten.

Dahinter liegt einer der beiden Flure. Im ehemaligen Medien- und Ruhebereich der Schule sind Toilettenräume für Männer und Frauen sowie ein Behinderten-WC angesiedelt. An der Fensterfront zum Parkplatz sind zwei weitere Räume entstanden. Hier liegt auch das Büro von Claudia Wrede. „Der gesamte Komplex ist komplett barrierefrei“, sagt Michael Brosch. „Das war allen bei der Planung besonders wichtig.“

Rund 300.000 Euro investiert

Rund 300.000 Euro Eigenmittel hat die Stadt Halver in das neue Zentrum gesteckt. „Es hat sich gelohnt“, stellt der Bürgermeister fest. Das Konzept für das neue Bürgerzentrum wurde von einen Ehrenamtsgremium entwickelt. „So konnten sich nach der Entscheidung für den neuen Standort viele aktive Halveraner beteiligen.“

“Das Bürgerzentrum soll ein Ort voller Leben werden”, wünschen sich Claudia Wrede und Michael Brosch. Bei der offiziellen Übergabe am Freitag war es rappelvoll. Foto: Wolfgang Teipel

Immerhin mussten die Wünsche von 20 Vereinen, Gruppen und Institutionen unter einen Hut gebracht werden. „Das hat wunderbar funktioniert.“ Besonders stolz ist Michael Brosch darauf, dass das Projekt in 15 Monaten Bauzeit umgesetzt werden konnte. „Alle Unternehmen haben fantastisch mitgezogen“, sagt er. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Auftragsbücher vieler Betriebe ohnehin voll seien.

Zwei neue Angebote

„Jetzt soll das Bürgerzentrum ein Ort voller Leben werden – ein Ort, an dem die Menschen zusammenkommen, gemeinsam ihre Freizeit gestalten und sich Alt und Jung austauschen“, wünschen sich Michael Brosch und Claudia Wrede.

Die Räume des Bürgerzentrums sind in sich abgeschlossen und könnten genutzt werden, ohne dass die schulische Nutzung durch das Anne-Frank-Gymnasium oder künftig auch die Arbeit der VHS Volmetal beeinträchtigt wird.

Inzwischen bereichern zwei neue Angebote das Bürgerzentrum. Das Jugendcafé „Aquarium“ lädt montags von 15 bis 17 Uhr zum Junior-Tag an. Dazu kommt der Technik-Treff 2.0. Ab 19 Uhr tüftelt dann die Gruppe „Maker“ und lädt zum Mitmachen ein.

Wer hier mitwerkeln möchte, sollte sich vorher über die E-Mail-Adresse techniktreffhalver@gmail.com anmelden. Die „Maker“ berichtet Claudia Wrede, wollen ab Januar 2019 auch ein Repair-Café ins Leben rufen. Dann werden die Technikbegeisterten zusammen mit anderen, deren Küchengeräte oder elektronische Spielzeuge den Geist aufgegeben haben, versuchen, diese Dinge vor dem Verschrotten zu retten.

2019 wieder Mittagstisch

Im neuen Bürgerzentrum soll im nächsten Jahr auch der beliebte Mittagstisch wiederbelebt werden. Er war im November 2017 eingestellt worden, nachdem Annelie Huppert und  Maria Zittlau nicht mehr zur Verfügung standen. Die beiden Frauen hatten Besucher des ehemaligen Bürgerzentrum über viele Jahre unter hohem persönlichen Einsatz einmal pro Monat bekocht.

Ehrenamtliche ausgezeichnet

Bei der Eröffnung des Bürgerzentrums zeichnete der Bürgermeister Annelie Huppert und Maria Zittlau stellvertretend für viele ehrenamtlich Aktive mit dem Ehrenschild der Stadt Halver aus. Auch Christa Knitter (Pflegende Angehörige) und Friedrich Alte (Sozialverband) wurden mit dieser Auszeichnung geehrt. Rudi Olsen, seit vielen Jahren die gute Seele des Bürgerzentrums, wurde an Abwesenheit eine hohe Ehre zuteil. Er erhielt  den  Wappenteller der Stadt Halver.

Ausstellung bis Februar 2019

„Gedanken in Öl und Acryl“ – Claudia Wrede führt im neuen Bürgerzentrum eine Tradition fort. So wie an der Von-Vincke-Straße werden Künstler aus der Region auch an der Mühlenstraße ihre Werke ausstellen können. In den nächsten vier Monaten sind hier Öl- und Acrylbilder der Hagener Malerin  Barbara vor der Brück zu sehen.

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