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Zufällige Begegnung: Oberbürgermeister Erik O. Schulz begrüßte den Hagener Christoph Jürries (rechts neben ihm) und neun weitere Wandergesellen im Rathaus an der Volme. (Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen)

Hagen. Es ist ein jahrhundertealter Brauch, dem sie bis heute folgen und der einige von ihnen regelmäßig auch in die Volmestadt führt. Die Rede ist von Wandergesellen aus ganz Deutschland, die sich nach bestandener Gesellenprüfung auf die Walz begeben, um für mindestens „drei Jahre und einen langen Tag“ ihr erlerntes Handwerk in der Fremde auszuüben. Etwa ein Dutzend von ihnen wird im Laufe eines Jahres auch im Hagener Rathaus vorstellig, um das Siegel der Stadt Hagen für das stets mitgeführte Wanderbuch zu erbitten und um zugleich eine kleine finanzielle Unterstützung mit auf den Weg zu bekommen.

Eher unüblich war daher der unangemeldete Besuch von gleich zehn Wandergesellen auf einmal, die jetzt auf der Oberbürgermeister-Etage vorbei schauten. Ausgestattet mit dem Stenz (Wanderstab) und in ihrer markanten Kluft waren neun von ihnen von der Schweiz aus gestartet, um den Zehnten in ihrem Bunde, den Hagener Christoph Jürries, auf dem Weg in seine Heimatstadt zu begleiten. Von dieser war der gelernte Tischler vor drei Jahren und zwei Monaten zu seiner Wanderschaft aufgebrochen. Und hier endete diese am letzten Samstag mit dem traditionellen Klettern über das Ortsschild, bei dem der Hagener von seinen Begleitern tatkräftig unterstützt wurde.

Nach einer kleinen Verschnaufpause will Christoph Jürries im kommenden Frühjahr die Volmestadt übrigens wieder Richtung Schweiz verlassen, um dort in seinem Beruf als Tischler zu arbeiten. Dann wird er allerdings mit mehr Gepäck reisen als mit jenem bescheidenen Hab und Gut, mit dem er – eingewickelt lediglich in ein Tuch, dem so genannten Charlottenburger, – für mehr als drei Jahre unterwegs war. Außerdem wird seine Freundin ihn dann begleiten, die während der Zeit der Walz stets sehnsüchtig auf Nachrichten von „ihrem“ Christoph gewartet hatte. Schließlich sind Handys für Wandergesellen auch im 21. Jahrhundert ebenso tabu wie ein eigenes Fahrzeug. Wer folglich ein neues Ziel auf seiner Wanderschaft erreichen will, muss gut zu Fuß sein oder sein Glück als Anhalter versuchen…



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Quelle: Stadt Hagen

 

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