Der Neujahrsempfang ist Rathaus ist traditionell die erste größere gesellschaftliche Veranstaltung in Schalksmühle. Für viele gehört die Teilnahme einfach dazu. Foto: Wolfgang Teipel

Schalksmühle. Musik aus fünf Jahrzehnten und Zeitzeugen mit dem Blick auf die jüngere Geschichte der Gemeinde: Der 40. Neujahrempfang im Rathaus stand am Sonntag ganz im Zeichen des 50. Geburtstags der neuen Gemeinde Schalksmühle.

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So wie heute existiert der Volmeort, der 1407 erstmals urkundlich erwähnt wurde, erst seit 1. Januar 1970. Damals kam der ehemalige Breckerfelder Ortsteil Im Dahl dazu. Bereits zum 1. Januar 1969 hatte Schalksmühle Zuwachs erhalten. Durch die Eingliederung von Hülscheid, das bis dahin zum Amt Lüdenscheid gehört hatte, war Schalksmühle Großgemeinde geworden. Der 50. Geburtstag wird in diesem Jahr mit einem zweitägigen Gemeindefest am 28. und 29. Juni gefeiert.

Umbrüche in der Schullandschaft

Was hat sich in den 50 Jahren getan? Der gesellschaftliche und demografische Wandel ist an Schalksmühle nicht vorbeigegangen. Bürgermeister Jörg Schönenberg erinnert sich nur ungern an eine seiner ersten Amtshandlungen. Wegen rückläufiger Schülerzahlen musste er 2007 die Grundschule Klagebach schließen. Weitere Umbrüche in der Schullandschaft folgten. Jörg Schönenberg erwähnte das Schicksal von Real- und Ganztagshauptschule sowie der Verbundschule und das glückliche Ende dieser Entwicklung. „Mit der Primusschule verfügen wir jetzt über einen Leuchtturm im Bildungsbereich“, sagte er.

Mindestens eine neue Kita

Die Sternsinger sind immer wieder gern gesehene Gäste beim Neujahrsampfang. Am Sonntag sammelten sie für Kinder in der peruanischen Hauptstadt Lima. Foto: Wolfgang Teipel

Der Rathauschef blickt positiv auf das Jahr 2018 zurück. „Die Ertragslage der Wirtschaft vor Ort war gut.“ Deshalb habe die Gemeinde zum zweiten Mal hintereinander Steuern senken können. Neue Aufgaben stehen an. So werde die Gemeinde zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder schaffen müssen. „Mindestens eine Einrichtung wird hinzukommen“, kündigte der Bürgermeister an. Die vorhandenen Standorte müssten auf Kapazitätserweiterungen überprüft werden.

Breitbandausbau (vermutlich ab 2020) sowie Grundstücksvergabe und Erschließung des Baugebietes Stallhaus (2019/2020) waren weitere Stichpunkte seines Ausblicks.

Jörg Schönenberg dankte allen Schalksmühlern, die sich vor Ort an vielen Stellen für die Gemeinde einsetzen. „Dieses Engagement ist ein Qualitätsmerkmal für unser Gemeinwesen”, betonte er.

Schlaglichter aus 50 Jahren Geschichte

Im Gespräch mit dem WDR-Journalisten Heiko Dolle warfen anschließend Heide Bachmann, Holger Spelsberg, Uli Schulz, Ekkehard Bielau, Horst Ehringhaus und Rosemarie Roder als Zeitzeugen einen Blick auf die vergangenen 50 Jahre. Aufbau einer neuen Verwaltung, Bau des Rathauses, der Anschluss an die Autobahn 45, die Gründung des Gemeindesportverbandes und der Bau der Sporthalle Löh, die 600-Jahr-Feier 2007und die Rettung des Bauernhauses Wippekühl zählen zu den Schlaglichtern der Zeit ab 1969. Horst Ehringhaus berichtete über die Zusammenführung der Feuerwehren. Rosemarie Roder erinnerte an die Gründung des DRK-Ortsverbandes im Jahr 1964, den Start von „Essen auf Rädern“ und an die aufregende Phase 1989 nach dem Fall der Mauer.

Damals kümmerte sie sich mit weiteren Schalksmühler Frauen im Meinerzhagener Warnamt um Übersiedler aus der ehemaligen DDR. „Am ersten Tag unseres Einsatzes fanden unsere Männer einen Zettel auf dem Küchentisch: Wir sind weg. Das Essen steht im Backofen. Wann wir zurückkommen, wissen wir noch nicht.“ Auch diese Anekdote gehört mit zur Schalksmühler Geschichte.

Die Zeitzeugen Holger Spelsberg, Uli Schulz, Heide Bachmann, Ekkehard Bielau, Rosemarie Roder und Horst Ehringhaus (hier mit Bürgermeister Jörg Schönenberg und Moderator Heiko Dolle) trugen sich im Anschluss an den Empfang ins Gästebuch der Gemeinde ein. Foto: Wolfgang Teipel

Die Musikschule steuerte Musik aus fünf Jahrzehnten zum Neujahrsempfang bei. Katharina Frisch (Querflöte) Dorothee Buttgereit und Mia Schmermbeck (Gesang) interpretierten zur Klavierbegleitung von Aleksandra Miladinovic-Diamantaki Songs aus bekannten Filmen wie „Der Pate“, „Titanic“ und dem Musical „Phantom der Oper“.

 

 

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