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Gudrun Hornemann (links) und Saskia Berndt vor dem neuen Trailer. Zunächst bleibt das Gerät an der Abzweigung Neuenhaus. Auf Dauer wird es auch an anderen Orten genutzt. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis

Lüdenscheid/Werdohl. (pmk) Auf dem Höhenweg zwischen Werdohl und Lüdenscheid (L 655) blitzt der Märkische Kreis schon lange. Das dient der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Die auf dem Höhenweg gemessene Spitzengeschwindigkeiten von Fahrzeugführern lagen bei 191 Km/h sowie 157 Km/h. Letzterer hatte dabei sogar noch ein Handy am Ohr. Bisher machte an diesem Standort ein gemieteter Blitz-Trailer die Fotos. Jetzt hat der Kreis einen eigenen mobilen Blitzer gekauft.

“Mit dem neuen Gerät kommen wir auf lange Sicht günstiger weg”, erklärt die Leiterin des Fachdienst Verkehrsordnungswidrigkeiten Gudrun Hornemann. Sie rechnet vor: “Der Anschaffungspreis von 165.000 Euro wird sich im Vergleich zum Mietpreis nach 14 bis 15 Monaten amortisiert haben.” Neu am Anhänger ist die Sicherheitsausstattung. In dem großen Kasten sind eine Alarmanlage und eine Überwachungskamera verbaut, um Vandalismus zu bekämpfen.

Vandalismus an den Messstellen

Im Inneren des Metallkastens steckt Hightech: Eine Alarmanlage und Überwachungskamera sichern die Messstelle. Für den Strom sorgen acht Batterien – jede wiegt 25 Kilo. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis

“Damit haben wir an unseren Messstellen leider immer wieder zu tun”, berichtet Hornemann. “Auf der anderen Seite bekommen wir auch viel Zuspruch von Anwohnern und Anfragen ob man nicht mal an ganz bestimmten Stellen messen könne.” Strom für den Trailer liefern acht Batterien mit einer Laufzeit von mehr als zehn Tagen. Der über eine Tonne schwere Anhänger soll im gesamten Kreisgebiet eingesetzt werden.



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Jeder 1000. zu schnell

Auch wenn es nicht so scheint; der Trailer hat Räder, die sich im Inneren versenken lassen. Seine erste Station bleibt erstmal der Höhenweg. Im vergangenen Jahr wurden dort 2.318 Verkehrsteilnehmer geblitzt – in beiden Fahrtrichtungen. Das macht bei über zwei Millionen gemessenen Autos, Lkw und Motorrädern einen Anteil 0,11 Prozent – jeder Tausendste fährt zu schnell. Der gemietete Trailer wurde 2019 auch an anderen Standorten benutzt und blitzte insgesamt 3.728-mal. Die dadurch entstandenen Verwarn- und Bußgelder beliefen sich auf über 100.000 Euro.

Der Fachdienst Verkehrsordnungswidrigkeiten ist für die Blitzer verantwortlich: Deswegen auch zum Ausrichten und Aufstellen. Andre Doleschel schaut, dass der Trailer in einem geeigneten Winkel zur Fahrbahn positioniert ist. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis

An den 30 stationären Anlagen wurden 13.054 Verkehrsteilnehmer geblitzt. 528.000 Euro nahm der Kreis dadurch ein. Wochentags sind zwei mobile Radarwagen im Einsatz. Sie erfassten im vergangenen Jahr 13.054 Geschwindigkeitsübertretungen. Durch die drei Messverfahren zusammen nahm der Märkische Kreis über 970.000 Euro mit Verwarnungen und Bußgeldern ein. Im Schnitt 32 Euro pro Verfahren. Bereits seit vielen Jahren veröffentlicht der Märkische Kreis die Standorte der stationären und mobilen Messstellen auf seiner Homepage www.maerkischer-kreis.de.

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