Der Breitbandausbau ist für den neuen Ausschuss für Digitalisierung un E-Government ein wichtiges Thema. Foto: Odebralski/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Zum ersten Mal in der gut 45-jährigen Geschichte des Märkischen Kreises tagte ein Ausschuss für Digitalisierung und E-Government. Auf das neue Gremium hatten sich die Fraktionen nach der Kreistagswahl verständigt.

„Als gelernter Informatiker schlägt mein Herz höher. Die Digitalisierung ist ein ganz wichtiges Thema“, begrüßte Landrat Marco Voge die Ausschussmitglieder persönlich zu deren Premiere-Sitzung. Als mögliche Arbeitsfelder, die sich die Kreispolitiker für ihren Fachbereich noch geben wollen, stehen unter anderem die weitere Digitalisierung der Schulen, der Mobilfunk sowie der Breitbandausbau auf der Tagesordnung. Vor allem sind die Verbesserung des Bürgerservice sowie die Zusammenarbeit mit den kreisangehörigen Kommunen weitere Ziele.

72 Kilometer Gräben für Breitbandkabel

Auf einem guten Weg ist der Breitbandausbau in Wohngebieten im Märkischen Kreis. Die Verwaltung legte auf Bitten der UWG-Fraktion einen Zwischenbericht vor. Der Ausbau in den 42 geförderten Gewerbegebieten sei mit ca. 72 Kilometer Tiefbau durch die Telekom zum Ende des Jahres abgeschlossen worden.

Den Auftrag für den geförderten Glasfaserausbau in Wohngebieten teilen sich zwei Telekommunikationsgesellschaften – die TelekommunikationsGesellschaft Mark GmbH erhielt den Zuschlag für Iserlohn und Menden, im restlichen Kreisgebiet baut die Telekom Deutschland GmbH das Gigabitnetz. Am weitesten fortgeschritten seien die Tiefbauarbeiten in der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde sowie in den Städten Altena und Iserlohn. Die Buchbarkeit der neuen Glasfasertarife soll voraussichtlich bis zum Frühjahr ermöglicht werden.

In Menden, Lüdenscheid, Halver, Schalksmühle sowie Kierspe und Meinerzhagen seien mehrere Tiefbauunternehmen im Einsatz. In Balve, Hemer, Neuenrade, Werdohl, Plettenberg und Herscheid sei der Start noch in diesem Jahr vorgesehen. Aufgrund der enormen Baumaßnahmen (ca. 1.000 Kilometer Gräben) sowie der Anzahl der geförderten Adressen (44.500 Haushalte) wird das Projekt im Kreisgebiet bis Mitte des Jahres 2023 andauern, so die Verwaltung.

Auch für die sogenannten „weißen Flecken“ wird der Ausbaustart in diesem sowie im nächsten Jahr angestrebt. Gefördert werden 4.304 Privathaushalte, 58 weitere Schulen, acht Krankenhäuser sowie 2.200 Anschlüsse in 64 Gewerbegebieten. Alle Informationen hält der Märkische Kreis auf seiner Internetseite www.maerkischer-kreis.de/breitband.php aktuell.

Damit das auch alles gelingen kann, haben die Ausschussmitglieder die Etatposten des Kreishaushaltes freigegeben, für die sie fachlich zuständig sind. Das Votum war einstimmig. Von den insgesamt 35,5 Millionen Euro fließen 25 Millionen Euro in den Breitbandausbau. Der Zuschussbedarf und somit der Eigenanteil des Kreises beträgt 10,5 Millionen Euro.

Bis zu ihrer nächsten Sitzung wollen Ausschuss und Verwaltung ein Themenportfolio festlegen. „Das wird eine spannende Aufgabe für uns in den nächsten fünf Jahren“, so Ausschuss-Vorsitzender Kai Krause (FDP).

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