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Symbolfoto: pixabay.com

Märkischer Kreis. (ots) Eine neue Welle von Betrugs-Anrufen schwappte am Mittwoch und Donnerstag (27./28. März) durch den Märkischen Kreis. Die Polizei nahm zwei Dutzend Anzeigen auf, aber es dürfte eine ganz erheblich höhere Zahl von Anrufen gewesen sein.

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In Plettenberg lockte ein Anrufer eine Frau mit Gewinnversprechen und drohte, wenn sie nicht mitspiele, werde er einfach mehrere hundert Euro von ihrem Konto abheben.

In Lüdenscheid und Iserlohn gaben sich Anrufer als Polizeibeamte aus.



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In Altena versuchten es die Tätergruppen mit dem Enkeltrick. Eine Altenaerin dachte zunächst, eine gute Bekannte wäre am Telefon. Bevor es zur Geldübergabe kam, telefonierte sie zum Glück mit ihrem Sohn.

Betrüger üben psychologischen Druck aus

Eine andere Altenaerin hätte einer angeblichen Nichte beinahe eine fünfstellige Summe, Schmuck und Münzen übergeben. Dieser Fall im Detail: Eine Unbekannte ruft an. Es beginnt das übliche Rätselspiel. Die Seniorin im Ortsteil Evingsen tippt auf ihre Nichte Martina (Name geändert). Die Anruferin sagt “Ja”. Dann kommt sie zur Sache: Sie sei in Not. Sie brauche “leihweise” 35.000 Euro. Ganz so viel hat die Altenaerin nicht im Haus. Aber sie will helfen. Auch mit Münzen und Schmuck. Ein Abholer klingelt an der Haustür. Er reicht sein Handy durchs Fenster. An dem soll der Rechtsanwalt der Nichte sein. Er versichert: “Alles in Ordnung.” Als nächstes meldet sich ein angeblicher Banker am Festnetz-Telefon. Er kennt die Kontonummer der Seniorin. Dann ruft erneut die angebliche Nichte an. Und schließlich klingelt es wieder an der Haustür. Jetzt wird die Seniorin doch misstrauisch und erkundigt sich bei der Polizei. Die veranlasst sofort eine Fahndung nach dem Abholer: Der ist etwa 20 Jahre alt, trägt Vollbart, graues Oberteil, blaue Jeans und einen schwarz-weißen Turnbeutel. Ein Streifenwagen bringt die Seniorin dann zur Bank, wo sie ihr Bargeld auf ihr eigenes Konto einzahlt.

Die Polizei stellt fest: Die Anrufer werden dreister und setzen ihre potenziellen Opfer einem erheblichen psychologischen Druck aus!

83 Betrugsopfer im MK

Im vergangenen Jahr meldeten 1156 ältere Märker Anrufe solcher Betrüger. Die meisten wissen inzwischen, dass sie sich nicht auf solche Anrufe einlassen sollen. Doch leider waren die Täter 83-mal erfolgreich. Sie erbeuteten teilweise sehr hohe Summen Bargeld oder Wertsachen. Die Polizei geht davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt. Menschen schämen sich, auf einen derart plumpen Betrug hereingefallen zu sein.

Vorsicht und Misstrauen

Obwohl die Betrüger schon so lange diese Masche reiten, warnt die Polizei weiter dringend zu Vorsicht und Misstrauen.

  • Am Telefon sollten keinesfalls Angaben zu vorhandenen Wertsachen gemacht werden. Die Polizei verwahrt weder Bargeld noch Schmuck oder Münzen.
  • Sollten tatsächlich Verwandte in finanzieller Not sein, sollten sich ältere Menschen unbedingt Rat von anderen Verwandten holen.
  • Wer sein Glück versuchen will, der sollte sich lieber der klassischen Möglichkeiten bedienen, statt sich am Telefon auf dubiose Angebote einzulassen.
  • Wer an keinem Gewinnspiel teilgenommen hat, der sollte sich auch nicht von angeblichen Gewinnen überraschen lassen.

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